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Stadtbergen

12.11.2018

Explosionsgefahr: Brand in Heizkraftwerk gelöscht

Kurz nach 8 Uhr: Dicker Rauch quillt aus dem Würfel, in dem mit Hackschnitzeln die Wärme für das Stadtberger Gartenhallenbad und die Dreifachhalle erzeugt werden. Der Bereich wurde später wegen Explosionsgefahr abgesperrt.
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Kurz nach 8 Uhr: Dicker Rauch quillt aus dem Würfel, in dem mit Hackschnitzeln die Wärme für das Stadtberger Gartenhallenbad und die Dreifachhalle erzeugt werden. Der Bereich wurde später wegen Explosionsgefahr abgesperrt.
Bild: Hofmann-Maggiore

Nach einem Schwelbrand im Heizkraftwerk sind am Sonntag Gase entwichen. Die Feuerwehr war bis Montagmittag mit Löschen beschäftigt. Worin das Problem lag.

Wieder Explosionsgefahr in Stadtbergen: Diesmal ging sie nicht von einer im Boden entdeckten Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Ursache waren Gase, die sich durch einen Schwelbrand im Heizkraftwerk beim Gartenhallenbad gebildet hatten.

Gegen 8 Uhr drang am Sonntag dicker Rauch aus dem Gebäude, das das Bad und die benachbarte Dreifachsporthalle mit Wärme versorgt. In der neuen Anlage werden automatisch Hackschnitzel verbrannt – sie stammen teilweise aus der Grünanlagenpflege der Stadt und von Firmen aus der Region. Erst am Montagmittag, gegen 12.30 Uhr, konnte die Feuerwehr den Schwelbrand endgültig löschen.

Das rund 725.000 Euro teure Heizwerk besteht aus einer Zweikesselanlage und hat eine Leistung von 800 Kilowatt. Im Bunker des Gebäudes mit Würfel-Optik können etwa 250 Kubikmeter Hackschnitzel gelagert werden – am Sonntag wurden schätzungsweise rund 100 Kubikmeter ins Freie gebracht. Allerdings nicht mit der großen Schaufel eines Radladers, sondern mit einem speziellen Sauger.

Explosionsgefahr: Feuer lässt Kohlenmonoxid entstehen

Zuvor hatten die Feuerwehren im 2014 gebauten Heizwerk das explosive Kohlenmonoxid im Blick: Es hatte sich bei der unvollständigen Verbrennung des Holzes gebildet. „Es entsteht so wie einem früheren Holzkohlevergaser“, verglich Kreisbrandmeister Wolfgang Baumeister aus Gersthofen gestern.

Experten der Berufsfeuerwehr aus Augsburg und die Werkfeuerwehr im Industriepark Gersthofen unterstützten ihre Kollegen aus Stadtbergen, Deuringen und Leitershofen und fluteten die Räume mit Kohlendioxid, um dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen. Anschließend wurden laut Polizeisprecher Stefan Faller die Hackschnitzel abgesaugt, um dem Glutnest näher zu kommen. Erst danach konnte endgültig gelöscht werden.

Die Löscharbeiten bei dem Schwelbrand in einem Heizkraftwerk in Stadtbergen.
Video: Maria Heinrich


Weil dieser Prozess länger dauerte, war die Feuerwehr auch noch am Montagmorgen mit dem Löschen beschäftigt. Damit die Feuerwehrleute aber nicht 24 Stunden am Stück im Einsatz sind, wechselte die Mannschaft durch. Deshalb war am Montagmorgen auch noch einmal die Sirene zur Nachalarmierung zu hören.

Erst am Montagmittag konnte die Feuerwehr den Brand in Stadtbergen löschen

Gegen 12.30 Uhr gab es dann Entwarnung. Wie die Polizei berichtet, waren mehr als 200 Feuerwehrkräfte an den Löscharbeiten beteiligt, des Weiteren waren 25 Rettungskräfte im Einsatz.

Die Kriminalpolizei Augsburg hat direkt im Anschluss mit der Ermittlung der Brandursache begonnen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Beamten von einem technischen Defekt einer Förderschnecke im Schnitzelbunker aus. Auf eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung gebe es keinerlei Hinweise.

Weder das Gebäude noch die Heizungsanlage wurden bei dem Brand beschädigt. Dennoch ist die genaue Schadenshöhe weiterhin unklar. Sie dürfte sich laut ersten Schätzungen im mittleren fünfstelligen Bereich bewegen.

Nur wenige Tage vor dem Brand hatte eine Fliegerbombe in Stadtbergen für Aufregung gesorgt

Am Dienstag hatte eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg für Aufregung gesorgt. Sie war bei Bauarbeiten gefunden worden. Zur Entschärfung hatten 1900 Menschen ihre Wohnungen und Häuser im Bereich Pferseer Straße/Friedenstraße verlassen müssen. Etwa 140 von ihnen kamen für einige Stunden in der Sporthalle unter – dort hatte das Rote Kreuz eine Notunterkunft eingerichtet.

Hier sehen Sie die Bilder von der Evakuierung nach dem Bombenfund in Stadtbergen:

Eine 250 Kilo Fliegerbombe wurde heute morgen auf einer Baustelle in Stadtbergen entdeckt. Seit circa 18.20 Uhr läuft die Entschärfung.
42 Bilder
Fliegerbombe in Stadtbergen - Bilder von der Evakuierung
Bild: Marcus Merk

. (mit AZ)

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