Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Erfahren die Bürger zu wenig aus dem Rathaus?

Bürgerversammlung

09.11.2017

Erfahren die Bürger zu wenig aus dem Rathaus?

Nach Meinung von Bürgern gelangen zu wenige Informationen aus dem Gablinger Gemeinderat nach außen.

Den Gablingern stoßen vor allem zwei Dinge auf

Zwei Themen beherrschten die Bürgerversammlung in Gablingen für die Ortsteile Gablingen-Ort, Holzhausen und Lützelburg: die nicht zustande gekommene Außenbereichssatzung für Holzhausen und die nach Meinung der Bürger mangelnde Kommunikation seitens des Bürgermeisters und der Verwaltung.

Dass das Thema Außenbereichssatzung (wir berichteten) in Holzhausen offenbar viele Bürger alarmiert hatte, sah man an ungewöhnlich vielen Besuchern der Bürgerversammlung in den Grünholder Stuben. „Rekordverdächtig“ nannte diese Anzahl Bürgermeister Karl Hörmann bei seiner Begrüßung. Rund 90 Gablinger, darunter viele Holzhauser, waren gekommen und mussten im Gastraum eng zusammenrücken. Fazit, was Holzhausen betrifft: Die Holzhauser stellten den Antrag, in einer eigenen Bürgerversammlung nur zum Thema Außenbereichssatzung informiert zu werden. Um, so brachte es Franz Gumpp, Sprecher der Holzhauser, zum Ausdruck, vielleicht doch noch einen Konsens zu erreichen.

Vorab gab Geschäftsleiter Roland Wegner einen Überblick über Gablingens Finanzen. Bauamtsleiterin Helga Kraus ging unter anderem ausführlich noch einmal auf das seit 2013 laufende Projekt Außenbereichssatzung ein und darauf, warum diese nicht zustande gekommen war. Wie berichtet, hatte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt erst einmal praktisch beispielhaft nur einen kleinen Bereich Holzhausen-Nordwest – sieben Grundstücke – von Holzhausen für die Satzung herausgesucht. Trotz intensiver Vorbereitung hatten schließlich nicht alle betroffenen Grundstückseigentümer zugestimmt; die fehlende Einstimmigkeit war vor Kurzem für den Gemeinderat Gablingen der Anlass, das Thema Außenbereichssatzung für ganz Holzhausen fallen zu lassen. Denn wenn sich schon sieben Grundstückseigentümer nicht einig sind, wie sollte es dann bei den anderen Planbereichen in Holzhausen zur Einigung kommen?, so die Frage. Einstimmigkeit sei eine Voraussetzung für die Außenbereichssatzung, betonten erneut Helga Kraus und Bürgermeister Hörmann. Zu der Satzung hätten ja dann ohnehin noch Träger öffentlicher Belange Stellung nehmen müssen.

Bürgermeister Karl Hörmann streifte in seinem kurzen Statement ebenfalls Haushaltsdaten sowie vor allem aktuelle Themen. Ein Kraftakt sei die Erweiterung des Hauses für Kinder in Lützelburg. Im Januar 2018 ist diese fertig. Der Dorfladen Lützelburg sei auf gutem Weg; die Gewerbegrundstücke im Gewerbegebiet am Flugplatz seien verkauft beziehungsweise auf dem Weg dazu. Fortschritte gebe es auch beim Ortszentrum.

Die Holzhauser Bürger fühlen sich überrumpelt und zu schlecht informiert, machte Franz Gumpp gleich zu Beginn der Diskussion klar. Viele Holzhauser hätten aus der Presse erfahren, was der Sachstand sei. „Sie enteignen uns heute und sagen, das ist ein Stück Wiese. Das ist ein Skandal“, wandte er sich an den Bürgermeister, nicht ohne die Vorarbeit von Bauamtsleiterin Helga Kraus zu würdigen. Es sei zwingend nötig, dass die Holzhauser in der Gemeinde noch einmal ein Forum bekämen, betonte Gumpp. Nur die betroffenen sieben Bürger in Holzhausen hätten Bescheid gewusst.

Wie berichtet, hatten nur drei von sieben Grundstückseignern im Plangebiet Holzhausen-Nordwest der Außenbereichssatzung zugestimmt. Jetzt wollen die anderen Holzhauser, machte Gumpp deutlich, mit den die Satzung ablehnenden Bürgern reden, sie überzeugen – aber auch mit den Kommunalpolitikern sprechen: „Die Holzhauser wollen helfen, das gute Vorhaben durchzusetzen!“ Was in Gersthofen mit Rettenbergen möglich sei, müsse doch auch in Gablingen mit Holzhausen möglich sein. Der Gemeinderat werde über den Antrag nach einer eigenen Versammlung zum Thema abstimmen, sagte Bürgermeister Hörmann zu.

Dass er auf seine Anfragen bezüglich Straßen- und Gehwegsanierung am Theilweg immer noch keine Antwort der Gemeinde erhalten habe, monierte Herbert Dieminger, verbunden mit dem Vorwurf, die Gemeinde habe hier jahrelang nichts zur Instandhaltung gemacht. Der Theilweg sei im Straßensanierungskonzept Gablingens enthalten, so Helga Kraus. Er sei mit Unterhalt nicht mehr instand zu halten.

„Die Organisation der Bürgerversammlung ist eine Zumutung!“, machte Erwin Kuchenbaur aus Lützelburg seinem Unmut über die fehlende Lautsprecheranlage und eine schlechte Folienpräsentation Luft. Er wollte unter anderem auch wissen, welchen „Profit“ die Gemeinde von der Ansiedlung der Justizvollzugsanstalt (JVA) habe. Bürgermeister Karl Hörmann wies darauf hin, dass die Erneuerung der Kläranlage letztlich auch über die Abwassergebühren, die die JVA leiste, mit finanziert werde.

Bei der Planung des Ortszentrums auf die Schaffung bezahlbaren Wohnraums sowie auf altersgerechtes Wohnen zu achten, wie es ursprünglich vorgesehen war, erinnerte Walter Trettwer. Er wünschte zudem zeitnahe Antworten aus dem Rathaus auf die Fragen, die Bürger regelmäßig bei Gemeinderatssitzungen stellen können.

Auch Lützelburgs TSV-Vorsitzender Heinz Müllenbeck beklagte mangelnde Kommunikation. Auf seine wiederholten Anfragen zum Zustand des Theaterheimsaals hätte er immer noch keine Antwort aus dem Rathaus. „Es gibt auch Kommunikationsberater“, merkte er kritisch an. Barbara Meyer fühlte sich über die Sanierungsmaßnahmen im Schloss Gablingen unzureichend informiert.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren