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Meitingen

28.05.2019

Er spielt immer nur auf Bahn Nummer acht

Stefan Wörle hat bis heute nicht alle 18 Bahnen auf der Meitinger Minigolfbahn bespielt, die er seit Juni 2018 als Pächter führt. Wenn er den Schläger schwingt, dann um den Ball im Netz zu versenken
Bild: Steffi Brand

Stefan Wörle verrät, was er mit der Meitinger Minigolf-Anlage vorhat und warum er selbst dort nur auf einer der 18 Bahnen spielt.

Wenn Stefan Wörle Zeit hat, dann findet man den 43-Jährigen auf der Minigolf-Bahn Nummer acht, die für viele eine große Herausforderung darstellt. Kerzengerade und mit dem nötigen Schwung muss der Ball dabei über die kleine, blaue Rampe. Dann soll er abheben, um durch die Luft zu fliegen und ins dahinterliegende Fangnetz zu fallen.

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Warum sich Wörle nur eine von 18 Bahnen herauspickt, hat einen einfachen Grund: Der Pächter der Meitinger Minigolfanlage hat eigentlich keine freie Minute, deswegen hat Wörle es auch noch nie geschafft, selbst alle 18 Bahnen durchzuspielen. Seit Juni 2018 hat er die Minigolfanlage vom TSV Meitingen gepachtet. Über 2000 Minigolf-Fans schwangen seit diesem Zeitpunkt bereits die Golfschläger.

Die Anlage ist knapp 40 Jahre alt

Die Anlage selbst gibt es schon seit fast 40 Jahren, erbaut wurde sie im Jahr 1981. Nachdem Wörle im Frühjahr vergangenen Jahres davon erfahren hat, dass der TSV Meitingen einen neuen Pächter für die Anlage sucht und darüber ins Gespräch mit den Verantwortlichen des Sportvereins kam, war der Pachtvertrag im Grunde schon besiegelt.

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Seither betreibt Wörle die Minigolfanlage samt Biergarten als „Familienprojekt“. Seine Frau, Daniela Oebel, seine drei Töchter im Alter von fünf, 14 und 16 Jahren sowie Eltern, Schwiegereltern, Schwager und Schwägerin sind mit von der Partie, wenn es darum geht, mittwochs bis samstags von 15 bis 21 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 21 Uhr die Minigolfanlage nebst Biergarten zu betreiben.

Mehr als nur 18 Bahnen unter großen Bäumen

Wer die Anlage kennt, hat bereits einige Veränderungen bemerkt: Ein Trampolin und eine Rutsche mit Kletterturm bieten den Kindern nun weitere Betätigungsfelder. Hängematten und Liegestühle warten auf die Erwachsenen, die ihre freie Zeit unter Bäumen und nahe dem Lech genießen möchten. Neue Halterungen für die Minigolfkarten gibt es an den Beleuchtungsmasten. Aus der Minigolfanlage ist mehr geworden als 18 Bahnen unter großen Bäumen, die selbst im Hochsommer noch das Minigolfen bei angenehmen Temperaturen und im Schatten ermöglichen. Das zeigen auch die zahlreichen Sonderaktionen, die auf dem knapp 2500 Quadratmeter großen Areal im letzten Jahr stattgefunden haben.

Auch außerhalb der Saison wird die Minigolfanlage mehr und mehr zur Anlaufstelle: Im März fand ein Kesselfleischessen mit 60 Leuten statt, in den Wintermonaten veranstaltete Wörle eine „Winter-Alm“ mit Glühwein, Punsch, Waffeln, Bratwürstchen und Gulasch im Brot.

Er schätzt die idyllische Lage der Anlage

Warum Wörle sich im vergangenen Jahr dazu entschieden hat, die Minigolfanlage am Lech zu pachten, hat ganz vielfältige Gründe. Der 43-Jährige schätzt die idyllische Lage der Anlage, die Naturnähe und das Zwitschern der Vögel im Wald. Auch vergleicht der passionierte Camper den Platz mit einer „Vorstufe zum Campingplatz“. Das „Gastronomie-Gen“, wie Wörle sagt, bringe er ebenfalls mit und berichtet, dass er bis dato durchweg positive Erfahrungen mit den verschieden Charakteren gemacht hat, die zu ihm in den Biergarten oder zum Minigolfen kamen.

Herausforderungen gibt es für den hauptberuflichen Ingenieur dennoch genug. So musste er zunächst einmal die Altlasten, die im Internet über die Minigolfanlage kursierten, ausfindig machen und die falschen Informationen - beispielsweise zu den Öffnungszeiten - richtigstellen. Zudem ist der zeitliche Aufwand, der mit dem Betrieb der Minigolfanlage einhergeht, hoch. Trotz allem bleibt dem dreifachen Vater noch Zeit, um Ideen voranzubringen. „Zeitnah sollen Schilder angebracht werden, damit auch Fremde uns finden können“, verrät Wörle. Seine Kunden bestehen zu etwa 80 Prozent aus Stammkunden, die teilweise bis von Nördlingen (Landkreis Donau-Ries) aus nach Meitingen fahren, um hier Minigolf zu spielen. Doch auch der Rest soll die Anlage künftig leichter finden.

Zudem wünscht er sich eine weitere Herausforderung langfristig lösen zu können: Aktuell hängt die Anzahl der Besucher vornehmlich vom Wetter ab. Und so schwebt Wörle auch vor, sich langfristig wetterunabhängiger zu machen.

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