1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Er malte für die Fugger und die Fürsten von Monaco

Köpfe aus dem Augsburger Land

29.05.2017

Er malte für die Fugger und die Fürsten von Monaco

Der aus Schwabmünchen stammende Künstler Ferdinand Wagner (1819 - 1881) war ein renommierter Freskenmaler
Bild: . Archivfoto: Andras Schmidt

Der Schwabmünchner Ferdinand Wagner war ein international gefragter Künstler. Obwohl er für Fürsten malte, starb er arm

Den Fuggerschen Stadtpalast in der Maximilianstraße in Augsburg gibt es heute noch. Und seine Fassade ist durchaus ansprechend, aber eben nur das. Von der früheren Pracht ist keine Spur mehr, eine Folge der Bombennacht vom Februar 1944. Seit dem Wiederaufbau 1949 ersetzt schlichte Kassettenmalerei die ehedem künstlerisch hochwertigen Fresken eines begnadeten Malers aus dem heutigen Landkreis Augsburg.

Sein Name ist Ferdinand Wagner, geboren 1819 in Schwabmünchen, auch er ein so genannter Nazarener wie Leonhardt Thoma aus Fischach, den wir vor ein paar Wochen an dieser Stelle vorgestellt haben. Zu dieser Kunstrichtung des 19. Jahrhunderts, die besonders in Bayern beheimatet war, zählten Maler, die sich der Technik der alten Meister wie etwa Raffael, Leonardo da Vinci oder auch Dürer verschrieben hatten.

Und die neuen Fresken, die Wagner in den 1860er Jahren für die rund 70 Meter lange Fassade des Fugger–Palastes geschaffen hatte, belegten diesen hohen künstlerischen Anspruch, wie heute noch auf alten Fotografien zu bewundern ist. Farbkräftig dargestellt waren auf fünf Bildfeldern Szenen aus der Geschichte des Hauses Fugger.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Schon früh zeigte sich bei dem Sohn einer Näherin und eines Kürschnermeisters ein außergewöhnliches zeichnerisches Talent. Doch der Vater bremste derlei Ambitionen zunächst. Sein Sohn sollte Kürschner werden. Aber nach der Lehre gab der Vater nach, und der junge Wagner durfte nach München auf die Akademie.

Mit 24 heiratete Wagner Kreszenz Heindl, die Tochter eines Dillinger Schulinspektors. Der gemeinsame Sohn verstarb kurz nach der Geburt. Beruflich hatte Wagner eine Fülle von Aufträgen, unter anderem schmückte er die Pfarrkirche seiner Heimatstadt Schwabmünchen mit Fresken aus.

Den begabten Maler hielt es aber nicht in der Kleinstadt, er wollte unbedingt nach Augsburg. Aber etliche Anträge zur Übersiedelung und Ansiedlung lehnte der Augsburger Magistrat stets ab. Erst 1863 wendete sich das Blatt, da Wagner von Leopold Graf Fugger-Babenhausen den Auftrag zur Erneuerung der Fassade des Stadtpalasts erhalten hatte.

Dieser Auftrag und natürlich die prachtvolle Ausführung der mit Girlanden umrahmten Bilder verschafften ihm eine Reihe von Aufträgen in ganz Europa. So fertigte er etwa in Breslau etliche Fresken, unter anderem am Rathaus, an. Nicht zu vergessen, selbst die Grimaldis in Monaco vertrauten bei der Fassadengestaltung auf die Fähigkeiten des Schwaben, der sich aber auch als Porträtmaler einen Namen gemacht hatte.

Krankheit zwang den Maler dann, das Fresken-Malen aufzugeben. Finanzielle Rücklagen hatte er nicht. Und die Bewerbung um eine Stelle als Zeichenlehrer an einem Würzburger Gymnasium wurde abgelehnt. Ferdinand Wagner starb in Augsburg am 13. Juni 1881.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Bauernhof_Guggemos201.jpg
Dinkelscherben

Bundespolizei holt die Kuh vom Gleis

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen