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Diedorf

07.07.2010

Für 500 Gramm Honig drei Mal um die Welt

Zwischen zwei Glasscheiben, die mit Holztürchen geschützt sind, lebt ein kleines Bienenvolk samt Königin; Rainer Holzapfel (rechts) zeigt den Schülern den Aufbau einer Wachswabe. Foto: Monika Hupka-Böttcher
Bild: Monika Hupka-Böttcher

In Diedorf ist ein neuer Bienenlehrpfad mit Schaukasten angelegt worden. Schüler sind die ersten Besucher bei Rainer Holzapfel und haben gelernt, dass eine Biene für 500 Gramm drei Mal um die Welt fliegen müsste. Aber das war nicht alles.

Auf dem Grundstück am Franz-Ganghofer-Weg in Diedorf, wo im Oktober 2007 der Ortsverein des Bundes Naturschutz eine Streuobstwiese angelegt hat, hat Rainer Holzapfel nun eine weitere Attraktion für kleine und große Naturfreunde geschaffen: Der Freizeit-Imker und Bienengesundheitswart des Landkreises hat einen kleinen Bienenlehrpfad angelegt, dabei ist auch ein gläserner Bienenschaukasten mit allen Entwicklungsstadien der kleinen Tiere zu bewundern.

Als erste Gäste konnte Rainer Holzapfel jetzt 21 Schüler der Klasse 5 a der Diedorfer Hauptschule mit ihrer Lehrerin Christine Mayr begrüßen - und er konnte sich über höchst aufmerksame und wissbegierige junge Leute freuen. Ohne Bienen gebe es wohl kaum Obst, Beeren und Blumen, denn die kleinen fleißigen Bienen sind für die Bestäubung zuständig. Fast nebenbei produzieren sie aus dem Blütennektar süßen Honig, den sie in Wachswaben deponieren.

Holzapfel erzählt den Schülern, dass es Bienen, Drohnen und Königinnen gibt, eine Biene nur 42 Tage lebt und ein Bienenvolk im Frühjahr etwa 20 000, im Hochsommer bis zu 60 000 Bienen zählt. Der Freizeit-Imker, der selbst 15 Völker betreut, schildert das Leben einer Biene in den ersten drei Tagen als "Putzfrau", danach ist sie wenige Tage "Kindermädchen" für den Nachwuchs, ab dem zehnten Tag darf sie Wachswaben bauen, danach ist die Imme als "Wächterbiene" für die Sicherheit des Bienenstocks zuständig. Und erst die letzten beiden Wochen ihres Lebens ist sie als "Honigbiene" unterwegs, sammelt Nektar und bestäubt die Blüten.

Für 500 Gramm Honig drei Mal um die Welt

Einsichten in den typischen "Schwänzeltanz"

Etwa 8000 Kilometer fliegt eine Biene im Verlauf ihres Lebens, "für 500 Gramm Honig müsste eine Biene rund 120 000 Kilometer - oder drei Mal um die Welt - fliegen", rechnete Holzapfel den Schülern vor. Auch über den "Schwänzeltanz", über Bienengift, Bienenstiche, heilende Salben und Allergien, über die Gefahren durch die Varroamilbe, über Gelee Royal und die Arbeit am Bienenstock bei der Honigernte und mit den Bienen erzählte der Imker.

Im praktischen Teil der Exkursion zeigt Holzapfel den Schülern den neuen Bienenschaukasten: Zwischen zwei Glasscheiben, die mit Holztürchen geschützt sind, lebt ein kleines Bienenvolk samt (rot markierter) Königin in Wachswaben, Wächterbienen bewachen das Einflugloch und lassen nur die eigenen, mit Nektar und Pollen beladenen Bienen hinein; zur Information gibt es einige Schautafeln.

Nur wenige Meter entfernt steht ein "Insektenhotel", das 2007 im Rahmen der Aktion "Wir sind Helden" von Diedorfer Jugendlichen gebaut wurde. Mit zum praktischen Teil des Biologieunterrichts gehörte dann natürlich eine Verkostung. Rainer Holzapfel hatte Brot, Butter und Honig mitgebracht, mit großem Appetit wurden die Honigbrote von den Diedorfer Fünftklässlern verspeist. (mon)

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