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Landkreis Augsburg

20.07.2010

Ernte: Viel Stroh, aber wenige Körner

Manuela Rotter blickt auf viele kleine Knollen: Die Gablinger Landwirte rechnen in diesem Jahr mit 40 Prozent weniger Ertrag.
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Manuela Rotter blickt auf viele kleine Knollen: Die Gablinger Landwirte rechnen in diesem Jahr mit 40 Prozent weniger Ertrag.

Das Wetter ist in diesem Jahr kein Freund der Landwirte im Landkreis Augsburg. Im Frühjahr regnete es zu viel, die Temperaturen lagen zu niedrig. Die Hitze in den vergangenen Wochen war so groß, dass das im Boden gespeicherte Wasser nur wenig Linderung brachte. Vor allem beim Getreide und den Frühkartoffeln werden die Erträge niedrig ausfallen. Von Adrian Bauer

Landkreis Augsburg Das Wetter ist in diesem Jahr kein Freund der Landwirte im Landkreis Augsburg. Im Frühjahr regnete es zu viel, die Temperaturen lagen zu niedrig. Die Hitze in den vergangenen Wochen war so groß, dass das im Boden gespeicherte Wasser nur wenig Linderung brachte. Vor allem beim Getreide und den Frühkartoffeln werden die Erträge niedrig ausfallen.

"Für Mais und Zuckerrüben kamen die Regenfälle der letzten Tage gerade noch rechtzeitig", sagt Gerhard Ringler, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Hafer, Gerste, Roggen und Weizen sind allerdings schon weitgehend vertrocknet. Das bestätigt auch Kreisbäuerin Anni Fries: "Beim Dreschen bekommt man mehr Stroh als Körner." Durch die große Hitze lagern sich in den Ähren keine Körner ab. Nur bei Weizenfeldern, auf denen noch grüne Halme stehen, haben die Bauern noch Chancen auf eine gute Ernte.

Wie hoch die Verluste ausfallen, lässt sich noch nicht sagen. Gerhard Ringler rechnet beim Getreide mit etwa 30 Prozent Verlust. "Solche langen Trockenperioden gibt es bei uns in Schwaben nur ganz selten. Durch die große Hitze ist die Ernte schlechter als vor 20 Jahren." Selbst in Gebieten mit lehmigem Boden, der normalerweise viel Wasser speichert, sei die Feuchtigkeit innerhalb von zwei Wochen verdunstet.

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Der Regen der vergangenen Tage brachte Entlastung für die ausgedörrten Pflanzen. "Vor allem der Mais hat ganz schön aufgeholt beim Wachstum", sagt Anni Fries. Viel höher dürften die Gewächse allerdings nicht mehr werden, vermutet die Kreisbäuerin. Bei vielen Pflanzen treiben bereits die Blütenstände aus. "Und dann wächst der Mais nicht mehr nach oben."

Die Bauern wünschen sich einen Regentag pro Woche

Klein werden in diesem Jahr auch die Kartoffeln bleiben. Landwirt Franz Rotter aus Gablingen rechnet damit, dass er etwa 40 Prozent weniger Ertrag einfahren wird als im vergangenen Jahr. "Durch das feuchte Frühjahr haben die Pflanzen keine tiefen Wurzeln ausgebildet. Sie haben ja überall genug Wasser gefunden", erklärt Rotter. Die Qualität der Nachtschattengewächse sei gut, aber es sind weniger und kleinere Knollen als sonst entstanden.

Rotter erntet seit mittlerweile zwei Wochen. Auf dem Hof von Xaver und Irmgard Kratzer in Kühlenthal hat man noch etwas Zeit bis zur Ernte: Sie bauen eine Sorte an, die erst im Herbst vom Feld muss. Daher hoffen sie, dass es in den nächsten Wochen mit der Hitze vorbei ist. "Der Regen in den letzten Tagen hat bei uns nicht ganz ausgereicht. Es wäre gut, wenn noch etwas mehr fiele", sagt Irmgard Kratzer.

Diesem Wunsch schließt sich der Kreisobmann an. "Jeden Samstag ein ordentlicher Regen und danach wieder schönes Wetter - so könnte es die nächsten Wochen bleiben", meint Gerhard Ringler. Denn auch die Milchbauern freuen sich über Niederschläge, damit sie besseres Futter für ihre Kühe bekommen. "Zuletzt ging nichts mehr auf den Wiesen: Das Gras wuchs nicht mehr, sondern wurde einfach gelb."

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