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Ustersbach-Mödishoifen

23.11.2019

„Es geht nicht um Helden, sondern um Zeugen“

Fahnenabordnungen begleiteten die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum des Krieger- und Soldatenvereins Ustersbach-Mödishofen. Unser Bild zeigt die Aufwartung nach dem Festgottesdienst vor dem Kriegerdenkmal. 
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Fahnenabordnungen begleiteten die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum des Krieger- und Soldatenvereins Ustersbach-Mödishofen. Unser Bild zeigt die Aufwartung nach dem Festgottesdienst vor dem Kriegerdenkmal. 
Foto: Anita Wagner

100-Jahr-Feier des Krieger- und Soldatenvereins Ustersbach-Mödishofen mit vielen Ehrungen. Eine Botschaft: Frieden entstehe nicht durch Verträge.

Mehr als 70 Jahre Frieden in Deutschland, das sei keine Selbstverständlichkeit. Daran erinnerte der Vorsitzende des Krieger- und Soldatenvereins (KSV) Ustersbach-Mödishofen, Michael Holl, bei der 100-Jahr-Feier seiner Organisation im Forum. Dabei ging er nicht auf die Politiker ein, die Friedensverträge unterzeichnet hatten, sondern in erster Linie auf die Soldaten.

Der Armeeangehörige sei der „kleine Mann des Volkes“. Er hätte entscheidend mit dazu beigetragen, diesen Frieden zu bewahren und zu sichern. Die Soldaten seien es auch gewesen, die auf dem Weg zum Frieden ihr Leben eingesetzt und nicht selten dabei auch verloren haben. „Die Erinnerung an diese Soldaten hat sich unser Verein unter anderem zur Aufgabe gemacht“, betonte Holl.

Bürgermeister Willi Reiter ging einen Schritt weiter: „Heute geht es kaum noch um Helden, sondern um Zeugen. Es geht nicht um den Krieg, es geht um den Frieden und dessen Bewahrung. Und wir gedenken der Menschen und der Opfer, die Widerstand gegen Gewalt, Hass und Unmenschlichkeit geleistet haben wie beispielsweise der in Ustersbach verstorbene Theodor Haecker.“

Tod und Terror sind noch immer bittere Realität

Tod und Terror seien leider noch immer bittere Realität. „Es toben schreckliche Kämpfe, Menschenrechte werden mit Füßen getreten.“ Mit dem Fall der Mauer sei bei uns das letzte traurige Kapitel des Zweiten Weltkriegs abgeschlossen worden, erinnerte Reiter. Das Gemeindeoberhaupt verwies auch auf das legitime Recht auf Nationalbewusstsein. „Aber wir dürfen ein Nationalbewusstsein niemals in einen Nationalismus abdriften lassen, der für das eigene Volk Rechte in Anspruch nimmt, die die Rechte anderer Völker verletzen“, verdeutlichte er.

Breiten Raum nahmen die Ehrungen ein. Albert Völk und Anton Lochbronner wurden für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit (jeweils 67 Jahre) ausgezeichnet und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Sie sind die beiden letzten lebenden Kriegsteilnehmer aus Ustersbach.

Ebenfalls für ihre lange Vereinszugehörigkeit wurden Werner Biber, Peter Braun, Alfons Hartmuth, Erhard Holl, Franz Kastner, Erwin Schmid, Fritz Schuster, Peter Seitz, Franz Unverdorben und Xaver Wiedemann geehrt. Darüber hinaus wurde Leo Schropp Anerkennung für besondere Leistungen ausgesprochen. Er ist seit 36 Jahre Fahnenträger des Vereins.

Interessantes gab es auch nach dem Festakt. Hannes Völk wartete im Pfarrheim mit einer Präsentation auf. Sie beinhaltete die Kriegstagebücher des Ustersbacher Krankenträgers Josef Völk im Ersten Weltkrieg.

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