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Biberbach-Markt

21.06.2014

Fürstliches Paradies: Die Gärten des Carl-Anton Fürst Fugger-de Polignac

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13 Bilder
Carl-Anton Fürst Fugger-de Polignac am Merkurbrunnen.
Bild: Andreas Lode

Vom heimischen Baumriesen über geheimnisvolle Farne: Carl-Anton Fürst Fugger-de Polignac zeigt seine sonst verbogenen Themengärten in Markt.

Vom heimischen Baumriesen über geheimnisvolle Farne bis zur exotischen Blüte hat die Gartenpracht der Welt ihren Platz gefunden in der weiten Anlage des Carl-Anton Fürst Fugger-de Polignac auf dem Markter Burgberg. Wer das Glück hat, zu einer Führung durch den Hausherrn höchstpersönlich eingeladen zu werden, kommt aus dem Staunen über die sieben Gärten, die ganz unterschiedlichen Themen folgen, nicht mehr heraus.

Hinter hohen Hecken vor neugierigen Blicken gut verborgen, blühen englische Rosen und japanischer Ahorn. Viktorianische Strenge und barocke Heckenschneidekunst leiten über in die spielerische Leichtigkeit leuchtend bunter Bauerngartenbeete.

Carl-Anton Fürst Fugger-de Polignac bringt neue Ideen von Reisen mit

Auf 5000 Quadratmetern experimentiert der passionierte Gartenfreund rund um seine im französischen Stil des 18. Jahrhunderts erbaute Villa Lillefors seit Jahrzehnten mit neuen Pflanzen, er beobachtet die Entwicklung an unterschiedlichen Standorten, bringt neue Ideen von Reisen mit, baut um, verbessert und lernt nie aus.

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Den Thujahecken hat er ein kaum sichtbares Korsett aus Stahlmatten verpasst, damit sie im Winter nicht unter der Schneelast auseinanderbrechen. Für die übergroßen Blumentöpfe entwarf er einen praktischen Einsatz, der die Bepflanzung einfacher macht. Blumenrabatten sind in einer selbst erfundenen Art Hochbeet platziert, damit sie hinter dem üppig wuchernden Grün der Buchshecken noch gut zu sehen sind.

"Man wird mit der Zeit schon ein wenig der Sklave seines Gartens"

Man werde mit der Zeit schon ein wenig der Sklave seines Gartens, philosophiert der Fürst über Freud und Leid des Gärtners; er zupft hier eine verblühte Blüte, dort einen abgestorbenen Zweig vom Busch, während er von Teezeremonien im japanischen Teehaus genauso begeistert erzählt wie von den technischen Problemen um das Wasser im dazugehörigen Goldfischteich klar zu bekommen.

Des Fürsten treue Begleiterin, die kleine Jack Russel Hündin Inez, hört dabei aufmerksam zu und kühlt sich nebenbei entspannt die Pfoten am Teichrand.

Rundum stimmig ist es in den Gärten gleich neben der Burg, weil nicht Perfektion sondern eine Liebe zum Detail zu spüren ist, die nicht gleich jedes wild gewachsene Grün verbannt.

Schöne Plätze gibt es viele in der mit liebevoller Hand geformten Landschaft: eine kleine englische „Folly“, eine Verrücktheit, wie die britischen Gärtner die winzigen Gartenhäuschen nennen; oder die „Rose Chain“, einen von Rosen begleiteten Weg, über den ein mächtiger Steinlöwe wacht. Kühles Wasser plätschert aus fünf Brunnen.

Gott Pan begrüßt die Besucher in Arkadien und verbirgt geschickt die Komposthaufen, die ebenso zum Gartenalltag gehören wie die schönsten Blüten. Hinter der nächsten Ecke glänzen Funkien in schönstem Farbenspiel unter einem Maskenbrunnen, der aussieht als würde er schon seit Jahrhunderten an seinem Platz im italienischen Rosengarten stehen.

Der Lieblingsplatz ist ein Holzhaus

Den Lieblingsplatz des Fürsten, dessen schwedische Mutter ihm die Liebe zum skandinavischen Stil mitgegeben hat, dürfen die Besucher natürlich auch aus der Nähe betrachten. Das im typisch schwedischen Stil ochsenblutfarben gestrichene Holzhaus namens „Tre Björkar“, drei Birken, diente ihm früher als Malatelier, ist schwedisch eingerichtet und wird je nach Jahreszeit mit einer kleinen Fichte an Weihnachten und mit Geranien im Sommer dekoriert.

Mitten in einem bunten Bauerngarten und mit einer Windrose in Elchform auf dem Dach beschwört es farbige Erinnerungen an schwedische Geschichten herauf und das nicht von ungefähr, ist es doch ein Nachbau des Ateliers von Carl Larsson, der unter anderem für seine Illustrationen von Kinderbüchern berühmt geworden ist.

Kurz bevor die inspirierende Führung durch die Fugger’schen Gartenwelten zu Ende geht, werden die nun schon etwas fußmüden Besucher im spanischen Garten noch einmal richtig wach.

Mit Wasserspielen in einer der Alhambra nachempfundenen Anlage mit 25 Meter langem Kanal verabschiedet sich ein großzügiger Gärtner, der die Schönheit seines Anwesens gerne auch anderen Naturfreunden zeigt, von seinen Besuchern. Und von denen träumen nicht wenige schon auf dem Heimweg von schattigen Brunnen und sonnigen Lauben im eigenen Garten.

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