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Stadtbergen

10.09.2018

Für den Wächter gibt es eine Sektdusche

Mitten im Kreisverkehr in Stadtbergen steht die neue Holzskulptur „Wächter“, die gestern eingeweiht wurde: (von links) Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr, Bürgermeister Paul Metz und Künstler Clemens Brocker bei der Sekttaufe.
Bild: Andreas Lode

Stadtbergen weiht die neue Skulptur von Bildhauer Clemens Brocker an der Panzerstraße ein. Warum so viel von der Stadt in der Holzfigur steckt.

Die Drei hat Clemens Brocker zu seiner Skulptur inspiriert. Rot, Grün, Blau, die drei Farben von Stadtbergen. Natürlich, nah, dran, der dreigeteilte Slogan der Stadt. Deuringen, Leitershofen, Virchow-Viertel, die drei Ortsteile, die Stadtbergen umgeben. „Die Skulptur symbolisiert das kommunale Leben und die Zusammengehörigkeit hier im Ort“, erklärt der Künstler bei der Einweihungsfeier der Figur am Sonntagnachmittag am Fryar-Circle in Stadtbergen.

Besonders die Farbtöne und die Gestaltung gefallen

Mitten im Kreisverkehr an der Panzerstraße steht seit Mai die neue Holzskulptur des Künstlers aus Neusäß. Zu sehen sind drei ineinanderverschlungene Menschen in Rot, Grün, Blau mit Weiß. Die Figur heißt der Wächter. „Es ist aber kein aggressiver Soldat, der Name ist beschützend gemeint. Die Skulptur soll über den Ort wachen. So wie es die Menschen in einer Gemeinschaft füreinander tun“, erklärt Brocker.

Gegenüber dem Kreisel auf einer Wiese am Straßenrand versammeln sich die Gäste, die mit dem Künstler und der Stadt die Einweihung zelebrieren. Begleitet wird das Programm von einer Mitmach-Aktion der Kunstschule Palette und der Crêperie Camionnette. Auf der Wiese stehen Stehtische, an denen sich die Gäste zuprosten. Unter ihnen sind Edeltraud und Herbert Alt aus Stadtbergen. Er sagt: „Uns gefällt die Figur, wir haben schon wesentlich Schlimmeres gesehen.“ Seine Frau mag vor allem die Farbtöne und, dass die drei Figuren aus einem Teil geformt sind. „Wir sind sehr kunstinteressiert und waren schon auf vielen Vernissagen im Ort. Wir wollen schließlich vom Leben hier etwas mitbekommen.“

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Ein Zeichen für die Stabilität der Gemeinschaft

Der Moment ist gekommen, auf den sich Bürgermeister Paulus Metz extra vorbereitet hat: „Eine Flasche am Stamm zu zerdeppern, wäre blöd. Deshalb dachte ich, wir machen das wie bei der Formel 1 und begießen die Skulptur mit Sekt.“ Die Gäste stellen sich um den Stamm herum auf. Der Bürgermeister schüttelt die Flasche kräftig, der Korken ploppt heraus, der Sektstrahl übergießt das Holz. „Dafür, dass ich das zum ersten Mal gemacht habe, war das gar nicht so schlecht.“

Neben dem Bürgermeister steht Clemens Brocker und beantwortet die ersten Fragen der Gäste: „Ich wünsche mir, dass die Leute zu mir kommen und wir einen Dialog führen.“ Dem Ehepaar Eugen und Gertraud Frey aus Leitershofen erklärt er zum Beispiel die Struktur der tonnenschweren Skulptur: „Die Figur ist aus dem Stamm einer etwa hundertjährigen Eiche gefertigt. Der Wächter besteht aus Hartholz, es ist ein massives Werk. Das ist ein Zeichen für die Stabilität der Gemeinschaft.“

Ob die Farben denn nicht durch die Sonne und den Regen mit der Zeit verblassen, will Eugen Frey wissen. Brocker antwortet: „Das Kunstwerk soll sich sogar verändern. Die Umwelt darf ihren Einfluss darauf haben. Es muss nicht so bleiben, wie ich es geschaffen habe.“

Es muss nicht allen gefallen

Insgesamt vier Tage lang hat Clemens Brocker mit seinen Kettensägen den Eichenstamm bearbeitet, bis der Wächter fertig war. Er arbeitete die ganze Zeit über auf dem Fest im vergangenen Jahr zur Stadterhebung vor zehn Jahren. „Für dieses Stadtberger Jubiläum habe ich mein Werk schließlich erschaffen.“

Die Fertigung fanden Walter und Gisela Hochdörfer aus Stadtbergen besonders eindrucksvoll. „Wir haben uns das genau angesehen. Es war sehr interessant, wie Clemens Brocker mit der Kettensäge umging.“ Für das Ehepaar ist die Arbeitsweise mit der Säge etwas Besonderes. „Wir kennen ja schon ein paar Figuren und wir mögen den Brocker-Stil gerne.“ Vor allem das Interesse am Gestaltungsprozess ist dem Künstler wichtig: „Denn mir bedeutet die Entstehung fast sogar mehr als das Endergebnis.“ Immer wieder hat er seine Arbeit auf dem Stadtfest unterbrochen, um mit den Leuten vor Ort zu sprechen. „Meine Kunst muss ja auch nicht jedem gefallen. Ich akzeptiere konstruktive Kritik. Was ich aber nicht leiden kann, ist, wenn das Werk einfach abgetan wird. Nach dem Motto: so ein Mist.“

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