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Projekt

11.10.2017

Fröhlichkeit der jungen Amerikaner steckt an

Schauspiel-Übung mit den „Young Americans“: Die Schüler aus den Jahrgangsstufen sechs bis zehn drücken ihre Gefühle mit Bewegungen aus.
Bild: Andreas Lode

Professionelle Musicaldarsteller aus den USA gastieren an der Realschule Zusmarshausen. Ihre Sommer-Tour dauert viereinhalb Monate und führt sie durch ganz Europa, andere um die ganze Welt

Schon vor dem Klassenzimmer ist die Gitarre zu hören. Auf ihr spielt ein junger Mann, begleitet von einem Mädchen am Keyboard und einem Sänger, der locker auf seinem Stuhl sitzt. Vor ihnen im Schneidersitz: Schüler der Realschule Zusmarshausen. Immer wieder hebt einer der Jugendlichen die Hand und schlägt auf Englisch eine neue Zeile für ihr Lied vor, dass sich so Stück für Stück aufbaut. Dann singen alle gemeinsam.

Auf das Gebäude verteilt finden gleichmehrereWorkshops statt. Die „Young Americans“ – eine Truppe von Musicaldarstellern aus aller Welt, sind zu Gast. Sie reisen um den Globus und studieren an mehreren Schulen mit den Jugendlichen bunte Shows ein. Die Gruppe, die durch Europa tourt, besteht aus 43 Talenten in den Bereichen Musik, Tanz und Schauspiel. An der Realschule Zusmarshausen arbeiten sie an drei Tagen mit 104 Schülern für den großen Auftritt am Mittwoch.

„Angeleiert wurde das Projekt von den Lehrerinnen Ulrike Bielek und Angelika Klaffke-Engstler“, erzählt Schulleiterin Heidrun vorm Walde. Die Kolleginnen haben die „Young Americans“ schon an anderen Schulen gesehen. So kam es dann zu einer Abstimmung unter den Lehrern. „Wir haben uns beworben und es hat geklappt“, erzählt die Schulleiterin. Hinter dem Projekt stecke aber auch Arbeit. So musste viel organisiert werden, neben den Gastfamilien für die Darsteller zum Beispiel auch die Bewirtung während der Workshops. Was in Zusmarshausen besonders ist: Statt dem eigentlichen Betrag von 49 Euro muss jeder teilnehmende Schüler nur 25 Euro bezahlen. Der Rest wird von 4000 Euro finanziert, welche die Schule im letzten Jahr bei einem Wettbewerb der PSD Bank München gewonnen hat.

Mitmachen darf von der sechsten bis zur zehnten Klasse jeder. „Die Schüler lernen richtig viel“, schwärmt Heidrun vorm Walde. Es wird nahezu nur auf Englisch gesprochen, die Kinder kommen aus sich heraus und probieren sich aus. Das bestätigen die Schüler auch selbst. Sie finden die Arbeit mit den Darstellern „echt cool“, es sei eine „einmalige Sache“, die für immer bleibt. Ein Mädchen fasst zusammen: „Die ,Young Americans‘ zeigen uns, dass das Leben nicht immer so ernst sein muss.“

Diesen Eindruck gewinnen Zuschauer auch bei den Proben des „Happiness Medley“. Die Stimmung ist ausgelassen – die Mitglieder der Truppe singen, springen und lachen. Alle sind motiviert. Auch Diona ist eine von ihnen. Sie ist 19 Jahre alt und kommt aus Hessen. „Man bewirbt sich mit einem Video“, erklärt sie. Dort zeigt man sein Talent, doch es geht auch um den Charakter. Wird man genommen, folgen neun Monate an einer amerikanischen Schule, bevor man auf Touren gehen kann. Für jene „Young Americans“, die tatsächlich aus Amerika stammen, ist das Ganze nicht bloß ein Projekt: Es handelt sich um einen echten Studiengang mit dem Ziel eines „Performing Arts Degree“. In Deutschland beispielsweise ist dieses noch nicht anerkannt. Diona hofft, dass sich das bald ändert. „Bis dahin ist es für mich ein freiwilliges Jahr mit vielen Erfahrungen.“

Die Show findet am Mittwoch, 11. Oktober, um 19 Uhr in der Rothtalhalle Horgau statt. Karten gibt’s an der Abendkasse, Einlass ab 18.30 Uhr.

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