Newsticker
EU-Staaten erwägen neue Reiseauflagen in der Corona-Krise
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Für diese Stadtbergerin ging es mit "Voice of Germany" auf zu neuen Ufern

Stadtbergen

22.10.2020

Für diese Stadtbergerin ging es mit "Voice of Germany" auf zu neuen Ufern

Anna Strohmayr hatte trotz Corona weitere Auftritte: Das Foto ist im April beim Stay Home Festival zugunsten der Augsburger Club-Kultur entstanden.
Bild: Mategroup Gmbh

Plus 2019 kam Anna Strohmayr aus Stadtbergen in der TV-Sendung „The Voice of Germany“ bis kurz vors Halbfinale. Wie ihr Leben nach der Casting-Show weiterging.

Die letzte Staffel „The Voice of Germany“ war für Sängerin Anna Strohmayr aus Stadtbergen eine Art „Kickstart“, obwohl sie sich in den „Sing Offs“ aus der Show verabschieden musste. Die Ausstrahlung der Sendung ist jetzt ungefähr ein Jahr her, der Tag, an dem für die Musikerin aus Stadtbergen bei den Dreharbeiten Schluss war. Die Kontakte zu den anderen Sängern sind dann etwas eingeschlafen, doch jetzt läuft die Whatsapp-Gruppe, in der sich die Teilnehmer im vergangenen Jahr organisiert haben, wieder heiß. Meinungen zu Auftritten in der neuen Staffel werden ausgetauscht.

Anna Strohmayr sieht die Sendung dieses Jahr mit anderen Augen. „Früher war es reines Entertainment, jetzt ist es pure Analyse“, sagt sie bei einem Treffen. Die Stadtbergerin weiß, wie die Show hinter den Kulissen funktioniert und was wann gedreht wird. Wäre sie dieses Jahr dabei, hätte sie sich wahrscheinlich für das „Mädelsteam“ aus Yvonne Catterfeld und Stefanie Kloß als Coaches entscheiden. Das Ausscheiden von Sido findet sie schade. „Er war einer der wenigen, der Zeit mit uns verbracht hat und uns auch nach der Aufzeichnung noch zu Konzerten einlud“, erklärt sie.

Anna Strohmayr hat bei The Voice of Germany viel übers Musikgeschäft gelernt.
Bild: Marcus Merk

In der Staffel, in der sie selbst mitgesungen hat, entschied sie sich für Rae Garvey. Der Ire sei der einzige gewesen, der ihr schon beim ersten Song Kritik mitgegeben habe. „Ich dachte, in seinem Team kann ich gut an mir arbeiten“, erklärt die 24-Jährige. Im Nachhinein glaubt sie, dass es vielleicht besser gewesen wäre, sich für einen der Coaches zu entscheiden, die uneingeschränkt von ihr überzeugt waren. Trotzdem bereut sie ihre Entscheidung nicht. Tatsächlich glaubt die Sängerin: „Ich war mit meinen zarten 23 Jahren damals einfach noch zu jung und unentschlossen, weiterzukommen. Das hätte mich erschlagen.“ Mit jeder Folge wachse der Druck, erklärt sie. Außerdem hätten die Künstler, die weiterkommen, noch weitergehende Verpflichtungen gegenüber TV-Sender und Plattenlabel.

Die TV-Show "The Voice of Germany" war für Anna wegweisend

Durch „The Voice“ sei ihr klar geworden, dass sie beruflich Musik machen will. Direkt nach dem Ausscheiden aus der Show ging für die Stadtbergerin eine Art „Eremitenphase“ los, in der sie sich nicht nur mit ihrer Zukunft beschäftigte, sondern auch wieder ihren eigenen Stil erforschte. „The Voice ist nun mal ein Cover-Format“, sagt sie. Ihre Erfahrungen während der Aufzeichnung durfte sie erstmal „nicht an die große Glocke hängen“, da die Sendung erst später im Fernsehen laufen würde. Außerdem habe sie schon „ein bisschen Bammel“ gehabt, „weil man ja nie weiß, wie sie es zusammengeschnitten haben“.

Erst mit der Ausstrahlung von „The Voice“ 2019 begannen für Anna Strohmayr andere Zeiten. „Innerhalb von zwei Wochen hatten wir etwa 12 Medienanfragen vom Radio, vom Fernsehen und von der Zeitung“, sagt sie. Schon auf der Heimfahrt von der Aftershow-Party von „The Voice of Germany“ im November in Berlin schrieb sie außerdem ihre erste Single „Platonically Pleasing“.

Weniger Auftritte wegen Corona-Krise

Vor Beginn der Corona-Krise waren viele Live-Auftritte geplant. Außerdem arbeitete Anna Strohmayr an einem Set aus eigenen Songs und Liedern, die sie gerne auf der Bühne interpretiert. „ Corona hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt sie. Viele Konzerte mussten abgesagt werden. Kulturveranstaltungen konnten bis auf Weiteres kaum stattfinden. „Es war für mich erschreckend, zu sehen, wie gering der Stellenwert dieser Branche in unserer Gesellschaft ist“, betont sie heute, auch weil es nicht nur ihr so ging: „Aus ‚The Voice‘ hätte sich für alle Teilnehmer mehr ergeben können.“

Unterkriegen lässt sich Anna Strohmayr von Covid-19 aber nicht. Sie trat im April beim virtuellen Benefizkonzert für die Augsburger Clubkultur auf und nahm im Juni an Tina Schüßlers „Geisterkonzerten“ teil. Außerdem arbeitete sie weiter an sich und ihrem Set. In Kooperation mit Niklas Schregel, den sie bei „The Voice“ kennengelernt hatte, entstand in dieser Zeit auch ihre zweite Single. „Das war sozusagen unser Corona-Projekt“, erklärt sie.

Im August folgte dann ein Videodreh in den Niederlanden und Belgien. Das Video hat mittlerweile über 20.000 Views auf Youtube. „Darauf bin ich sehr stolz“, sagt die Sängerin. Für sie ist es immer wieder schön zu sehen, dass sich ihre Fans auch für sie als Künstlerin interessieren und nicht nur als Teilnehmerin der Show.

Anna Strohmayr singt in der Band "Groovin Up"

Alles in allem sieht Anna Strohmayr „The Voice“ also als einen Schritt in die richtige Richtung. Zur aktuellen Staffel sagt sie: „Die Talente sind wirklich gut. Das zeigt immer wieder, wie viele unglaubliche Musiker es in Deutschland gibt.“ Auch für die Stadtbergerin geht es musikalisch weiter. Aktuell singt sie in der Augsburger Funk-Band „Groovin Up“. Ihre erste Band „Hausnummer 13“ habe sich aber nicht aufgelöst, sondern pausiere gerade, da die Pianistin in Wien studiert. „Das kann noch ganz groß werden“, sagt die Sängerin mit einem Zwinkern. Ihr Hauptaugenmerk liegt trotzdem auf ihr als Solokünstlerin. Schon im November kommt mit „Supernova“ eine neue Single. Außerdem deutet die Sängerin an: „Da kommt bald noch mehr.“

Lesen Sie dazu auch:

Wir möchten wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren