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Landkreis Augsburg

26.01.2021

Erste Bilanz im Gablinger Corona-Impfzentrum: 600 Spritzen an zwei Tagen

Viel Betrieb herrscht jetzt auf dem Parkplatz des Impfzentrums für den Landkreis Augsburg in Gablingen. Montag und Dienstag wurden jeden Tag 300 Personen gegen Corona geimpft.
Foto: Marcus Merk

Plus Eine Woche später als geplant kann im Impfzentrum in Gablingen gearbeitet werden. Pro Stunde werden 37 Impfungen gesetzt. Dem Landrat wären noch mehr lieber.

Endlich - seit Montag können sich auch im Impfzentrum des Landkreises Augsburg über 80-Jährige impfen lassen. Nachdem der Start zunächst um eine Woche verschoben werden musste, weil nicht ausreichend Impfstoff vorhanden war, sind bis Dienstagabend schon 600 alte Menschen dort an die Reihe gekommen. Bis nächsten Dienstag sollen jeden Tag weitere 150 ihre erste von zwei nötigen Impfungen bekommen. Hinzu kommen bis dahin täglich 250 weitere Impfungen von den mobilen Teams in den Pflegeheimen. Dort geht es inzwischen um die Zweitimpfung, mit der ein wirksamer Schutz gegen das Coronavirus erreicht werden soll. Sie soll rund drei Wochen nach der ersten Impfung erfolgen.

Wie berichtet, hat das Landratsamt inzwischen 3300 von insgesamt 16.000 Frauen und Männer im Alter über 80 Jahren angeschrieben, die gemäß der geltenden Richtlinien jetzt geimpft werden sollen. Die Auswahl erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Wann die nächste Gruppe an der Reihe sein wird, kann der Leiter des Landratsamts, Michael Püschel, heute noch nicht mit Sicherheit sagen. Wie bisher werde auch das vor allem von den Lieferungen an Impfdosen abhängen, die dem Landkreis zugeteilt werden. Möglicherweise würde die nächste Gruppe an über 80-Jährigen in etwa zwei Wochen angeschrieben, so Püschel. "Wir hangeln uns von Woche zu Woche", erinnert er an die Schwierigkeiten, die es mit der Lieferung des Impfstoffs in der gesamten Europäischen Union gibt. "Die Knappheit gibt es überall."

Gablingen: Jede Stunde gibt es 37 Impfungen gegen Corona

Im Moment werden im Impfzentrum in Gablingen jede Stunde 37 Impfungen vorgenommen. Damit die Menschen dort nicht in der Kälte warten müssen, hat das Landratsamt neben dem schon vorhandenen Wartebereich ein beheiztes Zelt aufgebaut, damit niemand im Schnee stehen muss. Da der Platz rund um das Impfzentrum begrenzt ist, bittet das Landratsamt, möglichst pünktlich zum vereinbarten Termin zu kommen, maximal 15 Minuten zuvor.

Weil der bislang verfügbare Impfstoff gegen das Coronavirus so schwierig aufzubewahren ist, wird bislang nur in speziell ausgerüsteten Impfzentren geimpft.
Foto: Marcus Merk

Wer nicht mit dem Auto kommen kann oder will, für den werde gerade in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gablingen ein Shuttlebus-Service vom Bahnhof zum Impfzentrum und zurück während der Öffnungszeiten eingerichtet, teilt das Landratsamt mit. Der Bus soll nicht zu festen Zeiten, sondern nach Bedarf fahren. Bislang jedoch, so das Landratsamt in einer Pressemitteilung, habe jedoch noch niemand nach solch einem Bus gefragt.

Impfzentrum: Landrat Sailer spricht von einem "reibungslosen Start"

Angesichts der bislang erfolgten 600 Impfungen in Gablingen und den weiteren vereinbarten Terminen freut sich Landrat Martin Sailer über den "reibungslosen Start". Lieber wäre ihm jedoch, die vorhandenen Kapazitäten in den Zentrum könnten auch genutzt werden. Fehlte nicht der Impfstoff. Diese Summe sei in Hinblick auf die Gesamtzahl der zu Impfenden zwar alles andere als befriedigend, aber immerhin ein Anfang, so der Landrat weiter. Zudem plant der Landkreis einen weiteren Service: Wer über 80 Jahre alt ist, aber nicht mehr selbst zum Impfzentrum kommen kann, der soll demnächst nach Terminabsprache von einem mobilen Impfteam besucht werden.

Der Corona-Impfstoff des Hersteller Biontech-Pfizer muss bei genau bestimmten Temperaturen aufbewahrt werden.
Foto: Marcus Merk

Doch vor der Impfung steht die Anmeldung. Die hat beispielsweise bei Hubert Kaiser aus Gablingen noch nicht geklappt. Der 86-Jährige hatte es am Samstag, als die Telefonnummer für die Anmeldung freigeschaltet wurde, zweimal probiert, war jedoch über die Warteschleife nicht hinausgekommen. Einmal hatte er sogar 40 Minuten gewartet. Michael Püschel weiß, dass es diese Schwierigkeiten am Samstag, vor allem am Vormittag, gegeben habe. Immerhin haben sich seitdem 1000 Frauen und Männer für eine Impfung angemeldet.

Landratsamt Augsburg: Nur noch kurze Wartezeiten bei der Anmeldung

Inzwischen seien die Wartezeiten im Durchschnitt nur noch wenige Minuten lang. Nach der Anmeldung ruft das Amt zurück, um den Impftermin durchzugeben. Und da müsse sich niemand sorgen machen, diesen wichtigen Anruf zu versäumen, so ein Sprecher des Landratsamts: Man könne sowohl die Nummer eines Mobiltelefons angeben als auch mit einer Nachricht auf dem Anrufbeantworter rechnen.

Info: Corona-Impfung: Antrag auf Einzelfallentscheidung

Nicht allein die erste Gruppe der über 80-Jährigen, die nicht in einem Pflegeheim lebt, kann sich inzwischen zur Corona-Impfung in Gablingen anmelden. Als eine der ersten Kreisverwaltungsbehörden in ganz Bayern hat der Landkreis Augsburg bereits vergangene Woche eine Einzelfallkommission eingerichtet, die sich in wöchentlichen Sitzungen in medizinischer und rechtlicher Sicht objektiv damit auseinandersetzt, ob in bestimmten Fällen eine vorgezogene Impfung möglich ist. Diese neu eingerichtete Einzelfallkommission entscheidet nach den Vorgaben des Bundes und ist über mehrere Wege erreichbar:

  • per E-Mail an einzelfall@LRA-a.bayern.de
  • auf dem Postweg an Staatliches Gesundheitsamt - Einzelfallkommission, Prinzregentenplatz 4, 86150 Augsburg
  • per Fax an 0821/3102-1101.

Neben den kompletten Kontaktdaten wird eine stichhaltige Beschreibung der individuellen Umstände erwartet, nach denen eine Einzelfalleinstufung infrage kommen könnte. (AZ)

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