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Zusmarshausen

19.01.2019

Frauen ziehen den Hut vor ihren Vorreiterinnen

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2 Bilder
In Kostümen wie vor 100 Jahren trafen sich in Zusmarshausen Frauen des Frauenbunds zu einem Demomarsch, um an die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren zu erinnern.
Bild: Marcus Merk

 Frauenbund Zusmarshausen feiert 100 Jahre Frauenwahlrecht und zieht in Kostümen durch den Ort. Warum die starken Vorbilder auch heute noch aktuell sind.

In Erinnerung an das 100-jährige Wahlrecht der Frauen sind am gestrigen Freitag etwa 30 Frauen des Katholischen Frauenbundes Zusmarshausen unter dem Motto „Wir ziehen den Hut“ vom Pfarrheim Zusmarshausen zum Rathaus gezogen. Alle hatten dem Motto getreu große, teilweise bunte Hüte auf. Mit dem Marsch wollen sie der starken Frauen der Vergangenheit gedenken, denen das heutige Frauenwahlrecht zu verdanken ist.

Im Rathaus wurden die Damen vom Bürgermeister Bernhard Uhl empfangen. Er hielt einen Vortrag über die Geschichte des Frauenwahlrechts. 1918 wurde in der Weimarer Verfassung in Artikel 109 das Frauenwahlrecht festgehalten. Ab dann galt das allgemeine und gleiche Wahlrecht, auch die Klassenzugehörigkeit spielte keine Rolle mehr. „Heute sind wir mit dem dritten Geschlecht ,divers‘ noch einen Schritt weiter in der Selbstbestimmung der Menschen. Wer weiß, was in 100 weiteren Jahren noch alles kommt und was die Leute dann von uns denken“, sagte Uhl.

Im Jahr 1919 haben 330 Frauen kandidiert

Auch die Vorsitzende des Frauenbundes, Anni Hartmann, hielt eine kleine Rede, in der sie den Vorreiterinnen dankte, die den Weg für das aktive und passive Wahlrecht der Frauen geebnet hatten. Bereits 1919, bei der ersten allgemein und demokratisch gewählten Nationalversammlung in Deutschland, haben 330 Frauen kandidiert, von denen dann 37 in das Parlament eingezogen sind. „Das ist für damalige Verhältnisse eine erstaunliche Zahl. Vor diesen Wegbereiterinnen ziehen wir heute unseren Hut. Je mehr darüber berichtet wird, desto mehr kommt das Thema unter die Leute, und unsere aktuelle Situation wird nicht als selbstverständlich angesehen“, erklärt Anni Hartmann.

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Zur Ehrung dieser Vorbilder hat die patente Dame innerhalb von wenigen Tagen den Demomarsch organisiert. Sie war bereits bei der Gründung des Frauenbundes 1983 dabei. Der Verein entsprang der Idee, auf dem Christkindlesmarkt in Zusmarshausen für soziale Zwecke Geld zu sammeln. Mit ihrer Bastelgruppe haben die Damen einiges angefertigt und den Erlös dann an karitative Projekte gespendet.

Auch sportlich sind die Damen sehr aktiv

Der Verein möchte auch den Zusammenhalt untereinander stärken: Die Frauen unternehmen oft etwas zusammen, wie beispielsweise ein monatliches Frühstück. Zudem gibt es Mutter-Kind-Gruppen und einen Spatzentreff, bei dem man sein Kind für zwei Stunden betreuen lassen kann. Auch sportlich sind die Damen sehr aktiv: „Bei dem Landkreislauf beteiligen wir uns oft, um uns fit zu halten, ebenso machen wir 5-Tage-Radeltouren“, erklärt Hartmann.

Zur Entspannung unternehmen die Frauen Wellness-Reisen, aber auch kulturell sind sie interessiert. „Ich bin Stadtführerin, deshalb kenne ich mich gut in der Region aus. Wir besuchen oft besondere Orte, wie den protestantischen Friedhof“, erzählt Hartmann.

Wichtig ist der Vorsitzenden allerdings zu betonen: „Wir sind parteipolitisch neutral und möchten allen Parteien die Chance geben, sich bei uns vorzustellen. Wir sind bunt wie die Farben aller Parteien und möchten das auch nach außen hin zeigen.“

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