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Gersthofen

07.01.2016

Experte sucht gefährlichen Schreck aller Gartenfreunde

Ausgerottet werden soll der Asiatische Laubholzbock.
Bild: Arne Dedert, dpa

In der Stiftersiedlung Gersthofen sucht ein Experte nach dem Asiatischen Laubholzbockkäfer. Der gilt als besonders unangenehmer Besucher im heimischen Garten.

Im Augenblick ist es nur ein Verdachtsfall, für den es keinen konkreten Beweis gibt: Haben sich in der Stiftersiedlung in Gersthofen Asiatische Laubholzbockkäfer niedergelassen? Eine Anwohnerin hatte vor Weihnachten zwei Insekten entdeckt, bei denen es sich um den weltweit gefürchteten Schädling handeln könnte. Gestern untersuchte ein Experte der Landesanstalt für Landwirtschaft mehrere Bäume in der Siedlung.

Laubholzbock ist meldepflichtig

Der eingeschleppte Käfer befällt verschiedene Laubholzarten – und kann sie binnen weniger Jahre zum Absterben bringen. Der Laubholzbock gilt deshalb als besonders gefährlich, ist meldepflichtig und muss konsequent bekämpft werden. So wie zuletzt in Schönebach im benachbarten Landkreis Günzburg: In dem Dorf unweit der Dinkelscherbener Ortsteile Holzara und Breitenbronn wurde binnen kurzer Zeit etwa 1000 Laubgehölze gefällt. Dabei entdeckten die Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft rund 130 Befälle. Außerdem wurden rund 250 Larven, 270 Ausbohrlöcher, ungefähr 5600 Eiablagen sowie zwei tote Käfer gefunden.

Neben Schönebach gibt es in Bayern weitere Befallsgebiete: In Feldkirchen im Kreis München und in Neukirchen am Inn, wo erstmals in Bayern die Ausrottung des Laubholzbockkäfers gelungen ist. Auch dort wurden Bäume gefällt. Mit Erfolg: „Zum Glück ist der Käfer verschwunden“, sagt Elke Zahner-Meike von der Landesanstalt für Landwirtschaft. Zum Jahreswechsel endete auch der Quarantänestatus von Neukirchen. Seit dem letzten Käferfund 2011 wurden bei Kontrollen keine weiteren Spuren des Schädlings entdeckt.

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Die gibt es in der Stiftersiedlung nicht. Einzig die Beobachtung einer Anwohnerin, die nach ihren Angaben zwei Käfer vor Weihnachten im Haus hatte. Sie erinnert sich gut an die weißen Flecken auf dem Rücken – ein Merkmal, das ähnliche Käfer wie Schusterwanze oder Schusterbock nicht haben.

Fund des Laubholzbock im Dezember untypisch

Den Experten von der Landesanstalt stufen die Beobachtung jetzt als Verdachtsfall ein, auch wenn ihnen klar ist: „Es ist eher untypisch, im Dezember einen Käfer zu finden“, sagt Jonas Dämmer, der sich vor Ort ein Bild von Laubgehölz gemacht hatte. „Es wäre aber möglich, dass er sich irgendwo versteckt gehalten hat“, meint Elke Zahner-Meike. „Wir können es nicht ausschließen.“ Sie bittet, alle Hinweise zu melden. „Optimal wäre es, einen Käfer gleich zu fangen oder ein Foto zu machen.“ (mcz)

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