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Fischach

28.11.2019

Fischacher Räte wollen Pellets statt Photovoltaik

Das neue Fischacher Rathaus (links) und das neue Gebäude der Kreissparkasse sollen ein Ensemble in der Mitte von Fischach bilden. Stilelemente des typisch schwäbischen Hauses werden übernommen, aber nicht alle. Baubeginn könnte Mitte 2020 sein.
Bild: 3+ Architekten Augsburg

Der Vorstoß von Christine Disse-Reidel für Solarzellen auf dem Rathaus findet kaum Gehör. Woanders der Einsatz von erneuerbaren Energien aber geprüft werden.

„Nein“ sagte mehrheitlich der Marktgemeinderat bei seiner vergangenen Sitzung zu einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Rathauses. Nicht abgeneigt war das Gremium jedoch gegen eine Prüfung aller Möglichkeiten der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auf den bereits bestehenden gemeindeeigenen Gebäuden.

Ausgangspunkt war ein Antrag von Christine Disse-Reidel als Sprecherin des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen. Darin regte sie besonders an, auf dem geplanten Rathaus eine Photovoltaikanlage zu installieren.

Pelletheizung trägt dem ökologische Aspekt Rechnung

Vorab hatte dazu die Gemeindeverwaltung die Regierung von Schwaben als Fördergeberin des Bauprojekts um Stellungnahme gebeten. Darin äußerte sie aufgrund der geplanten Dachform sowie der zu erwartenden Beeinträchtigung des architektonischen Gesamtkonzepts erhebliche Bedenken. Zudem sei durch den geplanten Einbau einer Pelletheizung der ökologische Aspekt Rechnung getragen worden, hieß es weiter in der Antwort.

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Dem widersprach Gemeinderat Rudolf Linderl: „Das ökologische Gewissen sollte man nicht auf die Pelletheizung beschränken.“ Auch er würde eine Photovoltaikanlage begrüßen. Andere meinten wiederum, dass man bei dem künftigen Rathausdach kein Exempel erneuerbarer Energien statuieren solle. Ines Penzhorn verwies darauf, dass es genügend andere gemeindliche Gebäude und damit Alternativen für Fotovoltaikanlagen gebe.

Franz Fischer schien die Debatte zu nerven. Er beantragte kurzerhand, über eine Anlage auf dem Dach des geplanten Rathauses abzustimmen. Ergebnis: Die Mehrheit des Gremiums sprach sich dagegen aus.

Praktikanten für das kommende Kindergartenjahr

Gänzlich verwehren wollte sich der Gemeinderat den erneuerbaren Energien auf anderen gemeindlichen Gebäuden dennoch nicht. Er beschloss in diesem Zusammenhang einstimmig, die Verwaltung mit der Ermittlung der voraussichtlichen Kosten und Fördermöglichkeiten für die Beauftragung eines Fachgutachters zu beauftragen. Ohne Gegenstimme segnete das Gremium auch den Antrag der Katholischen Kirchenstiftung St. Vitus in Willmatshofen ab. Sie beantragte die Einstellung eines SPS1- sowie SPS2-Praktikanten für das kommende Kindergartenjahr. Hinter SPS verbirgt sich die Abkürzung für Sozialpädagogisches Seminar.

Weiter erteilte das Gremium der Firma Hauser Weinimport hinsichtlich der Wasserversorgung eine beschränkte Teilbefreiung vom Anschluss- und Benutzungsvertrag zum Entnehmen von Grundwasser aus dem eigenen Tiefbrunnen. Dies gilt ausschließlich nur zum Zwecke der Verwendung für die Getränkeherstellung als „Natürliches Mineralwasser“. Dies werde auf die Dauer von 20 Jahren befristet und auf eine jährliche Entnahmemenge von maximal 50000 Kubikmetern beschränkt, erläuterte Marktbaumeister Roland Bröll.

Abschließend setzte sich Bürgermeister Peter Ziegelmeier noch mit einer öffentlichen Kritik an ihm im Zusammenhang mit der Reaktivierung der Staudenbahn auseinander. Er könne sehr wohl nachvollziehen, dass bei diesem Thema jemand frustriert sei. „Das ist aber keine Entschuldigung für Stil und Diktion“, verdeutlichte der Rathauschef.

Der Kritiker aus Schwabegg hatte sich verbeten, der Betriebsgesellschaft Stauden (BBG) die Schuld für die derzeitigen Probleme bei der Bahnreaktivierung in die Schuhe zu schieben. Ziegelmeier sprach ihm „in völlig einseitiger Weise jede Sachkenntnis ab“ und verwies auf seine jahrelangen Bemühungen um die Reaktivierung gegen zum Teil erhebliche Widerstände.

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