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Dinkelscherben

12.07.2010

Erst am Ende kommt Spannung auf

Applaus, leichte Zurückhaltung, aber trotzdem viele glückliche Gesichter gab es nach dem Abpfiff und dem dritten WM-Platz für Deutschland. Foto: Michael Kalb
Bild: Michael Kalb

Es ist kurz nach halb acht Uhr, die Leinwand ist aufgebaut und das Bier kalt gestellt. Der Verein "Junge Kultur Dinkelscherben" lädt zum gemeinsamen Fußballschauen auf den Marktplatz im Zentrum des Ortes. Von Michael Kalb

Dinkelscherben. Es ist kurz nach halb acht Uhr, die Leinwand ist aufgebaut und das Bier kalt gestellt. Der Verein "Junge Kultur Dinkelscherben" lädt zum gemeinsamen Fußballschauen auf den Marktplatz im Zentrum des Ortes. Doch wo sich am Mittwoch um diese Uhrzeit zum Halbfinalspiel gegen Spanien bereits mehrere Hundert Leute einfanden, schaut am Samstag beim Spiel um Platz drei gegen Uruguay ein einzelner Mensch auf das noch schwach im Sonnenlicht schimmernde Bild.

Dass gar so wenig los ist, kann Alfred Frank, der bisher einzige Gast, auch nicht verstehen. Eine halbe Stunde vor Anpfiff ist auch Martina Heigel, im Deutschlandtrikot und Fahnenkettchen, erschienen. "Ich war jedes Mal beim Public Viewing, denn die Stimmung hier auf dem Marktplatz war bisher immer super, außer bei der letzten Niederlage", so Heigel, die sich in die erste Reihe setzt. Über den Stellenwert des "kleinen Finales" gehen auch in Dinkelscherben die Meinungen auseinander. "Es zählt nur Gold", meint Markus Scherer. Stefan Perkl findet "den Platz 3 immer noch besser, als in der Vorrunde auszuscheiden". Christoph Schreiner kauft sich ein Bier und meint: "Der Ausgang ist mir eigentlich egal, aber immerhin dürfen heute die Auswechselspieler einmal spielen." Rochus Stiegler tippt auf einen 2:0-Sieg und geht zielstrebig zur Fußballwette. Deren Erlös spendet die Junge Kultur für einen guten Zweck.

Freudige Anspannung fehlt zunächst

Erst am Ende kommt Spannung auf

Zum Anpfiff sind nun fast alle Bänke besetzt; doch die Stimmung ist ganz anders als bei den vorigen Spielen. Es fehlt die freudige Anspannung. Michael Schubert ruft: "Wenn wir heute verlieren, dann grill ich diese Krake."

Doch in der zweiten Halbzeit, als Uruguay mit 1:2 in Führung geht, sind sie wieder da, die Spannung und die Euphorie, welche die Stimmung beim Public Viewing so einzigartig machen. Nun wird bei jedem Torschuss mitgezittert, angefeuert und gejubelt. Als Deutschland durch Sami Khedira mit 3:2 den Siegestreffer erzielt, ist die Freude groß. Mit dem Abpfiff kommt der Siegesjubel, und einige Autocorsos ziehen vorbei. Glück für die Krake Paul, die mit ihrer Prophezeiung wieder einmal Recht behielt und nicht von Michael Schubert gegrillt wird.

"Die Jungs haben eine gute WM gespielt", resümiert Alfred Frank, und Rochus Stiegler, der mit seiner Fußballwette nicht ganz richtig lag, lächelt und meint: "Stark angefangen, stark nachgelassen und wieder stark aufgehört. Kämpferisch gewonnen." Sehr schnell leert sich der Marktplatz wieder, auch Martina Heigel ist schon weg. Anton Mauerer sitzt noch als einer der wenigen vor der Leinwand und sieht sich die Siegerehrung an. Von Michael Kalb

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