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Kutzenhausen

28.07.2020

Es geht voran: Treffpunkt für Vereine in Kutzenhausen

Mehrere Ortsvereine favorisieren die alte Metzgerei in Kutzenhausen als Vereinsheim. Nun legten Vereinsvertreter dem Gemeinderat dafür ein Konzept vor.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Plus Ein ehemaliger Handwerksbetrieb soll zum Treffpunkt für Vereine in Kutzenhausen werden. Es wurde emotional diskutiert.

Das sei ein erster wichtiger Schritt in Richtung eigenes Domizil. So wertete der Vorsitzende des Heimatvereins, Claus Schneider, erfreut die Entscheidung des Gemeinderats auf seiner jüngsten Sitzung zur Nutzungsänderung des ehemaligen Metzgereigebäudes in ein Vereinsheim. Rund eine Stunde debattierte das Gremium teilweise emotional über das von Vereinsvertretern vorgestellte Konzept.

Auf Bernhard Mayer entfiel dabei der Part, den Istzustand des Gebäudes und die Kosten für den Umbau und die Nutzung zu reflektieren. Er übernimmt die Koordination des Projekts für die Vereine. Das frühere Metzgereigebäude in der Ortsmitte in der Augsburger Straße sei massiv und in gutem Zustand, teilte er dem Gremium mit. Was fehle, sei vor allem eine energetische Sanierung, eine Heizung und Lüftung. Mayer verdeutlichte, dass der Umbau überwiegend von Vereinsmitgliedern durchgeführt werde. „Dafür haben bislang 56 Personen 4300 Stunden an Eigenleistungen zugesagt.“ Die Kosten, die geschultert werden müssen, schätze er grob auf unter 150000 Euro.

Feuerwehr, Wasserwacht, Heimatverein und andere sind dabei

Claus Schneider informierte, wer hinter dem Projekt steht: „Mit dabei sind die Feuerwehr, der Heimatverein, die Wasserwacht, der Oldtimerverein, der Veteranen- und Soldatenkameradschaftsverein, die Musicalfans, die Eltern/Kind-Gruppe und die Jagdgenossenschaft.“ Diese Vereine und Gruppierungen stünden für rund 600 Personen.

Florian Eisenbarth von der Feuerwehr erläuterte mit einer Powerpoint-Präsentation weitere Einzelheiten. „Unser Plan sieht vor, das vorlaufende Dach zu schließen und damit einen Eingangsbereich zu schaffen. Das Raumkonzept beinhaltet einen großen Versammlungssaal, eine Theke mit Sitzecke, eine Lagerfläche, eine Küchenzeile und Toiletten.“ Damit sei eine Aufwertung des Dorfkerns verbunden sowie eine künftige Wertsteigerung des Hauses zugunsten der Gemeinde. Um der dortigen Hochwasserproblematik entgegenzutreten, soll der Boden sicherheitshalber um 30 Zentimeter erhöht werden. „Die beteiligten Vereine wünschen nun ein Signal von der Gemeinde, um das Vereinsheim in Angriff zu nehmen“, forderte Bernhard Mayer.

Die Ortsmitte von Kutzenhausen soll sich entwickeln

Ein Blick auf den aktuellen Stand: Im Sanierungsgebiet „Ortskern Kutzenhausen“ ist das Areal als Potenzialfläche zur Schaffung eines Dorfmittelpunkts ausgewiesen. Für das Grundstück ist im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung die Sanierung des Stadels, die Neuordnung und Neugestaltung des Dorfplatzes und die Herstellung eines offenen Grabens vorgesehen. Die nun gewünschte Nutzungsänderung der ehemaligen Metzgerei lasse sich in ein abgestimmtes Konzept integrieren, meinte Bürgermeister Andreas Weißenbrunner.

Ein von der Gemeinde beauftragtes Architekturbüro hatte in der Vergangenheit bereits Vorentwürfe für die Gestaltung einer Ortsmitte erarbeitet. In diesen war auch der Erhalt der früheren Metzgerei enthalten, ohne jedoch eine Nutzung zu benennen. Das Gebäude befindet sich im Eigentum der Gemeinde.

Was ist mit der Mutter/Kind-Gruppe in Kutzenhausen?

Die Konzeptpräsentation entfachte bei den Gemeinderäten quer durch alle Fraktionen eine lebhafte Debatte. Gemeinderätin Sabine Eder-Miller ( Freie Wähler Kutzenhausen) wollte beispielsweise unter anderem wissen, wo konkret der Raum für die Mutter/Kind-Gruppe sei und was mit dem feuchten Keller gemacht werde. Martin Mayr (CSU) vermisste die Konkretisierung des künftigen Dorfplatzes. Er wolle zuerst ein Gesamtkonzept und erst dann die Ausrichtung eines Vereinsheims. Ähnlich äußerte sich Johann Rößle sen. (Freie Wähler Kutzenhausen). Auch er plädierte, ebenso wie Franz Bossek (Bündnis 90/Die Grünen), für ein umfassendes Konzept. Beide sprachen sich gleichzeitig aber für die Notwendigkeit eines Vereinsheims aus.

Georg Rapp jun. (Freie Wählerschaft) erinnerte an den Hochwasserschutz. Man solle zuerst diese Ergebnisse abwarten und dann schauen, ob dort ein Vereinsheim überhaupt entstehen könne. Rupert Kugelbrey (Unabhängige Gesamtgemeinde) verwies darauf, dass der Dorfplatz schon seit zwölf Jahren ein Thema sei. Er verlangte ein konkretes und schrittweises Vorgehen. Andere befürworteten wiederum, das bisherige Architekturbüro mit ins Boot zu nehmen. Unisono wurde darüber hinaus vom Gremium eine genaue Kostenplanung von den Vereinen für das Gebäude gefordert. Trotz zahlreicher Meinungen war der Beschluss einstimmig. Der Gemeinderat votierte dafür, dass die frühere Metzgerei den Ortsvereinen als künftiges Vereinsheim zur Verfügung gestellt werden solle. Voraussetzung hierfür sei eine detaillierte Kostenplanung vonseiten der Vereine. Die Nutzungsänderung dürfe das Konzept der Gemeinde nicht zuwiderlaufen. Zudem sei das Vorhaben vorab mit dem Landratsamt zu klären.

Mit diesem Resultat konnten die Vereine anscheinend leben. „Wir haben gewusst, dass es ein schwieriger Weg wird“, resümierte Claus Schneider. Jetzt sei jedoch der Anfang zum eigenen Vereinsheim gemacht worden. Auch Bernhard Mayer meinte unmittelbar nach der Sitzung, dass die Sache gut anlaufe.

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