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Wahlen in Gersthofen

26.01.2020

Fünf Kandidaten diskutieren in Gersthofen drei große Themen

Podiumsdiskussion der Gersthofer Bürgermeisterkandidaten: (von links) Moderator Roman Roell, Sigrid Steiner (WiR), Michael Wörle (parteilos), Max Poppe (CSU), Markus Brem (BZ) und Albert Kaps (PG).
Foto: Andreas Lode

Plus In Gersthofen diskutieren die Bürgermeisterkandidaten die großen Herausforderungen der Stadt. Gerade beim Thema Straßenbahn gibt es unterschiedliche Ansätze.

Knapp 400 Gersthofer wollten jetzt wissen, wofür ihre fünf Bürgermeisterkandidaten stehen und erlebten eine muntere Podiumsdiskussion in der TSV-Turnhalle. Organisiert hatte die knapp dreistündige Veranstaltung, wie auch schon vor sechs Jahren vor der Bürgermeisterwahl, die Kolpingsfamilie.

Einen überregional bekannten Moderator, der dennoch als ehemaliger Gersthofer ein Kenner der Sache ist, konnten sie mit Radiomoderator Roman Roell gewinnen. Er stellte drei Themenkomplexe in den Mittelpunkt, zu denen sich Amtsinhaber Michael Wörle (parteilos, unterstützt von SPD, FW und Grünen) und seine Herausforderer Sigrid Steiner (Wahlinitiative Richtungswechsel/WiR), Max Poppe (CSU), Markus Brem (# Bewegung Zukunft/BZ) und Albert Kaps (Pro Gersthofen/PG) äußern konnten.

Das Gersthofer Loch wirft nach wie vor Diskussionen auf. Bei der Möglichen Nutzung gehen die Meinungen auseinander – manche wollen einen Festplatz, andere Wohnbauten oder einen Stadtpark. 
Foto: Marcus Merk

Wörle will den ÖPNV in Gersthofen attraktiver machen

Gersthofer Loch/Potenzialfläche: Für eine Fläche, von der man noch gar nicht weiß, wofür sie eigentlich bestimmt werden soll, war das Gersthofer Loch zu teuer, sagte Sigrid Steiner. Ihre Gruppierung sei deshalb gegen den Kauf gewesen. Wohnbau oder einen neuen Festplatz dort hält sie für „schwierig“. Anders sieht das Markus Brem: Genau dort sei der Festplatz richtig. Anders sieht das Michael Wörle: „Wir haben jetzt die einmalige Chance, als Eigentümer die Fläche selbst zu gestalten.“ Er nannte die drei Stichworte Wohnraum, Handel und Aufenthaltsqualität. „Zudem kann nun die Straßer-Villa erhalten bleiben.“ Albert Kaps sprach sich für einen Stadtpark mit einem kleinen Anteil an Wohnbau aus und Max Poppe setzt sich für eine „große städtebauliche Geste“ mit eventuell neuen Wohnungen ein.

Verkehr: Gleichzeitig könne die Fläche in der Stadtmitte nun auch Ausgangspunkt für ein Gesamtverkehrskonzept mit einem Kreisverkehr werden, so Albert Kaps. Als Bürgermeister würde er sich für einen kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Stadt einsetzen, der bis nach Augsburg hineinreiche. Eine neue Straßenbahnlinie entlang der Bahnstrecke ist für Markus Brem „selbsterklärend“. Zusätzlich soll das Fahrrad als effizientes Fortbewegungsmittel gefördert werden. „Wir müssen weg von der Idee, mit dem Auto überall hinfahren und dann kostenlos parken zu können“, so Brem.

Für Max Poppe muss in Sachen Straßenbahn eine andere Lösung her: „Die Straßenbahn muss in der Stadt fahren, nicht drumherum.“ Das bedeutet, von der jetzigen Endhaltestelle Oberhausen-Nord durch die Augsburger und Donauwörther Straße in etwa bis zur Feuerwehr und zurück möglichst auf einer eigenen Trasse. Was für ihn zusätzlich Entlastung bringen könnte, ist ein großer Kreisverkehr beim ehemaligen Kuka-Hochhaus. Keinen Platz für eine Straßenbahntrasse sieht Sigrid Steiner in der Augsburger Straße. Ein neues Verkehrskonzept kommt für sie nur mit der bestehenden Infrastruktur in Frage. Am liebsten mehr Leute zum Zug bringen und den ÖPNV attraktiver machen, möchte Michael Wörle. In diesem Zusammenhang verweist er darauf, dass beim Thema Verkehr eine Gesamtkonzeption mit regionalen und überregionalen Partnern unbedingt nötig ist.

Stadtentwicklung: „Grundstückspreise sind ein reales Problem in Gersthofen“, sagte Max Poppe. Für die Zukunft könnte er sich deshalb vorstellen, ungenügend genutzte Gewerbeflächen in Wohnbauflächen umzuwandeln. Auch müsse man in Zukunft öfter in die Höhe bauen, glaubt er. Nachverdichtung ist auch für Sigrid Steiner das Schlüsselwort beim Thema Wohnbau. „Wir müssen sorgsam mit unseren Flächen umgehen“, sagte sie. Ähnlich sieht das Michael Wörle. „Wir müssen die Flächen, die da sind, sorgsam nutzen.“

Wahl in Gersthofen: Ungenutzter Wohnraum soll aktiviert werden

Zudem habe sich in den vergangenen sechs Jahren schon viel getan: 1000 neue Bürger seien hinzugekommen und 2400 neue Arbeitsplätze im Stadtgebiet. Er erinnerte daran, dass eine wachsende Stadt auch eine passende Infrastruktur etwa in der Kinderbetreuung und in den Schulen benötige. Deshalb soll man möglichst nicht „überfetten“, so Markus Brem. Er hält eine Einwohnerzahl von nicht mehr als 27.000 für richtig. Gerade in den Stadtteilen sollte ungenutzter Wohnraum aktiviert werden. Eine eigene Wohnungsbaugesellschaft könnte hier als Korrektiv arbeiten. Für Albert Kaps geht beim Thema Wohnen Qualität vor Quantität, auch er will eine Obergrenze von 27.000 Einwohnern nicht überschreiten. Umrahmt wurde die Diskussion von der Blasmusik der „Schwob’n Deifi.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Der Wahlkampf in Gersthofen ist ein anderer geworden

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