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Diedorf

20.11.2020

Fahrradstraße in Diedorf: Entscheidung nicht vor dem Frühjahr

Die Dammstraße ist die Zufahrtsstraße zum Schmuttertal-Gymnasium Diedorf. Treffen Autos und Fahrradfahrer aufeinander, wird es eng. Jetzt geht es um eine Lösung.
Bild: Florian Rußler (Archivbild)

Plus In Diedorf könnte beim Schmuttertal-Gymnasium eine der ersten Fahrradstraßen des Landkreises entstehen. Doch die Entscheidung ist erstmal verschoben.

Die Einschätzung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ist ganz einfach. Fahrradstraßen machen es Menschen leichter, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen und ihre Ziele so zu erreichen. Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer fühlen sich auf ihnen sicherer und selbstbewusster und es fällt ihnen leichter, ihre Rechte im Verkehr gegenüber dem motorisierten Verkehr einzufordern. Gleichzeitig verhalten sich Autofahrer rücksichtsvoller. Die Marktgemeinde Diedorf hatte den Verein gebeten, ihnen eine Hilfestellung zu geben. Seit Monaten wird nach der besten Lösung gesucht, um den Radverkehr auf der Dammstraße vor allem im Bereich des Schmuttertal-Gymnasiums sicherer zu machen. Doch eine Entscheidung ist auch auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Entwicklung der Gemeinde noch nicht gefallen.

Denn solch eine Fahrradstraße hat nicht nur Vorteile. Auch der ADFC kennt die Gegenargumente. Generell gilt: Mit einer entsprechenden Beschilderung darf eine Fahrradstraße zwar von allen Verkehrsteilnehmern benutzt werden. Der Radverkehr hat jedoch gewisse Rechte, die er sonst nicht im Straßenverkehr hat.

Fahrradstraße in Diedorf? Hier dürfen Fahrräder nebeneinander fahren

Unter anderem dürfen Fahrradfahrerinnen und -fahrer nebeneinander fahren. "Die häufigste Ursache für eine subjektive Verunsicherung auf Fahrradstraßen sind zu schnell fahrende oder zu eng überholende Kfz", schreibt der ADFC in seiner Stellungnahme an die Gemeinde. Oft wüssten Autofahrer gar nicht, welche Regeln dort gelten. Von einer vermeintlichen Sicherheit auf einer Fahrradstraße spricht deshalb auch der zuständige Sachbearbeiter bei der Polizei in Zusmarshausen.

In Augsburg gibt es schon einige Fahrradstraßen. So werden sie gekennzeichnet.
Bild: Klaus Rainer Krieger (Symbolbild)

Zu enges Überholen und zu schnell vorbeifahrende Autos waren auch der Grund für den Elternbeirat des Schmuttertal-Gymnasiums, den Gedanken an die Einrichtung einer Fahrradstraße an die Gemeinde heranzutragen. Inzwischen steht die Schulfamilie hinter dem Projekt. Die Fraktion Wir für Diedorf (WfD) hat den Gedanken aufgegriffen und einen entsprechenden Antrag gestellt.

Polizei in Zusmarshausen hat zwei Meinungen zur Fahrradstraße

Unterstützung für einen Versuch erhält sie vom Dienststellenleiter der zuständigen Polizeiinspektion in Zusmarshausen. Geäußert hat sich der Gemeinde gegenüber auch das Landratsamt. Dort sieht man die Dammstraße nicht unbedingt als Fahrradstraße. Denn dafür kämen nur Straßen im geschlossenen Ortsbereich infrage. Zudem müsse der Fahrradverkehr überwiegen, so der zuständige Sachbearbeiter.

Die Dammstraße in Diedorf und Neusäß ist insbesondere dann für Radfahrer gefährlich, wenn Laster und Autos von der Bundestraße kommend den Weg abkürzen oder direkt zum Wertstoffhof fahren.
Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Um herauszufinden, wie viele Fahrzeuge welcher Art auf der Dammstraße unterwegs sind, soll es im Frühjahr eine Verkehrszählung geben. Im Vorfeld soll dann, so weit möglich, auch die bereits für September geplante Infoveranstaltung im Schmuttertal-Gymnasium stattfinden, einigte sich der Ausschuss.

Verkehrssicherheit in Diedorf: Fahrradwege sind trügerisch

Sollten alle Stricke reißen, sollte die Verwaltung aber auch die Möglichkeit eines abgegrenzten Fahrradwegs nicht ganz aus dem Blick verlieren, so Gemeinderat Frank Wasser (Bürgerunion). Dazu fehlen im Moment aber noch die notwendigen Grundstücke. Und, schreibt der ADFC: Das Gefühl der Sicherheit auf abgetrennten Radwegen sei ein trügerisches: "Auf Radwegen passieren erheblich mehr Unfälle als auf Straßen ohne Radwege. Somit sind Fahrradstraßen erst recht sicherer als traditionelle Radwege."

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