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Kommunalwahl

27.02.2014

Fürs dritte Gleis hilft nur Druck

Anton Hofreiter (links) spricht in Anhausen, rechts im Bild Andreas Köglowitz.
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Anton Hofreiter (links) spricht in Anhausen, rechts im Bild Andreas Köglowitz.
Bild: Marcus Merk

Toni Hofreiter von den Grünen gibt Tipps für Verkehrsprojekte

Diedorf-Anhausen/Landkreis Verkehr bewegt die Menschen, auch emotional. Rund 80 kamen am Dienstagabend auf Einladung der Grünen zu einem Abend mit Toni Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Grünen, nach Anhausen. Laut Bürgermeisterkandidat Andreas Köglowitz war das die am besten besuchte Veranstaltung der Grünen in Diedorf, die es je gegeben hat. Hofreiter sprach über die B300 und das dritte Gleis (er selbst verzichtet auf den Dienstwagen und kam mit dem Zug). Seine Lösung generell: „Druck machen“. Seine Einschätzung auf die Realisierung der Eisenbahntrasse: „Davon sind wir weit entfernt.“ Und die B300: „Da wird man einen Kompromiss finden. Aber es wird immer Ärger geben.“

Sehr offen, nüchtern und unaufgeregt gab Toni Hofreiter Antwort auf die vielen Fragen, die nach seinem Vortrag auf ihn einprasselten. Sein konkreter Tipp für Diedorf: E-Bikes boomen, dafür braucht man aber eine sichere Abstellmöglichkeit am Bahnhof. „Es gibt auch schon Kommunen, die Pedelecs verleihen.“ Auf so etwas habe die Gemeinde Einfluss.

Aber nicht aufs dritte Gleis. „Das wird in den Bundesverkehrswegeplan verschoben. Aber der ist ein reines Märchenbuch, total überladen. Und wer am lautesten schreit, bekommt Geld.“ Deswegen müssten Kommunen massiv Druck machen, damit nachvollziehbare Kriterien für die Vergabe angelegt werden. Gleiches gilt für die geplante Lärmschutzwand zwischen Straße und Diedorfer Bahnhof. Die sei „peinlich“ und ein „Irrsinn“. Da sollte die Kommune „massiv Druck ausüben, für einen Dialog zwischen Straßenbauamt und Bahn“. Ein viertes Gleis, das zwei Bürger anregten, hält Hofreiter aufgrund der Prognosen nicht für notwendig: „Nach allem, was ich erkennen kann – wenn das dritte Geis käme, wovon wir weit entfernt sind – hätten wir dann eine Kapazität, die sehr lange anhält.“

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Dass Neusäß bis an die Schienen hinbaut und somit nicht mal mehr Platz mehr für das dritte Gleis da wäre, wie eine Bürgerin meinte, fand Hofreiter „spannend“. Doch vor allem die Ortsumfahrung von Diedorf beschäftigte das Publikum.

Die Diskussion drohte sich teils zu verselbstständigen, denn glücklich machten die Antworten des Gastes niemand im Saal. Deswegen betonte Hofreiter, früher Tropenbotaniker, er habe viele Länder gesehen, in denen die Demokratie nicht so gut laufe. „Deutschland gehört zu den 20 am besten funktionierenden Demokratien. Also schaut’s Euch an, wie wertvoll unser Gemeinwohl ist und kümmert Euch darum.“ Zuvor war Hofreiter unter anderem in Neusäß gewesen und hatte dort über nachhaltige Stadtentwicklung gesprochen.

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