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Ausstellung

24.11.2017

Falten aus Sandstein und Zeichnungen, die verblassen

Veronika Thum-Köglowitz hat zum einjährigen Bestehen ihrer Galerie mit Silvia Jung-Wiesenmayer (rechts) eine außergewöhnliche Künstlerin gewonnen. Sie stellt zum Beispiel Falten aus Sandstein aus.
Bild: Jutta Kaiser-Wiatrek

Kunstgalerie D1 in Lettenbach präsentiert zum einjährigen Bestehen die Künstlerin Silvia Jung-Wiesenmayer

Seit vergangenem Jahr bereichert die Kunstgalerie D1 in Lettenbach die Kunstszene der Marktgemeinde Diedorf und kann bereits auf einige erfolgreiche Ausstellungen interessanter Künstler zurückblicken. Das einjährige Bestehen wurde mit der Vernissage zu einer Ausstellung von Silvia Jung-Wiesenmayer gefeiert. Galeristin Veronika Thum-Köglowitz begrüßte die Künstlerin bei der Vernissage.

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Mit Silvia Jung-Wiesenmayer stellt bis Mitte Dezember eine mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Künstlerin im Diedorfer Ortsteil Lettenbach aus. Die gelernte Steinmetzin, die an die Lehre ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart anschloss, zeigt in ihrer Winterausstellung „Polaris“, für die sie einige Arbeiten extra angefertigt hat, im Prinzip vier ihrer Arbeitswelten. In der Skulptur einen Vertreter der Pflanzsteine, mehrere Faltenwürfe, Zeichnungen und Malereien. Insbesondere im Sommer arbeitet die Künstlerin relativ viel im Freien. Dabei entstehen ihre Steinarbeiten aus Bollinger Sandstein. Dagegen ist ihre „Winterarbeit“ ein zarter Ausgleich zu dem harten Material.

Zwei ihrer Sandsteine sind bereits auf dem Weg über den Hof zur Galerie zu bewundern. Zum einen zeigt sie dort einen Pflanzstein. Die Künstlerin legt dabei Wert auf die Kraft des reduzierten Ornaments. Das Blattwerk, die Formen ornamentaler Blätter, werden erst beim zweiten Blick wahrgenommen. Das Blattwerk wurde aus dem Pflanzstein in vielen Schichten und mit großer Präzision herausgearbeitet. Zum anderen ist dort eine ihrer Faltenwurfskulpturen zu sehen. Zwei weitere befinden sich in den Galerieräumen. „Alle Faltenwürfe sind liegende und wirken darum sehr verletzlich, sehr zart, geradezu zerbrechlich, trotz des harten Sandsteins. Dieser lässt es zu, dass Silvia Jung-Wiesenmayers Arbeiten auch in einem Garten aufgestellt werden können“, erklärte Vernissageredner Norbert Kiening.

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Als besonderes Kennzeichen von Silvia Jung-Wiesenmayers Arbeiten sieht er die Liebe zum Detail. Dennoch seien ihre Werke in der Vollendung voller Klarheit. Ihr Markenzeichen seien das Zarte, die besondere Idee, die mit Präzision und Ausdauer ausgeführt werde. Sehr viel über ihre Arbeitsweise erzählen ihre Fineliner- und Wachszeichnungen. Bei ihren Wachszeichnungen ist dabei die eigentliche Zeichnung mit Fineliner auf der Rückseite gearbeitet. „Dabei ist die Zeichnung nur durch die kleinen runden Wachsfenster, die durch heiße Wachstropfen entstehen, zu sehen.“

Ein Experiment sind ihre Zeichnungen aus der Serie „Verblassen“, welche sie mit nicht lichtechten Stiften gefertigt hat. „Die Zeichnungen verblassen und lösen sich mit der Zeit ganz in Luft auf“, erklärt die Künstlerin. Eigenständige und ungewöhnliche Werke präsentiert Silvia Jung-Wiesenmayer auch mit ihren Malereien. Ganz aktuell hat sie zum ersten Mal mit Lack gearbeitet. Ihr Thema ist dabei der Kreis. Ringförmig setzt sie dabei Farbtropfen aufs Papier, und je nach Trocknungsgrad verläuft die Farbe.

Die Ausstellung „Polaris“ der Künstlerin Silvia Jung-Wiesenmayer in der Galerie D1 in Diedorf, Dieselstraße 1, ist noch bis Samstag, 16. Dezember, jeden Montag und Mittwoch von 17 Uhr bis 19 Uhr und Donnerstag von 9 Uhr bis 11 Uhr zu sehen. Am Sonntag, 3. Dezember, führt die Künstlerin bei einem Kunstspaziergang persönlich durch die Ausstellung. Die Finissage findet am Samstag, 16. Dezember, von 15 Uhr bis 17 Uhr statt.

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