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Meitingen

01.08.2020

Fischerverein Meitingen wird für Pflege des Mädelelechs ausgezeichnet

Der Fischerverein Meitingen kümmert sich, unterstützt von der Jugendfeuerwehr Herbertshofen, um die Pflege des Mädelelechs.
Bild: Peter Heider

Plus Meitinger Fischer kümmern sich um die Pflege des Nebengewässers des Lechs. Hier wachsen Fische ungestört auf.

Der Fischerverein Meitingen ist einer der Preisträger beim „Bessermacher“-Wettbewerb der LEW in der Kategorie „Umwelt“. Gewonnen hat der Verein durch seinen vorbildlichen Einsatz und die langjährigen Aktionen rund um den Mädelelech bei Meitingen, dem einzigen Nebengewässer des Lechs zwischen Gersthofen und Ellgau. „Wir freuen uns riesig und bedanken uns bei allen, die sich das ganze Jahr über für unsere Gewässer und den Fischbestand engagieren“, erklärte der Zweite Vorsitzende Reinhard Reiter.

Erster Vorsitzender Hubert Schuster hat sich von Anfang an für den Mädelelech starkgemacht. Für folgende Aktivitäten erhält der Verein ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro: Hege und Pflege des Gewässers inklusive Fischbestandserhebungen, Besatz mit bestandsbedrohten Fischarten, Wiederherstellung der Durchgängigkeit durch Teilöffnungen von Biberdämmen sowie die Auflockerung von Kieslaichplätzen. „Mit unseren Maßnahmen helfen wir vielen Fischarten, den Bestand zu erhalten oder wieder auf die Flossen zu kommen“, erklärt Schuster.

Gutes Nebeneinander von Fisch und Biber

Die Durchgängigkeit des Gewässers, eine schnelle Strömung, geringe Erwärmung des Wassers sowie ein kiesiger Untergrund ohne Verschlammung durch die Aufstauung sind laut Schuster nämlich wichtige Grundvoraussetzungen für die bedrohten kieslaichenden Fischarten. Zudem gibt es weiterhin ein gutes Nebeneinander von Fisch und Biber, denn Jungfische nehmen die Strukturverbesserungen durch die Einbringung von Totholz sehr gerne an. Aber auch Insekten wie Libellen und Schmetterlinge oder auch der Eisvogel profitieren von den Maßnahmen der Fischer.

Fischerverein Meitingen wird für Pflege des Mädelelechs ausgezeichnet

Der Mädelelech ist ein optimales Refugium für Fische, um abzulaichen, aber auch für Jungfische, die hier ungestört aufwachsen können. Hier finden die Fische einen sicheren Rückzugsort bei Hochwasser und auch einen Schutz vor fischfressenden Vögeln. Der Wechsel von flachen, schnell fließenden Bereichen und tieferen Gumpen bietet für mehr als 20 Fischarten und viele andere Lebewesen im und am Wasser perfekte Bedingungen. Alles, was hier passiert, wirkt sich darüber hinaus auch positiv auf den Lech aus, in den der Mädelelech mündet.

Meitinger Fischereiverein pflegt dem Gesetz entsprechend

Der Meitinger Fischerverein hege und pflege, so Reinhard Reiter, dieses Gewässer, wie es das Fischereigesetz vorschreibt, doch er beangle diesen Gewässerabschnitt nicht. Er übernehme dort die Fischereiaufsicht. Alle paar Jahre wird der Fischbestand zusammen mit der zuständigen Fischereifachberatung mittels Elektrofischerei kontrolliert. Durch gezielte Besatzmaßnahmen wird einzelnen Fischarten geholfen, vor allem den stark gefährdeten Urbewohnern des Lechs. Speziell wurden in den letzten Jahren Aalrutten- und Nasenbrut sowie Hucheneier in speziellen Brutboxen angesiedelt.

Unmengen von Abfall, Müll und Unrat, darunter sogar ein Fahrrad, wurden von elf Jungfischern und sechs Betreuern des Meitinger Fischervereins am westlichen Uferstreifen des Lechs und an zehn Gewässern aufgelesen.
Bild: Peter Heider (Archiv)

Biberdämme werden teilweise geöffnet, um Fische durchzulassen

Wichtig für viele im Mädelelech lebende Fischarten ist die Durchgängigkeit. Einige Kurzstreckenwanderer müssen zum Beispiel zu ihren Laichplätzen schwimmen können, um sich zu fortzupflanzen. Biberdämme, die dabei im Weg sind, werden in unregelmäßigen Abständen teilweise geöffnet.

Um den kieslaichenden Fischen ein optimales Laichsubstrat anbieten zu können, werden jährlich vor der Laichzeit etwa der Bachforelle die Kiesbänke durchgespült. Zusammen mit der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Herbertshofen wird mit Feuerwehrschläuchen in den Kies gespritzt, um dieses aufzulockern und das Kieslückensystem wieder herzustellen. In diesem sollen sich dann Fischeier, Jungfische und Kleinlebewesen ungestört entwickeln können.

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