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Kutzenhausen

16.08.2018

Fahrzeugschätze lassen Augen leuchten

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5 Bilder
Ein Hingucker beim Oldtimertreffen in Kutzenhausen waren auch die Motorräder, so wie dieses besondere Exemplar.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Bei der 20-Jahr-Feier der Oldtimerfreunde Kutzenhausen gibt es mehr als 100 alte Sammlerstücke zu bestaunen.

Die Liebhaber von Fahrzeugen von anno dazumal kamen voll auf ihre Kosten. So weit das Auge reichte, hatten sich beim Oldtimertreffen in der Dorfmitte beim „Biergarten“ der Freiwilligen Feuerwehr historische Mopeds, Motorräder, Autos und Traktoren aufgereiht. Die Bewunderung war den chromblitzenden Schmuckstücken sicher. Die Besucher betrachteten die weit über 100 mit viel Engagement erhaltenen und restaurierten Fahrzeuge mit leuchtenden Augen und schenkten ihnen so mache liebevolle Bemerkung.

Hinter der Oldtimern steckt die ein oder andere Geschichte

Familiär und gemütlich war die Atmosphäre. Der herrliche Sonnenschein lud zum Verweilen und Genießen ein. Im Hintergrund spielte schwungvoll die Harmoniemusik Maingründel. Eingeladen hatten dazu die Oldtimerfreunde Kutzenhausen. Sie feierten mit der Fahrzeugschau ihr 20-jähriges Bestehen.

„Wir legen großen Wert darauf, eine große Bandbreite historischer beziehungsweise technisch wertvoller und interessanter Fahrzeuge und Gerätschaften zu präsentieren“, betonte Vorsitzender Gregor Winkler. Das Treffen sei offen für alle alten Fahrzeuge. „Eine Baujahr-Beschränkung gibt es nicht.“

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Sehr wohl aber die eine oder andere Geschichte hinter den Oldtimern. So wie bei dem roten BMW 3/15, im Volksmund Dixi genannt. Das Auto wurde 1929 in Eisenach (Thüringen) gebaut. BMW übernahm damals das Fahrzeug komplett vom englischen Austin Seven und setzte nur eine eigene Karosserie auf. Der jetzige Besitzer erwarb den 420 Kilogramm schweren, 15 PS starken und rund 80 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit fahrenden Kleinwagen 1958. Seitdem hat er mit ihm nach eigenen Worten „viel erlebt“, unter anderem Rallyes im gesamten deutschsprachigen Raum.

Aber auch die zahlreichen Mopeds und Motorräder waren Hingucker

Viele Besucher blieben auch länger bei dem auf Hochglanz polierten Borgward Isabella stehen. Die zweitürige Mittelklasse-Limousine mit den verchromten Zierleisten, den runden, weit aufgerissenen Scheinwerfern und dem Kühlergrill mit dem großen Logo hatte plakativ einen Wohnwagen angehängt und demonstrierte so eindrucksvoll den gehobenen Lebensstil der 1960er-Jahre. Viel her machte auch der elegante Pontiac Catalina. Mit dem grell gelb-schwarz lackierten 2CV, der beliebten Ente, war auch ein Auto vertreten, das Kultstatus aufweist.

Der Großteil der gezeigten Fahrzeuge gehörte dem landwirtschaftlichen Sektor an. Hier buhlten Traktoren der Marken Lanz, Allgaier, Fendt, Farmall, Eicher, Deutz, McCormick, Hanomag und Steyr um Aufmerksamkeit. Martin Hildensperger wartete beispielsweise mit einem knallroten Porsche Diesel Super N308 auf. Der Traktor, Baujahr 1960, wurde mit einem speziellen Verbrennungsverfahren auf 38 PS Motorleistung gesteigert. Zwei Jahre älter war der 13 PS starke Schlepper Kramer KL 130 von Anton Frank.

Aber auch die zahlreichen Mopeds und Motorräder erwiesen sich als Hingucker. Mit dabei waren legendäre Fabrikate wie Zündapp, Vespa, Hercules, und Neff. Georg Fischer besuchte das Treffen mit einer BMW 250 R2 mit Beiwagen. Das Fahrzeug mit seinen 138 PS wurde 1951 hergestellt. R2 war die erste Typbezeichnung von BMW, von der auf den Hubraum des Motors geschlossen werden konnte.

Der Erlös der gesamten Veranstaltung kam dem Verein Elterninitiative krebskranker Kinder Augsburg - Lichtblicke zugute

Für die Oldtimerfreunde Kutzenhausen war die Veranstaltung das mittlerweile fünfte Oldtimertreffen. Das erste fand 2001 um die Gemeindehalle statt, das zweite 2004 am Zirkuszelt in Buch. „Ab 2008 wurde ein anderes Konzept durchgeführt“, erzählt Gregor Winkler, nämlich fort von der grünen Wiese und hinein in den Ortskern.

Aber nicht nur das Bewahren von alten Fahrzeugen hat bei dem Verein Priorität. „Wir wollen auch das Wissen über deren Bedienung erhalten“, erklärte Vereinsmitglied Harald Sacher. Mit der jetzigen Veranstaltung war er rundum zufrieden. Weniger positiv wertete er jedoch die in den letzten Jahren feststellbaren inflationären Oldtimertreffen beispielsweise bei Supermarkt-Einweihungen oder Gartenausstellungen. Hier gelte es, mit Qualität entgegenzuwirken, meinte er. Wichtig sei zudem, zwischen Oldtimer und einem einfach nur alten Fahrzeug zu unterscheiden.

Der Erlös der gesamten Veranstaltung kam übrigens dem Verein Elterninitiative krebskranker Kinder Augsburg - Lichtblicke zugute. „Deshalb gab es diesmal auch keine Erinnerungsgeschenke an die Fahrzeugaussteller“, verdeutlichte Vereinschef Gregor Winkler.

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