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Gersthofen

01.07.2010

Ex-Couch-Potato Philipp Rogg unter Strom

Unter Strom

Mineralwasser statt Bier, Seilspringen statt auf dem Sofa liegen. Seit vier Wochen befindet sich Philipp Rogg im Aufbautraining für den 44. Gersthofer Silvesterlauf am 31. Dezember dieses Jahres. Von Oliver Reiser

Gersthofen. Mineralwasser statt Bier, Seilspringen statt auf dem Sofa liegen. Seit vier Wochen befindet sich Philipp Rogg im Aufbautraining für den 44. Gersthofer Silvesterlauf am 31. Dezember dieses Jahres.

"Es macht tierisch Spaß! Ich habe es noch keine Sekunde bereut", sagt der Außendienst-Verkäufer, der bei fast jedem Kundenbesuch auf diese Aktion unserer Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Sportstudio physioprint angesprochen wird. Sieben Kilo hat der 36-Jährige schon abgenommen, obwohl er noch keinen einzigen Schritt gelaufen ist. "Die Fußballweltmeisterschaft macht mir derzeit zu schaffen.

Da trinkt man schon mal ein Bierchen und isst ein Steak vom Grill", berichtet Philipp Rogg. "Das Gewicht steht für uns gar nicht im Vordergrund, das sinkt so nebenbei", entgegnet Sportwissenschaftler Oliver Hein. Die jüngste Messung hat an den Tag gebracht, dass sich Roggs Körperfettanteil von 29 auf 23 Prozent gravierend reduziert hat. "Und das bei gerade zweimal 30 Minuten Training pro Woche", sagt Hein, der bisher das Hauptaugenmerk darauf gelegt hat, die Muskulatur seines Schützlings aus dem Winterschlaf zu erwecken. Zweimal in der Woche ist dazu Ganzkörpertraining angesagt.

Ex-Couch-Potato Philipp Rogg unter Strom

Das geschieht mittels EMS-Training (Elektro-Muskel-Stimulationstraining). Dazu bekommt Philipp Rogg einen Spezialanzug verpasst, der mit Elektroden versehen ist. Diese geben Spannung an den Körper ab. Stärke, Dauer und Frequenz können individuell reguliert werden. Durch Stromimpulse im Milli-Ampere-Bereich kontrahieren die Muskeln und werden so in Kombination mit verschiedenen Bewegungen trainiert. "Das ist die Vorstufe zum elektrischen Stuhl", flachst Philipp Rogg, als ihn Hein verkabelt. "Quatsch. Es kitzelt ein bisschen, und wenn man es gewöhnt ist, stellt man den Strom sogar stärker ein."

Am Ende des Trainings gibt es ein Stoffwechselprogramm mit regelmäßig pulsierendem Strom, um die Regeneration zu beschleunigen und die Muskulatur zu entspannen, Muskelkater vorzubeugen. "Ich habe Muskeln entdeckt, von denen ich bisher gar nicht gewusst habe, dass ich die habe", konstatiert Rogg.

"Erstes Ziel ist es, dass Philipp durch das Krafttraining so fit wird, dass ihm das Laufen von Beginn an leicht fällt und er daran Spaß hat", erklärt Hein. Deshalb die Hausaufgabe: Fünfmal täglich 30 Sekunden Seilspringen. Hein: "Das regt Herz und Kreislauf an, bereitet Muskeln, Sehnen und Bänder auf die Belastung vor und man landet automatisch auf dem Fußballen - so wie wir das beim Laufen wollen." Im nächsten Schritt soll die Ernährung umgestellt werden. Dazu will Oliver Hein den Kühlschrank im Hause Rogg unter die Lupe nehmen. Bei diesem Gedanken zittert Philipp Rogg, als wenn gerade wieder Stromstöße durch seinen Körper jagen würden.

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