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Gersthofen

17.01.2019

Fehltritt bringt Kol-La-Spielleiter in die Klinik

Als Pressesprecher muss Manfred Lamprecht heuer wegen einer Verletzung pausieren.
Bild: Marcus Merk

Plus Manfred Lamprecht fällt mit  zwei gebrochenen Beinen für die Proben der Gersthofer Faschingssitzungen aus. Was bedeutet dies für die Veranstaltungen?

Bange Stunden für die Aktiven der beliebten Gersthofer Kol-La-Faschingssitzungen: Einen Monat vor der Premiere fällt einer der beiden langjährigen Spielleiter, Manfred Lamprecht, eine der tragenden Säulen der Veranstaltungen, heuer in weiten Teilen aus. Er liegt derzeit nach einem Treppensturz im Krankenhaus. Doch die Aktiven versichern ihren Fans: Es wird dennoch auch heuer, im 49. Jahr, eine Kol-La geben.

Wie Manfred Lamprecht gegenüber unserer Zeitung erklärte, ist er auf der letzten Stufe seiner Kellertreppe gestolpert und gestürzt. Dabei brach er sich an einem Bein Sprunggelenk und Wadenbein und am anderen Bein einen Mittelfußknochen. „Die Operation ist aber gut verlaufen und mit dem bisherigen Heilungsverlauf sind die Ärzte zufrieden“, sagt Lamprecht, der in seiner Rolle als „Pressesprecher“ seit vielen Jahren bei den Kol-La-Sitzungen auch selbst auf der Bühne steht.

Beine sind sechs Wochen nicht belastbar

„Ein Auftritt ist wegen meiner Verletzungen aber ausgeschlossen.“ Schließlich kann er seine Beine noch mindestens sechs Wochen lang nicht wirklich belasten. Seit 29 Jahren ist er nun schon Spielleiter der Faschingssitzungen, die regelmäßig ausverkauft sind und Menschen aus der ganzen Region, weit über Gersthofen hinaus, anlocken. „Wäre mir das im nächsten Jahr, bei meinem 30. Jubiläum passiert, wäre das wesentlich schlimmer für mich gewesen“, versucht er, etwas Gutes an seiner Situation zu sehen. „Da muss halt mein Spielleiter-Kollege Herbert Lenz jetzt auch meinen Part schultern“, sagt Lamprecht. Es haben sich aber auch andere Aktive aus dem Aktiventeam bereit erklärt, Lenz zu unterstützen.

Völlig weg von der Probenarbeit ist der Spielleiter aber selbst im Krankenhaus nicht: Über Portale wie Whatsapp oder E-Mail ist er mit den Akteuren verbunden, sein Tablet liegt neben dem Bett bereit. „Man hat mir schon Texte geschickt.“ Der Spielleiter liest sie, macht bei Bedarf Verbesserungsvorschläge.

Proben im Wohnzimmer

Und sobald er aus dem Krankenhaus zurück ist, will er wieder mehr selbst einsteigen. „Sonst sind Herbert Lenz und ich immer zu den Akteuren herumgereist – heuer müssen sie halt zu mir ins Wohnzimmer zum Proben kommen.“ Größere Gruppenproben werde dann Spielleiter-Kollege Herbert Lenz, unterstützt von anderen Aktiven, leiten.

Seinen Text für den geplanten Auftritt als „Pressesprecher“ bei den Faschingssitzungen hätte Lamprecht weitgehend fertig gehabt. „Auch wenn ich nicht auf der Bühne stehe – der Geist des Pressesprechers wird dennoch bei den Vorstellungen zu spüren sein“, verspricht er.

Zuversichtlich ist auch Kol-La-Vorsitzender Philipp Rogg: „Die Kol-La ist eine große Familie, die in solchen Ernstfällen eng zusammenhält.“ Die Arbeit müsse halt nun teilweise auf andere Schultern verteilt werden. „Die Beteiligten sind sofort näher zusammengerückt“, pflichtet Manfred Lamprecht bei. Das habe er sogar bis ins Krankenhaus zu spüren bekommen.

Rogg ergänzt: „Die Nummern für die Kol-La sind zu 95 Prozent fertig, wir sind fleißig am Proben.“ So steht am kommenden Sonntag eine große Klausur an, bei der intensiv an den Programmpunkten gearbeitet werden soll.

Vorstellungen sind bereits nahezu ausverkauft

Eine Absage wäre indessen auch fatal: „Die sieben Vorstellungen in der Stadthalle Gersthofen vom 15. bis 24. Februar sind bereits jetzt nahezu ausverkauft“, so Rogg. Gut 4000 Zuschauer lachen in jedem Jahr über die witzigen und bissigen Einfälle der rund 300 Aktiven auf, vor und hinter der Bühne der Stadthalle.

Doch das Kol-La-Team ist heute nicht nur im Fasching aktiv. Sie organisiert auch im Auftrag der Stadt die Große Open-Air-Vorstellung des „Brandner Kaspers“ auf dem Rathausplatz am 26. Juli zum 50. Stadtjubiläum Gersthofens. Auch hier fungiert Lamprecht als Spielleiter. „Wenn im März die Proben für dieses Stück starten, sollte ich wieder auf dem Damm sein“, ist er sicher.

Lesen Sie hier unsere Berichterstattung über die Faschingssitzung der Kol-La vom vergangenen Jahr:
Die Stadtretter lösen das Rätsel des Gersthofer Lochs

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