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Neujahrsempfang

20.01.2015

Freude über viele neue Bürger

Viele Bürger, die Gastgeber und Ehrengäste begrüßten in Langweid das neue Jahr gemeinsam: (von links) Landtagabgeordneter Harald Güller, Moderator Günter Klein, der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Stettenhofen, Juri Hammer, Bürgermeister Jürgen Gilg, Klaus Langer, Prof. Günther Schmid, Landtagsabgeordneter Georg Winter und Werner Wölfel.
Bild: Sonja Diller

Positive Entwicklung Langweids prägt die Gespräche

Festlicher Auftakt im Januar: Langweid begrüßte zum ersten Mal das neue Jahr offiziell nicht im Pfarrheim, sondern in der geräumigen Dreifachturnhalle der Mittelschule. Der Umzug war dem großen Erfolg des Neujahrsempfangs geschuldet, den seit über 20 Jahren die Reservistenkameradschaft Stettenhofen für die gesamte Gemeinde auf die Beine stellt. Für die stetig wachsende Gästezahl und das üppige Büfett, das jedes Jahr in Eigenarbeit zubereitet wird, war das Pfarrheim zu klein geworden.

Mit einem großen „Dankeschön“ an den Verein begann deshalb Bürgermeister Jürgen Gilg sein Grußwort. Die Gemeinde nehme nicht zuletzt aufgrund des funktionierenden Miteinanders aller Bürger eine erfreulich positive Entwicklung, zeigte er anhand einiger Beispiele auf. Eine „tolle Entwicklung“ sehe man bei der Bevölkerungszahl, die inzwischen bei 7800 Personen mit Hauptwohnsitz in Langweid liege. Geburten und Zuzüge quer durch alle Altersgruppen stellten die Gemeinde vor Herausforderungen, die gerne angenommen und gemeinsam gemeistert würden, so Gilg. Mit dem neuen Kindergarten, dem Kreisverkehr im Norden und der neuen Zufahrt zum Bahnhof, der Erweiterung des Park-and-ride-Platzes und dem Schallschutz der Bahn habe Langweid in den letzten Jahren viel erreicht, beglückwünschte Landtagsabgeordneter Georg Winter auch im Namen seines ebenfalls anwesenden Landtagskollegen Harald Güller die Gemeinde. Als Vertreter der Reservistenorganisationen begrüßten Werner Wölfel und Klaus Langer die Gäste.

Referent des Abends war Professor Günther Schmid, Experte für internationale Sicherheitspolitik und globale Fragen; von 1984 bis 2012 war Schmid im Bundeskanzleramt mit den weltweiten Zusammenhängen von Politik und Wirtschaft beschäftigt und lehrte auch an der Beamtenhochschule München und Berlin. Er wünschte den Gästen des Neujahrsempfangs zwar ein gutes Jahr 2015, machte aber gleichzeitig keinen Hehl daraus, dass die Zukunft in Fragen der internationalen Politik, der Sicherheit und wirtschaftlichen Entwicklung mit vielen Fragezeichen versehen sei. Es sei kein friedliches Jahr zu erwarten, denn der Westen sei noch nie so aggressiv herausgefordert worden wie im vergangenen Jahr. Amerikas neue Strategie des „leading from behind“, des Führens aus der zweiten Reihe, werfe die Frage auf, wer am Steuer sitzen wird, wer das Navi bedient, wenn die frühere Weltmacht sich freiwillig auf den Rücksitz zurückziehe und seine Interessen künftig vorwiegend im ostasiatisch-pazifischen Raum vertreten wolle.

Weder Europa noch China, Russland oder eine andere Macht sei in der Lage, das entstandene Vakuum zu füllen. „Wir beobachten einen rasanten Zerfall der Ordnungsstrukturen, steuern auf einen Globus ohne Zentrum zu“, warnte Schmid vor neuen Verteilungskriegen und dem Islamischen Staat als der größten Herausforderung für den demokratischen Westen. Europa müsse eine gemeinsame Sicherheitsstrategie entwickeln, um die westliche Ordnung offensiver verteidigen zu können und den Systemwettbewerb zu überleben. Den Trend des Rückzugs in eine gemütliche Biedermeier-Welt könne sich unsere Gesellschaft nicht leisten, warnte Schmid vor schwindender Wahlbeteiligung und unpolitischem Denken.

Der Kloß, der so manchem Zuhörer nach dem globalen Lagebericht des Fachmanns im Hals steckte, rutschte glücklicherweise durch die wie immer mit Wortwitz gespickte Moderation des Ehrenvorsitzenden der Reservistenkameradschaft Günter Klein wieder so weit, dass der Abend am Büfett ein entspanntes Ende finden konnte. Für diese Glanzleistung verlieh Schmid dem wortgewandten Langweider fränkischer Herkunft kurzerhand den Ehrentitel „Loriot von Langweid“ und sagte ihm noch eine glanzvolle Karriere als Conférencier voraus.

Musikalisch wurde der Abend durch den Musikverein Langweid untermalt.

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