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Räude

30.10.2018

Experte: Kranker Fuchs in Bonstetten ist hochansteckend

Schlechte Karten habe Füchse, die sich mit der Räude angesteckt haben. Bei Wildtieren endet Räude meist tödlich.
Bild: Hubert Waizenegger (Archiv)

In Bonstetten (Kreis Augsburg) ist ein an Räude erkrankter Fuchs entkommen. Bei Kontakt mit dem Tier können nicht nur Hunde und Katzen erkranken. 

Die Krankheit kommt äußerst selten vor und ist auch nach dem bisherigen Wetterverlauf eher unüblich. Dennoch hat es jetzt offenbar einen Fuchs erwischt, der in Bonstetten in einem Garten am Wiegenberg gesichtet wurde und laut Polizei offensichtlich an Räude litt. „Ohne Behandlung verläuft diese Erkrankung in der Regel tödlich“, warnt Tierarzt Dr. Stefan Binder aus Stadtbergen. Und: Dieser Milbenbefall kann sich schnell auf Hund oder Katze übertragen und von dort aus auch den Menschen befallen.

Fuchs-Räude ist bei Hund und Katze gut behandelbar

Der Bonstetter Fuchs, der am Freitagabend seinem Jäger entkommen ist, könnte kein Einzelfall sein. „Mir sind erst vor Kurzem Fotos gezeigt worden, die einen an Räude erkrankten Fuchs im Bereich Stadtbergen zeigen sollen“, sagt Binder. Ist ein Wildtier erst einmal von den Parasiten befallen, kann sich die Krankheit rasend schnell verbreiten. Laut Binder ist eine Übertragung auf Hund oder Katze ohne Weiteres möglich. „Und von dort aus auf den Menschen“, sagt Binder.

Während die Räude bei Wildtieren meist einen tödlichen Verlauf nehme, sei der Krankheitsverlauf bei Haustieren weniger dramatisch. „Dies liegt allerdings daran, dass die Halter ihre Tiere ganz genau kennen, und schon bei den kleinsten Anzeichen reagieren können“, erklärt der Tierarzt. Da die Krankheit gut behandelbar sei, würden in der Regel Hund oder Katze keinen Schaden davontragen.

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Räude bei Menschen wird als Krätze bezeichnet

Anders erging es im Zweiten Weltkrieg vielen Pferden an der Ostfront. „Dort ist diese parasitäre Erkrankung ganz massiv aufgetreten und hat unheimlich viel Tiere an der Räude verenden lassen“, so Binder.

Springt der Parasit übrigens auf den Menschen über, ist nicht von einer Räude die Rede, sondern von Krätze. Dr. Binder empfiehlt daher allen Tierbesitzern, sich und die Vierbeiner genau im Auge zu behalten. Und sollte es außergewöhnlich stark jucken oder kratzen, sei schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen. 

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