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Jahresversammlung

21.02.2019

Feuerwehr rückt fast jeden Tag aus

Ausgerüstet mit Atemschutz ging es zu einem Einsatz im neuen Beruflichen Schulzentrum in Neusäß. Zum Glück war es nur ein Fehlalarm.
Bild: Jörg Röhring

Die Zahl der Einsätze für die Neusässer Aktiven ist gestiegen. Wie ihre Sicherheit bei der Arbeit auf der Autobahn verbessert werden soll

Im vergangenen Jahr waren die Feuerwehrleute in Neusäß recht gefordert: Die Wehr rückte zu insgesamt 285 Einsätzen aus, das ist eine Steigerung im Vergleich zum Jahr 2017 um 51 Einsätze. Somit werden die Kräfte im Durchschnitt alle 1,28 Tage zu jeder Tages- und Nachtzeit vom Arbeitsplatz oder der Familie weggerufen. Davon waren 42 Brände zu löschen, 55-mal rückte die Feuerwehr zu Fehlalarmen aus, und 188 technische Einsätze wurden bewältigt.

Durch den Einsatz der Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst konnten im letzten Jahr 93 Menschen gerettet werden, sieben Personen musste die Feuerwehr leider tot bergen. Gerade die Alarmierungen zu 41 Verkehrsunfällen fordern die Feuerwehr stark heraus. Ein Dutzend Mal fuhr die Feuerwehr mit ausgebildetem Personal vor dem Rettungsdienst als sogenannter First Responder an Unglücksorte und überbrückte die Zeit, bis der erste Rettungswagen oder ein Notarzt eintrafen.

Um im Ernstfall die Taktik und auch die Geräte „blind“ zu beherrschen, ist viel Training nötig. Dieses wurde in 54 planmäßigen Übungen und Unterrichten für die Mannschaft einstudiert. Zusätzlich zu den Übungen wurden wieder Sonderausbildungen für die eigene Mannschaft und umliegende Feuerwehren angeboten. 60 Feuerwehrleute absolvierten im letzten Jahr neben den normalen Übungen Speziallehrgänge wie Führungskräfteschulungen, Absturzsicherungs-, Gefahrgut- und Strahlenschutzausbildungen oder ein Intensivtraining zur Befreiung von Personen nach schweren Verkehrsunfällen. Insgesamt waren die Kräfte der Wehr 4046 Stunden im Einsatz, die Aktiven leisteten 5033 Ausbildungsstunden und die Jugendfeuerwehr 1012 Übungsstunden.

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Für Verwaltungs- und Umbauarbeiten in der Feuerwache, Fahrzeugpflege und -checks sowie Arbeitsgruppen sind 2504 Stunden angefallen. In der Summe sind dies sind 1803 Stunden mehr Ehrenamtsstunden als im Jahr 2017. Die Kommandanten sind stolz, dass das Team der Feuerwehr mit der engagierten Jugend derzeit aus 126 Frauen und Männern besteht.

18 Jugendlichen – 5 Mädchen und 13 Jungen – wurde in 41 Übungen das grundlegende Know-how für Einsätze vermittelt. So lernten die Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren das richtige Verhalten in gefährlichen Situationen, in einem Erste-Hilfe-Kurs wurde die Versorgung von verletzten Personen gelehrt und das gesamte Equipment eingesetzt, um hier das erforderliche technische Hintergrundwissen für die Einsatztaktik im Ernstfall zu kennen. Ab dem 16. Lebensjahr fahren die Jugendlichen sehr fleißig zu den Einsätzen mit.

Neusäß wächst und somit auch der Bedarf an Sicherheit. Darum wurden einige wichtige Komponenten beschafft. So stehen jetzt unter anderem Spezialrollcontainer für schwere Einsätze mit Trennschleifer und Sägen und zur Personenrettung aus Gewässern bereit. Der neue Mannschaftstransportwagen ist seit Dezember 2018 im Dienst und hat über ein Rampensystem die Möglichkeit, diese Spezialrollcontainer zu befördern. Ein großer Logistik-Lkw folgt. Für die Unterbringung der Rollcontainer wurde ein provisorischer Lagerraum aus Containern an die Feuerwache angebaut. Um noch sicherer und schneller eingeklemmte Lkw-Fahrer aus ihren Führerhäusern befreien zu können, wurde eine neue Rettungsplattform angeschafft, hier kann auch in zwei Meter Höhe ohne Absturzgefahr gearbeitet werden. Für besseres Arbeitslicht bei Nachteinsätzen wurden die Scheinwerfer auf sehr helle LED-Lampen umgestellt. Alle Einsatzfahrzeuge konnten mit der neuen Heckwarnbeklebung ausgestattet werden, welche der besseren Sichtbarkeit im Straßenverkehr dient. Ebenfalls zur Erhöhung der Sichtbarkeit im Straßenverkehr konnte auf dem neuen Mannschaftstransportwagen eine LED-Warntafel gerade für die zahlreichen Einsätze auf der Autobahn A8 installiert werden.

Der Verein ist das Fundament für die aktive Feuerwehrarbeit, darum war im letzten Jahr wieder einiges für die 329 Vereinsmitglieder geboten. Neben Ausflügen gab es einen Faschingsball in der Feuerwache und den Tag der offenen Tür. Die zahlreichen Treffen der Seniorengruppe und die Unterstützung der Jugend durch den Verein verzahnt Generationen miteinander. So arbeiteten auch bei Aktivitäten wie der Maibaumfeier Alt-Neusäß alle zusammen.

Das Führungsteam mit Andreas Golling, Christian Kannler, Robert Schmidt und Jörg Aumann macht in den nächsten sechs Jahren weiter. (AL)

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