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Landkreis Augsburg

24.01.2019

Experten geben Kältetipps nicht nur für Mensch und Tier

Hunde sollten nach Ansicht einer Tierärztin durchaus mit Kleidung geschützt werden. 
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Hunde sollten nach Ansicht einer Tierärztin durchaus mit Kleidung geschützt werden. 
Bild: C. Kruppe

Die Temperaturen fallen zurzeit auch im Augsburger Land anhaltend unter null Grad. Was bei den Minustemperaturen alles zu beachten ist.

Geplatzte Pflanztöpfe, laufende Nasen und frierende Hunde: Das kalte Wetter hat die Region fest im Griff. Doch was gilt es bei den Witterungsbedingungen zu beachten?

  • Topfpflanzen/Garten: Hans-Peter Dorner von der gleichnamigen Gärtnerei in Welden empfiehlt, Kübelpflanzen näher an das Haus zu holen oder in die Garage zu stellen. „Frostsichere Töpfe sollten zudem trocken aufbewahrt werden und einen guten Wasserablauf haben. Sobald Wasser drin steht, platzen die Töpfe bei den Temperaturen durch die Eisspannung auf“, erklärt der Inhaber. Zudem empfiehlt er, Plätschersteine und andere Dekoration, die mit Pumpen betrieben wird, den Winter über abzuschalten, das Wasser abzulassen und die Pumpen reinzuholen. „Wir handhaben das jedes Jahr so und hatten nie Probleme“, erklärt Dorner.

Verdursten ist der häufigste Tod der Pflanzen

Das Problem für die Pflanzen im Winter sind interessanterweise nicht die Temperaturen, sondern die Kombination aus Sonne und Wind. Diese beiden Faktoren entziehen den Pflanzen relativ zügig ihren Wasservorrat. Der häufigste Tod der Pflanzen während oder nach dem Winter ist deshalb nicht die Kälte, sondern das Verdursten, die Frosttrocknis. Vor allem immergrüne Laubbäume wie der Lorbeer mit ihrer großen Blattoberfläche sind betroffen von dem Phänomen. Betriebsleiter Thomas Haag vom Gartencenter Wörner in Neusäß erläutert: „Deswegen empfiehlt es sich, die Töpfe auf die Nordseite zu stellen, wo sie weniger Sonnenlicht abbekommen. Zudem sollte man die Pflanzen – vor allem Topfpflanzen – gießen, sobald der Frost vorüber ist.“

Insbesondere Töpfe sollten mit Vlies oder Ähnlichem geschützt werden, da sie wie ein Kühlschrank fungieren und die Pflanze darin von allen Seiten der Kälte ausgesetzt ist. Ein Schutz wie etwa eine Bambusmatte soll die Pflanzen vor dem Sonnenlicht schützen. Dadurch können sich die Gewächse nicht aufwärmen, und weniger Wasser verdunstet. Auch das Abdecken der Pflanzen mit Zweigen soll dies verhindern.

Obstbäume nicht scheiden

Der Fachmann rät zudem, die Obstbäume bei den Temperaturen noch nicht zu schneiden. Dafür ist Zeit bis etwa März. Hobbygärtner sollten im Winter generell wenig im Garten arbeiten. „Jetzt sollten keine Schnittarbeiten durchgeführt werden, da das abgestorbene Staudenmaterial den Pflanzen Schutz gibt“, erklärt Haag. Auch das bloße Betreten des Rasens kann schon schädlich sein. Also besser den Garten von drinnen beobachten und sich auf das Frühjahr freuen.

  • Haustiere: Auch Haustiere brauchen in den Wintermonaten besondere Pflege und Schutz. Tierärztin Sabine Lentz aus Gersthofen erklärt: „Hunde mit weniger dichtem Fell und kleine Hunde frieren teilweise bei diesen Temperaturen. Das unterschätzen leider einige Besitzer schon mal.“ Normalerweise signalisiert ein Hund, wenn er friert, indem er zittert. Bereits im Herbst kann dies der Fall sein. Rassen mit wenig Unterwolle wie der Yorkshire Terrier, Malteser oder Pudel sind häufig betroffen. Die kleinen Rassen haben zudem weniger Muskeln, eine schlechtere Thermoregulation und befinden sich näher am kalten Boden. „Ich empfehle Kleidung für Hunde, die nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Wind und Nässe schützt“, erklärt Lentz. Schuhe sieht die Tierärztin eher kritisch, da die Hunde ihre Füße über die Ballen ausreichend wärmen.

Pfoten nach dem Spaziergang abspülen

Manche Rassen sind zudem etwas empfindlicher, was das Salz auf den Wegen angeht. Wenn das der Fall ist, sollten die Besitzer nach einem Spaziergang die Pfoten ihres Lieblings vorsichtig mit lauwarmem Wasser abspülen. Besitzer, deren Hunde gerne mit Schnee spielen, sollten aufpassen, dass die Tiere nicht zu viel davon essen. Das kann dazu führen, dass der Hund spuckt und eine Magenentzündung bekommt. „Grundsätzlich sind die niedrigen Minustemperaturen in Deutschland für Hunde aber kein Problem. Ich war in Rumänien, wo die Hunde bei minus 30 Grad draußen auf den Straßen leben. Hunde sind sehr anpassungsfähig“, berichtet Lentz.

Katzen haben weniger Probleme mit den Witterungsverhältnissen. Da die Tiere sehr reinlich sind, sollte lediglich darauf geachtet werden, dass sie nicht zu viel Salz beim Putzen ihrer Pfoten aufnehmen.

  • Wildvögel: Die Kälte setzt den Vögeln mehr zu als unseren Haustieren. Martin Trapper, Kreisvorstand des Landesbundes für Vogelschutz Kreisgruppe Augsburg, erklärt: „Gerade bei dem Wetter brauchen die Vögel energiereiche Nahrung wie Sonnenblumenkerne und Fett in Form von Meisenknödeln, gerne auch mit Insekten.“

Vögel müssen eine Körpertemperatur von 42 Grad halten

Zur Zeit kann man sehr gut Buntspechte und Bergfinken, die nordischen Vertreter der Buchfinken, an den Futterhäuschen beobachten. Wenn es so richtig kalt wird, machen die Vögel auch oft mal nichts, außer sich aufzuplustern, um Energie zu sparen. Schließlich müssen die kleinen Tiere ihre Körpertemperatur von 42 Grad halten. Auch sonst versuchen die Tiere, mit ihrer Energie sparsam umzugehen, und streiten deshalb kaum noch. Vor allem Meisen sind jetzt im engen Verbund unterwegs. Bei den Witterungsverhältnissen sind auch mehr Enten und Wintergäste aus dem Norden wie etwa die Wacholderdrossel bei uns zu Gast. Die Drossel frisst gerne Beeren und Äpfel, die es im letzten Jahr im Überfluss gab und deshalb jetzt noch an den Bäumen hängen.

  • Leitungen: Die Stadtwerke Augsburg empfehlen angesichts der anhaltend tiefen Temperaturen, die Wasserleitungen und -zähler im Keller ausreichend vor Frost zu schützen. Aus diesem Grund sollen die Kellerfenster auf jeden Fall geschlossen bleiben. Sollte der Raum immer noch zu kalt sein, sollten die Rohre isoliert oder der Raum beheizt werden. Für Frostschäden am Zähler müssen die jeweiligen Hauseigentümer aufkommen. Bei eingefrorenen Wasserleitungen sollte unverzüglich ein Installateur zurate gezogen werden.
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