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Kutzenhausen

30.04.2015

Erfolgsautorin reist erst um die Welt - dann nach Kutzenhausen

Ein treuer Fan der Bücher von Tanja Kinkel ist Birgit Reuß (rechts). Klar, das da eine Widmung in ihrem neuesten Buch heiß begehrt war.
Bild: Manuela Rauch

Die Autorin Tanja Kinkel liest aus ihrem neuesten Roman und verrät, warum sie für ihre Bücher um die ganze Welt reist. Damit muss auch ihr Verlag zurechtkommen

Kutzenhausen Im Rahmen des 20- jährigen Bestehens der Gemeindebücherei hatte deren Leiter Dirk Pelzeter einen ganz besonderen Gast eingeladen. Tanja Kinkel gehört zu den beliebtesten Autoren historischer Romane. Mit Werken wie „Die Puppenspieler“ oder „Säulen der Ewigkeit“ führt die gebürtige Bambergerin seit Jahren die Hitlisten der Buchläden an. Im Pfarrhaus las sie aus ihrem Roman „Manduchai“ und beantwortete im Gespräch Fragen zu ihren Projekten.

„Manduchai – die letzte Kriegerkönigin“ führt den Leser in die Mongolei. Der Roman spielt in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Kinkel stellt zwei Frauen in den Mittelpunkt der Handlung, die auch im echten Leben in den Geschichtsbüchern zu finden sind. Manduchai eint als Kriegsherrin das Mongolenvolk, ihre Gegenspielerin Wan, einst Konkubine des Kaisers, wird zur Herrscherin von China. Zwei Jahre hat Kinkel an ihrem neuen Roman gearbeitet. Ein Buch über die mongolische Geschichte hat sie inspiriert. Ein Großteil der Zeit hat die Autorin mit der Recherche verbracht, hat sich in den Bibliotheken der Welt auf die Spuren von Dschingis Khan begeben und war selbst in das Land der endlosen Weiten gereist. „Die Zeit in der Mongolei war eine ganz besondere Erfahrung für mich“, sagt sie. Mit dem Jeep fuhr sie durch die Steppe, war zu Gast bei den Nomaden und kam Wochen später mit einem Rucksack voller Eindrücke zurück.

Reisen gehört seit jeher zum festen Bestandteil ihrer Arbeit. „Es langt nicht, sich einfach nur Bildbände anzusehen.“ Der Verlag habe es aufgegeben, nach Themen zukünftiger Buchprojekte zu fragen. „Statt ‘woran arbeitest Du?’ fragen sie jetzt ‘wohin geht der nächste Urlaub?’.“ Nach der Rückkehr beginnt die Schreibarbeit. „Die Handlung mit ihren Hauptfiguren habe ich bereits fest im Kopf“, verrät Kinkel. Was sich dann noch entwickelt, seien die feinen Nuancen der Nebendarsteller. Zu denen habe die Autorin oft eine ganz intensive Verbindung. „Besonders traurig, wenn die Person eigentlich sterben sollte“, erzählt sie und lacht.

Die Zuhörer waren begeistert. „Ich habe alle Bücher von ihr gelesen“, sagt Birgit Reuß. „Mondlaub“ sei ihr Favorit. „Sie gibt gleichzeitig einen Einblick in die vergangene Zeit, das ist lebendiger Geschichtsunterricht.“ Eine gute Nachricht brachte Kinkel ihren Lesern noch mit. Seit mehr als zehn Jahren war die Verfilmung vom Roman „Die Puppenspieler“ in der Diskussion, nun haben in Prag die Dreharbeiten unter Regisseur Rainer Kaufmann begonnen. Die Autorin durfte vor wenigen Tagen selbst einen Blick hinter die Kulissen werfen. 2016 soll der Zweiteiler in der ARD ausgestrahlt werden. Der historische Stoff dreht sich auch um die Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger. Dass nicht an den Originalschauplätzen gefilmt wird, ist der zunehmenden Sanierung geschuldet. Augsburg befindet sich mit seinen asphaltierten Straßen schon lange nicht mehr im historischen Zustand, wie im Vorfeld schon die Fugger’sche Stiftungsverwaltung betonte.

Tanja Kinkel für eine Autorenlesung zu gewinnen, für Dirk Pelzeter komme das einem Glücksfall gleich. „Seit zwei Jahren bin ich dran“, erzählt er. Da sei man als vergleichsweise kleine Gemeinde doch mächtig stolz auf seinen prominenten Gast. Pelzeter will auch zukünftig Autoren nach Kutzenhausen locken. „Wir wollen weg von der Bücherei der Stille“, sagt er. Auch der Bestand soll modern, frisch und zeitgemäß sein. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sich der Büchereileiter schon einmal weit nach vorn gewagt. Da hatte die Bücherei, die zur Hälfte unter katholischer Trägerschaft steht, als eine der wenigen im Umkreis alle Bänder der „Shades of Grey“-Reihe. Pelzeter schmunzelt. „Das war super, die Leute waren begeistert.“

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