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Gersthofen

22.04.2012

Fliegende Fäuste auf der Kirchweih

Die Kirchweih in Gersthofen. Archivbild: Marcus Merk

Ein 22-Jähriger von mehreren Männern verprügelt und beim Weglaufen noch mit Steinen beworfen worden sein. Diese Szene soll sich in Gersthofen abgespielt haben.

Ein 22-Jähriger soll auf dem Boden liegend von mehreren Männern verprügelt und beim Weglaufen noch mit Steinen beworfen worden sein. Diese Szene soll sich im vergangenen Oktober auf der Gersthofer Kirchweih abgespielt haben. Zwei junge Männer sind deshalb jetzt vor Gericht wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Die Beweisaufnahme gestaltete sich allerdings äußerst schwierig.

Der Staatsanwaltschaft zufolge sollen die heute 22- und 31-jährigen Angeklagten aus dem nördlichen Landkreis den 22-Jährigen mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben und ihn auch mit den Füßen ins Gesicht und in den Bauch getreten haben. Einer soll ihn zudem erfolglos mit Steinen geworfen haben. Zehn lockere Zähne und mehrere Prellungen im Gesicht waren die Folge. Der Geprügelte bestätigte diese Version in etwa, konnte jedoch weder sagen, inwieweit der Jüngere der Beschuldigten beteiligt war, noch, wie viele und wer auf ihn eingetreten hat, als er schon am Boden lag. Die beiden Angeklagten zeichneten derweil ein anderes Bild des Vorfalls.

Der 22-jährige Angeklagte sagte aus, er habe sich selbst an der Schlägerei überhaupt nicht beteiligt. Der 31-Jährige sei mit dem späteren Opfer im Bierzelt in Streit geraten, der nach dem Einschreiten von Sicherheitsmitarbeitern draußen fortgeführt wurde, dabei habe es auch Prügel gegeben. Er selbst sei daran nicht beteiligt gewesen. Stattdessen beschuldigte er einen weiteren Mann, einen 45-jährigen Bekannten der beiden Angeklagten, sich eingemischt und mitgeprügelt zu haben.

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Der 31-Jährige gab zwar zu, sich mit dem 22-jährigen Geschädigten geschlagen zu haben, angefangen habe jedoch der andere. Steine geworfen habe er nicht. 1,6 Promille Alkohol im Blut hatte der 31-Jährige an diesem Abend, auch der zweite Angeklagte gab zu, betrunken gewesen zu sein.

Sicherheitsmitarbeiter sagen als Zeugen aus

Der Aussage der drei Sicherheitsmitarbeiter zufolge lag der Verprügelte am Boden und wurde von mehreren Männern geschlagen und getreten. „Sogar Leute, die einfach vorbeikamen, haben mitgetreten“, sagte ein 31-jähriger Sicherheitsmitarbeiter. Etwa fünf bis sechs Männer hätten mitgemacht, sagte er aus. Ob die beiden Angeklagten darunter waren, konnte er nicht sicher sagen. Einer seiner Kollegen erkannte den 31-jährigen Angeklagten als Beteiligten wieder. Einzelheiten, wer in welcher Weise wen geprügelt hat, konnte auch er nicht nennen.

Weitere Zeugen widersprachen sich teilweise in ihren eigenen Aussagen und konnten nicht dazu beitragen, Klarheit in den genauen Tathergang zu bringen. Nach der Befragung von acht Zeugen kam Richter Florian Schmitt-Roob zu dem Schluss, dass das Schöffengericht noch kein klares Bild des Geschehens habe, die Aussage eines verhinderten, neunten Zeugen – eines Polizisten – notwendig sei. Die Verhandlung soll in einer Woche fortgesetzt werden.

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