Newsticker
Corona-Gipfel beendet: Lockdown wird verlängert, aber Öffnungen sind möglich
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Für die Orgelsanierung halten alle zusammen

Fischach

29.01.2019

Für die Orgelsanierung halten alle zusammen

Die Theatergruppe der Kolpingsfamilie, vertreten durch Martina Graßl (rechts) und Gabriele Schöner, überreichte Pfarrer Sebastian Nößner eine Spende zu den Renovierungsarbeiten an Orgel in St. Michael. 
2 Bilder
Die Theatergruppe der Kolpingsfamilie, vertreten durch Martina Graßl (rechts) und Gabriele Schöner, überreichte Pfarrer Sebastian Nößner eine Spende zu den Renovierungsarbeiten an Orgel in St. Michael. 

Das Instrument in St. Michael ist ziemlich verschlissen. Zuschüsse von der Diözese gibt es nicht und nun muss in Fischach jeder etwas zur Sanierung beitragen.

Aus dem letzten Loch pfeift die Orgel in der Pfarrkirche St. Michael in Fischach zwar noch nicht. Dennoch sei eine Generalsanierung unumgänglich, betont Pfarrer Sebastian Nößner. Und: „Wir müssen uns auf einen stattlichen Betrag einstellen“, ergänzt er. Überraschend kommt die Sanierung nicht.

Im Rahmen des Vorprojekts zur Sanierung der Pfarrkirche im Jahr 2014 sei die Orgel mituntersucht worden, erzählt der frühere Kirchenpfleger Rudolf Fischer. Nach einer ersten Einschätzung beliefen sich die Orgelsanierungskosten damals auf rund 140000 Euro. Aufgrund des hohen Betrages beschloss die Kirchenverwaltung diese Arbeiten zurückzustellen.

Wertvolle Stuckarbeiten hatten Priorität

Nachvollziehbar, denn: Die Reparaturen an der Kirche hatten seinerzeit Priorität. So wurden unter anderem die wertvollen Stuckarbeiten von Joseph Meitinger und die aus dem Jahr 1752 stammenden kunsthistorisch bedeutenden Deckenfresken von Franz Martin Kuen ausgebessert, das Kirchenschiff farblich ausgestaltet, die Heiligen-Figuren gesäubert, Schimmelpilz bekämpft sowie das Podest für die Sitzbänke und die Elektrik erneuert. Die Renovierung verschlang mehr als eine halbe Million Euro. Rund die Hälfte davon musste die Kirchengemeinde aufbringen. Der Rest wurde bezuschusst.

Doch das ist mittlerweile Vergangenheit. Nun richtet sich der Fokus der Kirchenverwaltung auf die Sanierung des Musikinstruments. „Wir haben alles wieder auf null gestellt“, meint Rudolf Fischer.

Fakt ist: Die Orgel, die sich im Anbau im hinteren Teil der Kirche befindet, weist einen hohen Verschleißgrad auf. Lediglich die Pfeifen seien noch relativ gut, verdeutlicht Pfarrer Nößner. „Sie müssen jedoch definitiv nicht erneuert werden.“ Eine Erneuerung hätte die größten Kosten verursacht. Aber auch so stellt sich für die ihn und die Kirchenverwaltung die Frage, in welchem Umfang die Sanierung durchgeführt werde. Es gebe eine Mindestanforderung und eine umfassende Lösung.

Nun wird die Ausschreibung vorbereitet

Logistische Unterstützung erhält die Pfarrgemeinde durch Fachleute der Diözese Augsburg. Sie haben mittlerweile das Sanierungsvolumen festgestellt, Details erarbeitet und Abwägungen vorgenommen. Nun werde die Ausschreibung vorbereitet, um Angebote von Orgelbaufirmen einzuholen, so Nößner. Unklar ist, welche Kosten auf die Kirchenverwaltung zukommen.

„Die Orgelsanierung wird überlagert von der Frage, was finanzierbar sei“, macht Nößner aufmerksam. Dann müsse über den Umfang der Arbeiten entschieden werden. Der Pfarrer schätzt die Sanierung in der Mindestvariante auf rund 200000 Euro. „Wenn alles durchgeführt werden würde, belaufen sich die Schätzungen auf circa 600000 Euro.“ Letztere Summe sei sicher nicht finanzierbar, stellt Nößner fest. Er selbst rechne mit Kosten zwischen 300000 und 350000 Euro. Genaueres könne man allerdings erst nach dem Vorliegen der Angebote sagen.

Fest steht bereits, dass die Gläubigen bei der Finanzierung gefragt sind. „Die Diözese vergibt zu Neuanschaffungen und Sanierungen von Kirchenorgeln keine Zuschüsse und Fördermittel“, sagt Nößner. Das heißt: In erster Linie muss die Pfarrgemeinde St. Michael die Aufwendungen für die Orgelarbeiten selbst aufbringen.

Kolpingsfamilie hat bereits ihr Scherflein beigetragen

Die Theatergruppe der örtlichen Kolpingsfamilie hat dazu ihr Scherflein bereits beigetragen. Sie thematisierte bei ihrer Aufführung „Dem Himmel sei Dank“ im Pfarrheim nicht nur die Renovierung der Kirchenorgel, sondern zweigte auch einen Teil des Eintritts für diese Arbeiten ab. So ging pro Ticket ein Euro als Spende an die Kirchenverwaltung. Auf diese Weise kam eine Spende von insgesamt 750 Euro zusammen. Der Betrag wurde von Regisseurin Martin Graßl und der Vorsitzenden der Kolpingsfamilie, Gabriele Schöner, an Pfarrer Nößner überreicht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren