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Stadtbergen

30.09.2019

„Flugzeugabsturz“ in der Deuringer Heide

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5 Bilder
Realistisch geschminkte Statisten riefen verzweifelt um Hilfe.
Bild: Marcus Merk

 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Johannitern proben erschreckend realistisch den Einsatz bei einer Katastrophe. Dafür werden sogar Wrackteile einer Cessna herbeigeschafft.

Hundebesitzer und Jogger sind in der idyllischen Deuringer Heide unterwegs, als um 12.50 Uhr ein ohrenbetäubender Knall die Stille zerbricht. Rauch steigt auf, Feuer brennt, Menschen schreien um Hilfe, abgerissene Körperteile liegen am Boden: Flugzeugabsturz im ehemaligen Panzerkessel.

Doch zum Glück handelte es sich um eine der größten Übungen in Stadtbergen, die am Samstag im Rahmen der Brandschutzwoche durchgeführt wurde. „Das größte Problem war die Geheimhaltung“, sind sich Martin Rusch, Kommandant der Feuerwehr Stadtbergen, und Markus Voh, Leiter des Ordnungsamtes, einig. Zusammen mit Andreas Rißler (FF Deuringen/THW) und Wolfgang Meßner vom THW Augsburg entwickelten sie die Idee, ein Flugzeug der frei erfundenen Fluggesellschaft „Jimmyruschi Airlines“ mit 30 Passagieren an Bord in der Heide „abstürzen“ zu lassen, das vom Flughafen Augsburg aus Richtung Bodensee unterwegs war.

Im Frachtraum wurde Gefahrgut transportiert

Ursache des Unglücks: „ein um 12.44 Uhr abgesetzter Notruf – Triebwerkschaden – kein Funkkontakt“. Erschwerend kam dazu, dass im Frachtraum Gefahrgut transportiert wurde. Dafür wurden in der Früh Wrackteile einer Cessna „top secret“ durch das THW zum Einsatzort gebracht. Mit dieser Übung rechneten die Floriansjünger keineswegs. Flächensuche, Brandbekämpfung unter erhöhter Explosionsgefahr am Flugzeug, Personenbergung, Verletztenversorgung, Räumen der Unfallstelle, Logistik und Transportaufgaben wie die Beseitigung der Gefahrenstoffe zählten zu den Schwerpunkten der Übung. „Die Erprobung und Übung der Bewältigung der einzelnen Schwerpunktszenarien für die Freiwilligen Feuerwehren, THW, Polizei und Rettungsdienste (Johanniter, BRK, Stadtbergen Wasserwacht) zählten zum Übungsziel“, sagt Markus Voh. „Zum Gelingen der Übung trugen weiter die Johanniter mit 30 Statisten bei, die absolut realitätsnah geschminkt mit zerrissener Kleidung, blutüberströmt, verteilt in der Heide auf ihren Einsatz vorbereitet wurden, Puppen, aus dem Flugzeug herausgeschleudert, hingen in Bäumen und „warteten“ auf die Rettung per Drehleiter.

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Ein weiteres Übungsziel war die Rettung von in einem Auto eingeklemmten Personen mit dem Hindernis, dass der Anfahrtsweg versperrt war. Man nahm an, dass der Autofahrer mit Kind im Auto das abstürzende Flugzeug sah, erschrak und beim Ausweichmanöver gegen einen Baum prallte.

Bei der Abschlussbesprechung mit allen Beteiligten freut sich Einsatzleiter Martin Rusch: „Die groß angelegte Übung mit 350 Beteiligten war in allen Belangen ein großer Erfolg. Anerkennenswert ist die überörtliche Zusammenarbeit der Einsatzkräfte.“

Alle eingesetzten Kräfte seien mit vollem Engagement dabei gewesen und hätten ihr über die Jahre erworbenes Können gezeigt. Bei dieser groß angelegten Übung wurden speziell die Führungskräfte gefordert, die die Lage mit Bravour und überaus erfolgreich meisterten, so Rusch.

Das Video der Großübung finden Sie hier:

350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Johannitern proben erschreckend realistisch den Einsatz bei einer Katastrophe. Dafür werden sogar Wrackteile einer Cessna herbeigeschafft.
Video: Marcus Merk

Hier geht es zur Bildergalerie: Großübung in der Deuringer Heide

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Es wird immer wichtiger, Abläufe zu proben

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