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Sport

11.05.2020

„Erst gar nichts, dann viel zu plötzlich!“

Auch Fußballer dürfen ab dem heutigen Montag wieder in Kleingruppen trainieren. Die Vereine wurden von dieser Mitteilung völlig überrascht.
Bild: Ralf Lienert

Nach Tennis und Golf dürfen auch Fußballer wieder beginnen. Das gefällt nicht jedem

Vor dem Hintergrund der Corona-Einschränkungen war für fast alle Landkreis-Sportler Homeoffice angesagt, allenfalls Joggen war erlaubt. Ab dem heutigen Montag gelten in Bayern erste Erleichterungen, wovon Freiluftsportarten wie Tennis, Segeln, Rudern, Reiten (auch in der Halle) oder Leichtathletik profitieren. Einzelsport an der frischen Luft wird unter Auflagen wieder erlaubt. Auch Golfen ist nun in Bayern wieder möglich. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel schlug am späten Freitagabend die Nachricht ein, dass auch Fußballer wieder in Kleingruppen trainieren dürfen – mit Abstand zueinander und unter Hygieneauflagen, was die Sache kompliziert macht.

Während die Tennisspieler und Golfer genügend Zeit hatten, sich auf den vorsichtigen Wiedereinstieg vorzubereiten, wurden die Fußballer von der Ankündigung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), der die Saison bis 31. August ausgesetzt hat, völlig überrumpelt. „Wahnsinn“, stöhnte Torsten Vrazic. „Erst geht bis 31. August gar nichts, dann dieser Schnellschuss. Ich komme mir langsam ver....scht vor“, echauffiert sich der Abteilungsleiter des TSV Meitingen, bei dem noch in der Nacht das Telefon heiß lief. „Wann können wir wieder auf den Platz?“, lautete die wichtigste Frage zahlreicher Jugendtrainer. Antwort: „Zunächst einmal gar nicht! Die Plätze sind bis zur Beschaffung der nötigen Utensilien und dem Aufstellen der Regeln gesperrt!“ Zusammen mit der Jugendleitung werde man in einer Notsitzung die dazu benötigten Beschlüsse fassen, und dann die Regeln an die jeweiligen Mannschaften weitergeben. „Es darf jetzt auf keinen Fall ein ungeordneter Zustand einkehren, sonst wird man wieder gezwungen sein, die Plätze zu sperren“, so Vrazic. „Wir machen das alles mit Bedacht und hinterfragen die Sinnhaftigkeit.“ Völlig unsinnig die Aktion eines Unbekannten, der trotz aller Verbote in der Nacht zum Sonntag die gesperrten Plätze mit dem Auto befahren und tiefe Spuren im satten Grün hinterlassen hat.

Auch beim TSV Dinkelscherben geht man die Sache langsam an. „Wir werden die kommende Woche nutzen, um uns mit der Gemeinde abzustimmen, inwiefern es noch Auflagen von deren Seite gibt“, sagt Abteilungsleiter Martin Mehr. Des Weiteren nutze man die nächsten Tage, um sich mit den anderen TSV-Abteilungen abzustimmen. „Schließlich ist derzeit Sport nur an der frischen Luft erlaubt und darum müssen wir auch die Hallensportarten irgendwie auf unserem Sportgelände unterbringen. Das müssen wir noch koordinieren.“ Mehr geht davon aus, dass dann nächste Woche mit dem Kleingruppentraining begonnen werden kann.

Völlig perplex zeigte sich auch Klaus Assum, Abteilungsleiter beim TSV Gersthofen. „Erst geht gar nichts, dann alles viel zu plötzlich. Langsam werde ich sauer!“, hätte er sich vom Fußballverband mehr Transparenz erwartet. „Seit Samstag haben wir eine Konferenz nach der anderen, wie wir das generalstabsmäßig vorbereiten. Die Umsetzung der Vorgaben ist gar nicht so einfach. Ein Riesenaufwand.“ Fast 20 Juniorenmannschaften hat der TSV Gersthofen am Start. Da wartet auf die Jugendleiter Stefan Holler und Rico Kornisch noch eine große Herausforderung. Assum rechnet, dass es bis nächste Woche dauern kann, ehe der erste Ball rollen wird.

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