KeimfarbenSerie

31.10.2012

Farbe für alle Welt

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Vor drei Jahren wurde für fünf Millionen Euro das neue Hochregallager mit 3300 Palettenstellplätzen gebaut.

Die Produkte aus Diedorf sind weltweit im Einsatz. Das Patent erteilte König Ludwig I. bereits 1878 –

Diedorf In Augsburg, Moskau oder Sydney findet man die Produkte des Diedorfer Unternehmens Keim an unzähligen Industrie- und Wohnbauten, Kirchen und Schlössern. „Wir bringen seit mehr als 130 Jahren Farbe ins Leben“, sagt Geschäftsführer Hermann Schläffer. Auf dem 40000 Quadratmeter großen Betriebsgelände an der Keimstraße arbeiten rund 160 Beschäftigte, weltweit sind es 470.

Die Entwicklung revolutionärer Produkte zieht sich wie ein roter Faden durch die lange Firmengeschichte. Sie begann mit der Vision von Adolf Wilhelm Keim, farbenprächtige Malereien möglichst für die Ewigkeit entstehen zu lassen. Für seine zweikomponentige reine Silikatfarbe erhielt er 1878 von König Ludwig I. von Bayern ein Patent. Die Silikatfarbe, bis heute eine Spezialität von Keimfarben, basiert auf der Mischung von flüssigem Kaliumsilikat und anorganischen Farbpigmenten. „Das Bahnbrechende an dieser Erfindung beruht auf dem Prinzip der Verkieselung“, erläutert Schläffer, „der Untergrund nimmt das Bindemittel auf und geht mit diesem eine unlösbare Verbindung ein; somit ist ein Abblättern der Farbe ausgeschlossen.“

Die positiven Eigenschaften der Produkte aus Diedorf und dem brandenburgischen Luckau sind heute überall in der Welt geschätzt. So kamen die Anstriche unter anderem auch am Augsburger Rathaus, am Weißen Haus in Washington, dem Moskauer Bolschoi- Theater oder an der Oper in Sydney zum Einsatz. „Pro Jahr verarbeiten wir rund 24000 Tonnen Farben und Putze“, sagt Werbeleiter Kurt Völker, „der Exportanteil liegt bei 50 Prozent.“

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Neues Technikum kostet vier Millionen Euro

Zum 135-jährigen Bestehen im kommenden Jahr investiert das Unternehmen in ein rund vier Millionen Euro teures „Technikum“. Kürzlich hat in Diedorf der zweistöckige Neubau für das Entwicklungs-, Forschungs- und Schulungszentrums begonnen. Dieses hatte sich seit Völkers Eintritt in die Firma vor 16 Jahren zu einem wahren Schmuckstück entwickelt. Die Leiterin Nicole Wiehler bietet Handwerkern in ihrem Schulungsprogramm eine breite Palette an Seminaren in Theorie und Praxis, von Schimmelpilz über Tipps und Kniffe für die Verarbeitung von Wärmedämmsystemen bis hin zu kreativen Veranstaltungen über Lasuren und freie Wandmaltechniken.

Modern geht es in der Produktion zu, die Abläufe werden per Computer gesteuert und die Farben auf Knopfdruck gemischt, abgefüllt und verpackt. Das vollautomatische, vor drei Jahren für fünf Millionen Euro errichtete Hochregallager bietet auf einer Grundfläche von 640 Quadratmetern insgesamt 3300 Stellplätze. Auf Europaletten werden dort die verschiedensten weißen Innen- und Außenfarben gelagert, die später an den Kunden ausgeliefert oder bedarfsbezogen mit den Farbkonzentraten abgetönt werden. Bis zu zehn Europaletten pro Stunde werden automatisch verschweißt und eingelagert. Neben der hohen Produktqualität legt das Unternehmen Wert darauf, schnell liefern zu können.

Spannend geht es im hauseigenen Designstudio zu. Die kreativen Köpfe Paul Wallner, Christine Seibold sowie Sabine Kohl-Bickel arbeiten mit viel Freude an Fassadengestaltungen von Privathäusern über Büros bis hin zu Luxushotels. Mitunter wird auch eine komplette Straßengestaltung erstellt. Auch ungewöhnliche Kundenwünsche werden gern erfüllt: „Einmal kam ein Hausbesitzer mit einer Frucht-Buttermilch und wollte genau diesen Farbton auf die Fassade“, erzählt Wallner. Diese Leistung ist besonders hoch zu bewerten, da die vielen individuellen Farbtöne nicht am Lager vorrätig sind. Alle Rezepturen der Farbmischungen von ausgeführten Projekten werden in alten Stahlschränken archiviert und können bei Bedarf wieder hervorgeholt und neu gemischt werden.

Elf Tochtergesellschaften in Europa

Nach langjähriger Entwicklung und entsprechenden Praxistests gibt es aktuell die weltweit erste Silikatfarbe für Holz mit der Bezeichnung „Lignosil“. Dafür wurde ein europäisches Patent erteilt. Das Prokukt wird aktuell im Markt eingeführt.

Darüber hinaus verfügt Keim über eine mehr als 30-jährige Erfahrung in den Produktbereichen Wärmedämm-Verbundsysteme und Betoninstandsetzung. Naturstein-Instandsetzungssysteme, mineralische Putze und Spachtelmassen und Kalksysteme runden die Produktpalette ab. „Wir sehen uns als Trendsetter, was nachhaltiges Bauen und Sanieren angeht“, stellt Schläffer fest. Neben brillanter Farbigkeit sind es vor allem die enorme Langlebigkeit sowie Schutz gegen schädliche Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung oder Luftverschmutzung, welche die Farben auszeichnen.

Produziert wird in zwei Werken am Stammsitz Diedorf und dem brandenburgischen Luckau. Für den internationalen Vertrieb der weltweit gefragten Produkte gibt es neben zahlreichen Handelspartnern elf eigene Tochtergesellschaften in Europa.

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