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Polizei

21.02.2018

Folgenreicher Drohbrief an Diedorfer Schülerin

Im Zweifel immer die 110: Die Polizei verständigte die Leiterin der Grund- und Mittelschule Diedorf, nachdem eine Schülerin bedroht wurde.

Fünf Streifen an der Grund- und Mittelschule und ein Missverständnis, das Schüler und Eltern beunruhigt

Ein Drohbrief, der an eine Achtklässlerin adressiert war, löste gestern einen größeren Polizeieinsatz an der Grund- und Mittelschule Diedorf aus. Zwei Lehrer schätzten die Situation offenbar falsch ein – sie sperrten ihre Schüler in die Klassenzimmer. Laut Polizei wurden die Räume nach kurzer Zeit wieder geöffnet. Eine Panik sei nicht entstanden. „Es war ein fast normaler Schultag“, sagte gestern Alfred Götz von der Polizeiinspektion in Zusmarshausen.

Um was genau es in dem Drohbrief ging – ob er sich nur gegen die 14-jährige Achtklässlerin oder auch gegen die ganze Schule richtete – blieb gestern unklar. Die Polizei hielt sich aus ermittlungstaktischen Gründen bedeckt. Auch über die Hintergründe wurde nichts bekannt. Schulleiterin Christine Mayr äußerte sich gestern nicht zu Details. Sie verwies auf die Information der Polizei und sagte: „Dem ist nichts hinzuzufügen.“

Das Mädchen hatte am Montag in einem Schulheft beim Erledigen der Hausaufgaben den Brief entdeckt. Laut Polizei wurden darin „Repressalien“ angedroht. Die 14-Jährige zeigte den Zettel ihrer Mutter, die sich am Dienstag an die Schulleitung wendete. Gegen acht Uhr informierte Schulleiterin Christine Mayr die Polizeiinspektion Zusmarshausen, die daraufhin fünf Streifen – darunter auch Beamte in Zivil – nach Diedorf schickte. Die Lehrkräfte wurden dann per Durchsage zur Schulleitung gerufen und anschließend über den Vorfall unterrichtet. Nach Auskunft der Polizeiinspektion Zusmarshausen sei auch durchgespielt worden, was im Ernstfall an der Schule passiert. Und wie sich Lehrer dann verhalten müssen. Offenbar gab es Irritationen beziehungsweise eine Fehlinterpretation – diese führte jedenfalls dazu, dass sich zwei Lehrer mit ihren Schülern in den Klassenzimmern einschlossen. Der Unterricht lief weiter. Eine Gefährdung von Schülern oder Lehrkräften habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben, sagte gestern Polizeisprecher Alfred Götz. Es habe auch keine Unruhe oder Aufregung gegeben. Die Polizei blieb bis Schulschluss vor Ort und zeigte Präsenz. Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, dürfte das Schreiben bereits vor den Ferien in die Schulsachen der 14-Jährigen gelangt sein. Entdeckt hatte es das Mädchen aber erst am Montag. Die Polizei versucht weiterhin, den Verfasser des Briefes herauszufinden, und arbeitet eng mit der Schulleitung der Mittelschule zusammen.

Schulverbandsvorsitzender Peter Högg, der Bürgermeister von Diedorf, sagte: „Der Vorfall wurde sehr ernst genommen. Das ist richtig so. Denn die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen geht absolut vor.“ Drohschreiben dürften nicht verharmlost werden.

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