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Landkreis Augsburg

26.02.2015

Flüchtlingskinder machen Lehrern sorgen

Für den Unterricht mit Flüchtlingskindern fehlt oft die richtige Ausstattung, klagen Lehrer.
Bild: Archivbild Fotolia

 Pädagogen fordern mehr Unterstützung

Steigende Asylbewerberzahlen, nicht deutschsprachige Kinder aus vielen verschiedenen Ländern und damit zusammenhängende vielfältige Problematiken an den Landkreisschulen – dies waren Schwerpunkte eines Bildungsgesprächs des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen-Verbands (BLLV) mit der CSU-Landtagsabgeordneten Carolina Trautner. Probleme, die wie Trautner betonte, erkannt und im Rahmen der Bildungsklausur der CSU auch diskutiert wurden.

BLLV-Vorsitzende Gabriele Ullersberger beschrieb den Alltag an den Grund- und Mittelschulen: Kinder ohne Deutschkenntnisse, zum Teil nach Verfolgung und Fluchterlebnissen traumatisiert, deswegen verhaltensauffällig, nicht selten ganz ohne Schreib- und Lesekenntnisse sitzen in Regelklassen mit 25 Schülern. Während in der Stadt Augsburg mit der Bildung von Übergangsklassen reagiert werden kann, ist dies in einem Flächenlandkreis wie im Augsburger Land – will man sich an die Vorschriften wie zum Beispiel nur zwei Jahrgänge in einer Klasse halten – schlecht umzusetzen. Das Schulamt richtete je eine Übergangsklasse in Dinkelscherben, Gersthofen und Königsbrunn ein, Schulen außerhalb dieser Schulsprengel konnten aber aufgrund der Schülerzahlen nicht bedient werden. „Flexible, regional angepasste Lösungen sind von Nöten“, so Karin Klos, stellvertretende BLLV-Vorsitzende im Landkreis und Konrektorin der Eichenwaldschule in Neusäß.

Man müsste ein ausreichendes Stundenkontingent speziell für die Förderung nicht deutschsprachiger Kinder und die dazugehörigen Lehrer haben, sowie die mobile Reserve aufstocken, die bislang nur für Krankheitsvertretungen herangezogen wird. Trautner sah zusätzlich die Notwendigkeit, schnell mehr Lehrer im Fach „Deutsch als Zweitsprache“ auszubilden.

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Ullersberger wies auch auf das Problem der Kostenübernahme von Dolmetschern hin, das bisher nicht zufriedenstellend geregelt ist. Und Dolmetscher braucht es dringend, nicht nur für schulische Gespräche sondern auch zur Klärung sozialer und psychischer Thematiken. In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass vor allem an den Mittelschulen ein eklatanter Mangel an Lehrern herrscht.

In diesem Zusammenhang forderten die BLLV-Vertreter eine bessere Durchlässigkeit der Lehrämter. Dann könnten arbeitslose Realschul- und Gymnasiallehrer nicht nur kurzfristig zur Aufstockung der mobilen Reserve eingestellt werden. Auch eine verträgliche Nachqualifikation für Grundschullehrer stand auf der Vorschlagsliste der BLLV-Funktionäre.

Am Ende des einstündigen Meinungsaustausches nahm Carolina Trautner mit in den Bildungsausschuss des Landtags, dass neben dem Kostenfaktor vor allem Flexibilität in Zusammenhang mit der Asylproblematik an den Schulen des Landkreises mehr denn je gefragt ist.

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