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Rückblick

23.05.2015

Es war ein „aufregendes Jahr“

Christian Baur (links) und Anita Dieminger begrüßen den Referenten Wolf von Fabeck.
Bild: Sonja Diller

Die Bürgerinitiative „Megatrasse-VG-Nordendorf“ besteht seit zwölf Monaten und zeigt auf, wie die Energiewende gelingen könnte

Zum einjährigen Bestehen hatte die Bürgerinitative Megatrasse-VG-Nordendorf eingeladen. Gegner des Stromtrassenbaus aus ganz Nordbayern kamen ins Bürgerhaus Nordendorf, um ihre Solidarität zu zeigen. Vertreter von zehn Bürgerinitiativen und interessierte Bürger, Bürgermeister Manfred Schafnitzel aus Ellgau und der Freie-Wähler Gemeinderat Fabian Mehring aus Meitingen waren dabei.

BI-Sprecherin Anita Dieminger hätte jedoch gerne mehr Politiker begrüßt. Es hätte aus verständlichen Termingründen einige Absagen gegeben, doch wären Eingeladene wie Landrat Martin Sailer oder auch der Meitinger Bürgermeister Michael Higl ohne jegliche Rückmeldung einfach gar nicht erschienen, sagte Dieminger. Das lasse auf einen bedauerlichen Mangel an Interesse am Thema schließen, meinte sie.

Beim Rückblick auf ein „aufregendes Jahr“ zählte Dieminger eine Vielzahl von Aktivitäten auf. Bei Großdemos in Nürnberg und Pegnitz war die Bürgerinitiative mitten drin. Außerdem habe die Gruppe an Energiedialogen teilgenommen und viele Gespräche mit Medienvertretern geführt. Man sei vorwiegend ernst genommen, aber auch mal einfach vor die Tür gesetzt worden, wie bei der Messe „Mega“ in Meitingen. Ohne Ankündigung oder Begründung wäre die bestätigte Standreservierung vom Veranstalter einfach abgesagt worden. „Das hat uns aber nicht aufgehalten“, so Dieminger. An ihrem eilig auf die Beine gestellten Alternativstand außerhalb des offiziellen Messegeländes erkundigten sich viele Besucher nach dem aktuellen Stand der Dinge und es hätten zahlreiche Gespräche stattfinden können.

Viele Unterschriften gegen den Netzentwicklungsplan

„Die Menschen sind interessiert und möchten Informationen, um sich selbst ein Bild machen zu können“, ist Dieminger überzeugt. Das hätte sich bei der Unterschriftenaktion gegen den neuen Netzentwicklungsplan gezeigt. Vier Mal mehr Unterschriften als gegen den ersten Plan, nämlich 655 Signaturen, konnte die BI einsammeln.

„Wir sind keine Wutbürger, die einfach keinen großen Strommasten vor der Haustüre haben wollen“, wehren sich die BI Mitglieder gegen ein Schubladendenken, „doch Stromtrassen und Energiewende passen nicht zusammen“, sei die klare Erkenntnis nach einem Jahr intensiver Beschäftigung mit dem Thema.

Dazu hatte der Referent des Abends, der Solar-Aktivist der ersten Stunde und Gründer des Solarenergie-Fördervereins Deutschland Wolf von Fabeck, seine ganz eigene Meinung.

Man stehe am Scheideweg des Ausstiegs aus der Atomenergie. Der Bau von Fernübertragungsleitungen weise lediglich den Weg vom Atom zum Kohlestrom. Nur die Investition von Kapital und volkswirtschaftlicher Anstrengungen in die Speichertechnologie könne den Energiewandel, so wie er geplant war, garantieren.

Stromnetze könnten nur dann die Versorgung sichern, wenn ununterbrochen Strom eingespeist wird, was mit Windparks aber nicht machbar sei. Dezentrale Erzeugung und Speicherung der Energiereserven in Kombination mit der Wiedereinführung gewinnbringender Vergütungen für Solar- und Windstrom seien laut Fabeck die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Energiewende.

Im Internet informieren die Initiativen und der Solarförderverein unter

www.megatrasse-lech.info

www.sfv.de

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