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Landkreis Augsburg

14.03.2018

Erzieherinnen dringend gesucht

In vielen Kitas fehlen Erzieher und Kinderpfleger. (Symbolbild)
Bild: Alexander Kaya

Viele Kindertageseinrichtungen im Landkreis brauchen Personal. Warum so viele Stellen unbesetzt sind und was die Träger dagegen tun können.

„Bitte lassen Sie Ihr Kind nach Möglichkeit zu Hause!“ Das haben Eltern in letzter Zeit öfters gehört und gelesen. Zum Beispiel im Kinderhaus Emersacker und im Diedorfer Hort. Der Grund: Personalmangel in den Kindertagesstätten. Oft fallen Erzieherinnen oder Kinderpflegerinnen kurzfristig aus, so schnell gibt es dann keinen Ersatz. Mancherorts wird deshalb sogar überlegt, ob die Eltern nicht bei der Betreuung helfen können.

Der Personalmangel werde sich in Zukunft noch verschärfen, sagt Angelika Steinbrecher, Teamleiterin Kindertagesbetreuung im Landratsamt: „Die Nachfrage an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren, im Kindergarten- und Schulkindalter ist kontinuierlich steigend und somit auch der Bedarf an qualifiziertem pädagogischen Personal.“ In der Region suchen derzeit viele Einrichtungen Personal, oft „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, das zeigt ein Blick in die Stellenausschreibungen: der Kindergarten St. Simpert Dinkelscherben, das Kinderhaus Emersacker, die Kindertagesstätte St. Georg Westendorf und das Montessori Kinderhaus Meitingen zum Beispiel. Der Horgauer Kindergarten St. Martin hat gleich mehrere Erzieherinnen- und Kinderpflegerinnen-Stellen in Voll- und Teilzeit ausgeschrieben. Dort sind drei Stellen unbesetzt, außerdem steht in der Kita die Erweiterung um eine sechste Gruppe an.

Viele Schwangere bekommen sofort ein Beschäftigungsverbot

Wie viele vakante Stellen es in den Kindertagesstätten im Landkreis gibt, das kann das Landratsamt nicht sagen. Für die Träger sei es nämlich seit Anfang 2017 nicht mehr verpflichtend, Fehlzeiten von Personal in das gesetzlich vorgegebenen Förderprogramm KiBiG.web einzutragen, erklärt Steinbrecher. Die Problematik zeige sich aber derzeit in vielen Einrichtungen und sei trägerunabhängig.

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Für die personellen Engpässe gibt es viele Gründe. Angelika Steinbrecher zählt auf:

  • Personal fällt häufig kurzfristig aus, zum Beispiel durch Krankheit. Bei einer Schwangerschaft bekommen Betreuerinnen oft ein sofortiges Beschäftigungsverbot, wenn sie keinen ausreichenden Immunschutz haben.
  • Die Betriebskostenförderung, auch für das Personal, orientiert sich an den Buchungszeiten der Eltern. Die Arbeitszeiten variieren dadurch, oft muss das Personal sehr flexibel sein.
  • Die Anforderungen an Pädagogen steigen in vielen Bereichen, zum Beispiel bei der Bildung, Erziehung und Betreuung von unter Dreijährigen, der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, der Inklusion von Kindern mit (drohender) Behinderung, der Kooperation mit weiterführenden Bildungsinstitutionen und der Stärkung von Elternkompetenzen.
  • Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ist höher als das Angebot.

Springer und Tagesmütter könnten helfen

Was also könnten Gemeinden und Kita-Träger tun, um die personellen Engpässe zu lösen? Steinbrecher schlägt vor, durch den Einsatz von „Springerkräften“ Personalpuffer zu schaffen. Außerdem könnte der Betreuungsbedarf auch durch Tagesmütter oder andere Betreuungsangebote im Ort gedeckt werden. Und dann nennt Steinbrecher noch einen weiteren Punkt: Das Berufs- und Arbeitsfeld Kita soll attraktiver werden. Dabei gehe es zum Beispiel um eine Weiterentwicklung der Ausbildung, die finanzielle und räumliche Ausstattung der Einrichtungen und eine Verbesserung der Personal- und Organisationsentwicklung.

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