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Landkreis Augsburg

07.06.2019

Feuerwehren haben am Wochenende die Qual der Wahl

Feuerwehrumzüge, wie hier in Steinekirch, haben besonders auf dem Land eine lange Tradition.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Plus In Gersthofen und Auerbach gibt es große Umzüge. Nun müssen die Wehren sich entscheiden, wo sie feiern. In Sachen Teilnehmerzahl gibt es einen klaren Gewinner.

Es gibt Tage, da kommt einfach alles zusammen. Wer schon einmal zu zwei Geburtstagsfeten am selben Tag eingeladen war, weiß das. Man steht vor der Qual der Wahl: Absagen möchte man freilich keinem, auf beiden Festen tanzen geht bekanntlich aber auch nicht. Der Pfingstsonntag ist so ein Tag. Gleich zwei große Feuerwehrumzüge stehen im Horgauer Ortsteil Auerbach und in Gersthofen an. Das stellt die Wehren vor eine Herausforderung.

Eines gleich vorweg: Was die Zahl der Teilnehmer anbelangt, gibt es in diesem Rennen einen klaren Gewinner. In Auerbach werden am Sonntag rund 60 Wehren teilnehmen, in Gersthofen nur etwa halb so viele. Woran das liegt? „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, sagt Wolfgang Baumeister, Kommandant der Feuerwehr Gersthofen. Die Auerbacher seien schlicht früher dran gewesen. Schon vor gut drei Jahren hatten sie sich auf den Termin am Pfingstwochenende festgelegt. Die Einladungen an die Wehren hatten sie vor den Gersthofern verschickt. „Wir konnten aber nicht auf einen anderen Termin ausweichen“, meint Baumeister. Denn das Feuerwehrfest sollte zusammen mit dem Gersthofer Stadtfest stattfinden. Und dieser Termin stand bereits.

Viele Wehren sind mit Auerbach verbunden

Enttäuscht über den schwachen Zulauf der Wehren auf dem Gersthofer Umzug ist der Kommandant aber nicht. „Wir verstehen, dass viele Wehren mit Auerbach verbunden sind“, sagt er. Statt der Wehren seien außerdem viele Vereine beim Umzug mit dabei. Das habe auch etwas Gutes: „Statt der vielen blauen Anzüge haben wir heuer einen bunten Umzug“, sagt Baumeister.

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Abgesehen von der Überschneidung der beiden Feste, gibt es für den Kommandanten noch einen anderen Grund für die sinkende Teilnahme. Es sei festzustellen, dass der Stellenwert eines Umzugs auf dem Land deutlich größer sei als in der Stadt. „Hier geht der Trend weg von den klassischen Umzügen“, sagt Baumeister. Stattdessen setze man immer mehr auf ausgewöhnlichere Alternativen. So gab es in Gersthofen zum Beispiel ein großes Bobbycar-Rennen oder die Familien-Olympiade.

Wenige Wochen vorher feierte auch die Wehr in Steinekirch ihr Jubiläum

Dass die Termine für die beiden Umzüge am Sonntag zusammenfallen, habe auch die Auerbacher Wehr vor eine Herausforderung gestellt, erklärt der dortige Kommandant Stefan Reitmayer. Man habe sich extra für den Pfingstsonntag entschieden, da wenige Wochen vorher auch die Wehr in Steinekirch ihr Jubiläum feierte. Dass Gersthofen an diesem Tag ebenfalls einen Umzug plant, habe er erst Ende letzten Jahres erfahren, erinnert sich Reitmayer. Verschieben konnte man da nicht mehr. Einige Wehren mussten in Auerbach zwar zum Umzug absagen, wollen aber einen Tag vorher zum Festabend kommen.

Die beiden Feste könnten die Wehren aber noch zu einem anderen Problem führen: Was, wenn etwas passiert und alle Wehren auf dem Umzug sind? Größere Wehren stellten dazu eine Einsatzgruppe zurück, erklärt Wolfgang Baumeister. Kleinere können das freilich nicht. Im Notfall müsse das Fest unterbrochen werden, sagt er. Das komme immer wieder vor. Zuletzt zum Beispiel beim Bobbycar-Rennen in Gersthofen. Hier musste die Wehr wegen eines Unfalls auf der Autobahn ausrücken. Das Rennen wurde unterbrochen. Mit derartigen Zwischenfällen müsse man als Feuerwehrmann immer rechnen, sagt Baumeister.

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