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Rathausausstellung

29.01.2020

Faszination Acryl

Die beiden Diedorfer Maler Bernhardine Höld und Walter E. Pecher stellen derzeit 25 großformatige Acrylbilder im Rathaus Diedorf aus.
Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Bernhardine Höld und Walter Pecher in Diedorf

Rathausausstellungen haben gemeinhin einen doppelten Effekt: Sie werten triste Amtsräume für die Bediensteten wie für Besucher bestens auf, zum anderen bieten sie abwechslungsreich und ganz nebenbei die Möglichkeit, sich einen Eindruck über die Arbeit einheimischer Künstler zu verschaffen. Die erste Kunstausstellung im Rathaus Diedorf in diesem Jahr bestreiten Bernhardine Höld und Walter E. Pecher in Gemeinschaft. Beide sind in der näheren und weiteren Umgebung längst keine Unbekannten mehr, davon zeugen zahlreiche Ausstellungen im Landratsamt Augsburg, in Dinkelscherben, Steppach, Zusmarshausen, Neusäß und Oberschönenfeld.

Im Rathaus Diedorf stellen sie derzeit unter dem Titel „Faszination Acryl“ Bilder aus, die im Vhs-Kurs und Workshops unter der Leitung von Edith Gruber entstanden sind, aber auch Werke, die in Eigenregie gefertigt wurden. Vom Keller bis ins Dachgeschoss zeigen sie interessante und farbenprächtige Bilder in verschiedenen Acryltechniken. Dabei haben sie ihre Arbeiten strikt getrennt. Im unteren Teil des Rathauses hängen die Bilder von Walter E. Pecher, oben sind die Werke von Bernhardine Höld zu sehen. Dies hat den Vorteil, dass der Betrachter sich völlig auf die verschiedenen Arbeitsweisen und Bildaussagen einstellen kann. Die beiden Künstler haben in ihren Acrylbildern zusätzlich Stoffe und andere Materialien wie etwa Marmormehl und Zement verarbeitet. Sehr interessant sind auch ihre Potching-Arbeiten anzusehen. Dabei werden Fotos auf Leinwand, Glas oder Stoffe übertragen (Fototransfer) und anschließend – ähnlich einer Collage – künstlerisch bearbeitet.

Diese vielfältigen Möglichkeiten zu arbeiten hätten sie so beeindruckt, dass sie diese Faszination auch im Titel ihrer Ausstellung zum Ausdruck bringen wollten, erklären die beiden Künstler, die sich seit über 25 Jahren der Kunst widmen. Bernhardine Höld erzählt, dass sie schon immer gerne kreativ gearbeitet habe. Allein ihr Beruf als Erzieherin verlangte schon eine gewisse Portion Ideenreichtum. Über die Seidenmalerei sei sie schließlich zu Edith Gruber gekommen und seither hat sie die Malerei nicht mehr losgelassen. Dass auch ein Hörsturz noch positive Nebenwirkungen haben kann, hat Walter E. Pecher erfahren. Damals war ihm angeraten worden, sich zur Entspannung kreativ zu betätigen. Das war aber nur der Anstoß zu neuerlicher künstlerischer Arbeit. „Ich wäre gerne Grafiker geworden, ohne Abitur war das aber nicht möglich“, blickt er zurück. Besonders stolz ist er auf die Gestaltung der Medaillen für die europäische Meisterschaft der Damen im Boccia 1998 sowie das Logo für die Weltmeisterschaft. „Mein Bild ging damit um die ganze Welt.“

Eine Auswahl von 25 Bildern zeigen die beiden Künstler nun im Rathaus Diedorf. Ist nun auch das ein oder andere Lieblingsbild der beiden Maler dabei? Höld sagt, dass sie kein Lieblingsbild habe, sie mag alle ihre Werke. Kritischer zeigte sich ihr Kollege. Er freue sich, wenn ein Bild ansehnlich ist, zudem liege Kunst im Auge des Betrachters.

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