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Bevölkerung

10.02.2015

Es gibt wieder mehr Babys

Der Landkreis Augsburg wächst. Und der Anteil der Kinder und Jugendlichen schrumpft

„Ich bin der Babysitter von der ganzen Stadt. Und weiß, dass eins der Babys schon ein Hobby hat. Es singt so gern den Babysitter-Boogie-Woogie Song...“

Es war Anfang der 1960er-Jahre, als Ralf Bendix mit seinem Babysitter-Boogie ein bis heute währender Ohrwurm gelang. Das Thema war damals schier allgegenwärtig. In Deutschland erblickten die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge reihenweise das Licht der Welt – 1964 ging als das geburtenstärkste Jahr in die Geschichte ein – und Babysitter waren gefragt.

Nun, rund 50 Jahre später, nähern sich die Babys, die Bendix besang, Schritt für Schritt dem Rentenalter und der Nachwuchs ist deutlich spärlicher vorhanden. Diese demografische Entwicklung lässt sich auch an der Zusammensetzung der Bevölkerung im Landkreis Augsburg ablesen. Dort liegt der Anteil der unter 18-Jährigen an der Einwohnerschaft inzwischen bei 17,4 Prozent. Zu Beginn des Jahrzehnts waren es noch 18,5 Prozent. Bayernweit liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Bevölkerung nur noch bei 16,3 Prozent.

Das ist der aktuellen Sozialraumanalyse zu entnehmen, welche gestern im Jugendhilfeausschuss des Landkreises vorgestellt wurde. Das Werk enthält eine Fülle von Daten unter anderem über die Zusammensetzung der Einwohner in allen 46 Städten und Gemeinden des Landkreises.

In dem Zahlenwerk spiegeln sich viele aktuelle Entwicklungen wider – zum Beispiel der Anstieg der Mieten und Immobilienpreise rund um Augsburg. Laut Hannes Neumeier, Fachbereichsleiter am Jugendamt im Landratsamt, lässt sich im so genannten Speckgürtel von Augsburg ein deutlicher Rückgang des Anteils an Kindern und Jugendlichen feststellen. Neusäß, Stadtbergen, Diedorf und Königsbrunn haben inzwischen Werte von weniger als 17 Prozent.

Noch deutlicher macht eine andere Statistik die ungleiche Verteilung der Familien. In den sechs Städten des Landkreises leben nur in jedem dritten Haushalt Kinder – wenn es gut geht. In Neusäß, Stadtbergen und Gersthofen sind es sogar weniger als 32 Prozent. Häufiger anzutreffen sind Familien mit Kindern in den kleinen Orten im Norden und Südwesten des Landkreises. In Ellgau leben in über 55 Prozent der Haushalte Kinder, in Allmannshofen in fast jedem zweiten, ebenso im kleinen Staudenort Walkertshofen.

Neumeier, der die Sozialraumanalysen seit Jahren fachlich begleitet und auch in Stadt- und Gemeinderäten vorstellt, appellierte gestern wieder an die Kommunen, für junge Familien preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen und so den Weg für den Zuzug von Menschen zu ebnen.

Dass die Einwohnerzahl des Landkreises wieder wächst, belegen die aktuell verfügbaren Zahlen. Im Frühjahr 2014 lebten im Augsburger Land über 241000 Menschen – rund 1000 mehr als vor fünf Jahren. Ab 2009 war es bevölkerungsmäßig abwärts gegangen: Drei Jahre später war die Einwohnerzahl auf 239000 gesunken. Jetzt aber ist ein Aufwärtstrend zu spüren und das liegt auch an den Geburten. Im vergangenen Jahr kamen wieder mehr als 2000 neue Landkreisbürger zur Welt. Erstmals seit Jahren ist laut Neumeier auch die Geburtenzahl pro Frau „signifikant gestiegen“. Lag diese lang bei einem Wert von 1,35, so waren es zuletzt 1,46.

Der uralte Babysitter-Boogie von Ralf Bendix – er scheint wieder das Zeug zum Hit zu haben.

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