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Vögel II

15.04.2015

Expertinnen: „Das war höhere Gewalt“

Schon Ende März legen die Krähen ihre Eier

Wenige Tage waren entscheidend bei der Frage, ob der Schlosspark auch künftig krähenfrei bleibt oder nicht. Am 31. März lief die Erlaubnis für die Vergrämung der Vögel aus. Am Karfreitag, 3. April, war der Park laut Ordnungsamtsleiter Achim Zwick noch krähenfrei, doch über Ostern nisteten sich die Vögel dort wieder ein. Am Dienstag, 7. April, beantragte Meitingen eine Ausnahmegenehmigung für eine weitere Vergrämung, die von der Regierung von Schwaben abgelehnt wurde. Muss man das Naturschutzgesetz so streng auslegen?

Dazu betont die Regierung von Schwaben, dass die Saatkrähe zu den besonders geschützten Tierarten gehöre. Daher sei es grundsätzlich verboten, sie zu töten oder ihre Nester zu beschädigen oder zu zerstören. Ausnahmegenehmigungen für Vergrämungsmaßnahmen kämen nur außerhalb der Nestgründungs- und Brutphase in Betracht. Diese dauere etwa von Mitte März bis Mitte Juli.

Expertinnen vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) geben der Regierung von Schwaben recht. Brigitte Kraft von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle meint: „Es gibt keine Handhabe für eine weitere Ausnahmegenehmigung zum Vergrämen der Krähen“. Wenn der Sturm Niklas am 31. März und 1. April die Nester von den Strommasten rund um Meitingen gefegt habe, sei bei den Vögeln auch ein großer Druck da gewesen, für ein neues Nest zu sorgen. Auch Anne Schneider von der LBV-Landesgeschäftsstelle stimmt dem zu. „Die Tiere sind unter einem riesigen Zeitdruck gewesen, denn normalerweise erfolgt die Eiablage schon Ende März.“ Falls die Nester durch den Sturm zerstört worden seien, hätten es sich die Krähen also gar nicht mehr leisten können mit dem Nestbau zu trödeln. Möglicherweise hätten sie deshalb den Schlosspark aufgesucht, einen ihnen gut bekannten Brutplatz mit vertrauten Astgabeln, in denen sie früher schon Nester gebaut hatten. Das sei eben höhere Gewalt, so die beiden Expertinnen. Diese Saison müsse man in Meitingen damit leben. (mst)

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