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Landkreis Augsburg

06.05.2019

Fußball-Nachlese: Beim Abstiegsroulette dreht sich die Kugel

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2 Bilder
Besorgnis im Abstiegskampf. In Olching musste Alexander Bernhardt für den verletzten Valentin Coca ins Tor des SV Cosmos Aystetten. Rechts Co-Trainer Aleksander Canovic.
Bild: Oliver Reiser

Plus Der SV Cosmos Aystetten und der SC Altenmünster sind noch nicht gerettet. Wer gegen wen spielen müsste. 

Nur nicht verlieren, damit man hinterher auf dem Plärrer nicht Trübsal blasen muss – so lautete die Devis des SV Cosmos Aystetten vor dem Auswärtsspiel beim SC Olching. Nach dem 1:1 beim Tabellenfünften war man dennoch nicht wirklich in Feierlaune. Hätte man dem Gegner nicht den Ausgleichstreffer auf dem Silbertablett präsentiert – Olching hätte wohl noch bis zum Einbruch der Dunkelheit spielen können, ohne eine Tor zu erzielen. Auf der anderen Seite musste man aber wieder froh sein, dass Kapitän Thomas Hanselka beim einzigen vernünftigen Angriff gleich den Führungstreffer erzielen konnte. „Nach vorne ist nichts gegangen. Wir haben sehr destruktiv gespielt“, fasste Trainer Marco Löring zusammen. Lobenswert allerdings die Leidenschaft und der Kampfgeist der gesamten Truppe. Insbesondere von Patrick Szilagyi, der sich am Ende der Saison zum SV Mering verabschiedet.

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Der SV Cosmos steckt zwei Spieltage vor Saisonende noch immer in der Lostrommel um einen Abstiegsrelegationsplatz. „Wir dürfen uns jetzt nicht auf den nächsten Samstag und das Spiel gegen das bereits abgestiegene Schlusslicht SC Oberweikertshofen verlassen“, so Löring. „Da müssen wir auf jeden Fall gewinnen und dann schauen wir, was passiert.“ Selbst 40 Punkte könnten bei der Ausgeglichenheit der Landesliga Südwest bei drei Relegationsplätzen nicht reichen.

In dieser entscheidenden Phase könnten Löring zwei weitere Spieler fehlen. In Olching musste nämlich Torhüter Valentin Coca nach einem zusammenprall mit Problemen an der Schulter schon nach 24 Minuten raus. Für ihn kam Alexander Bernhardt, der sich in der kommenden Saison dem Bezirksligisten TSV Aindling anschließen wird. Dem Vernehmen nach soll man mit Felix Häberl vom TSV Zusmarshausen schon einen neuen Keeper gefunden haben. Zur Pause nahm Löring dann Robert-Markovic Mandic aus dem Spiel und unmittelbar vor dem Gegentreffer musste Xhevalin Berisha mit Leistenproblemen runter. Prompt kassierte die neu formierte Abwehr den Ausgleich.

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Selbst drei Siege in Folge haben den SC Altenmünster noch nicht aller Sorgen entledigt. Schuld daran ist der SV Holzkirchen, der nicht nur überraschend beim feiergeschädigten Meister FC Ehekirchen gewann, sondern auch beim Nachbarverein TSV Nördlingen II drei Punkte holte. Nur gut, dass die Schützlinge von Goran Boric in der zweiten Halbzeit aufdrehten und einen 0:1-Rückstand in einen 4:1-Sieg gegen den BC Adelzhausen verwandelten. „Die erste Hälfte war von Nervosität auf beiden Seiten geprägt; nach der Halbzeit haben wir das aber richtig gut gemacht“, freute sich Boric.

Aufatmen im Abstiegskampf. Über den 4:1-Sieg gegen den BC Adelzhausen freuten sich beim SC Altenmünster auch Trainer Goran Boric und der gesperrte Aldin Kahrimanovic.

„Dosenöffner“ waren der lange verletzte Patrick Pecher mit einem Kopfball zum 1:1 und Fahad Barakzaie, der mit einem herrlichen 20-Meter-Schuss zum 2:1 traf. Der 19-jährige Aufsteiger der Saison wird nur noch einmal am Hennhofer Weg zu sehen sein, denn nach nur einem Jahr beim SCA wechselt zum Bayernligisten TSV Schwabmünchen. „In Altenmünster ist es so wie in einer Familie. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt, wollte eigentlich länger bleiben. Aber ich habe ein Ziel, da will ich einfach etwas Neues probieren“, so Barakzaie im Stadionheft. Aber erst soll mit dem SCA der Klassenerhalt eingetütet werden. „Noch sind wir aber nicht am Ziel, wir müssen alle unsere Punkte schon selber holen und voll konzentriert weiterarbeiten“, so Trainer Goran Boric angesichts der beiden letzten Aufgaben beim TSV Gersthofen und gegen den TSV Hollenbach. Die sind wahrlich nicht von Pappe.

Im Falle des Relegationsfalles träfe der SCA zunächst auf den Vizemeister der Kreisliga West (TSV Ziemetshausen) und dann auf den Sieger der Partie der Zweiten aus Kreisliga Ost (SC Griesbeckerzell) und Nord (TSV Wertingen).

TSV Gersthofen verpflichtet den fünften Neuzugang

Der TSV Gersthofen ist mit elf Punkten aus den letzten fünf Spielen ebenfalls wieder in der Spur. Zuletzt gab es einen 3:0-Pflichtsieg bei der bereits abgestiegenen TSG Thannhausen. Nach einer Saison, in der nicht alles optimal gelaufen ist, So Spielertrainer Florian Fischer, laufen hinter den Kulissen die Planungen auf Hochtouren. Während mit Rudi Kine und Ferkan Secgin zwei alt-eingesessene Gersthofer Schwarz-gelb treu bleiben, konnten nach Michael Göttler (TSV Rain II), Ricardo Anzano (TSV Hollenbach), Aykut Atay (Viktoria Augsburg), Thomas Zimmermann (TSV Aindling) mit Simon Schurr ein weiterer externen Spieler verpflichtet werden. Der 20-Jährige, in der Jugend ausgebildet beim FC Bayern München und beim FC Augsburg, war zuletzt für den SV Hammerschmiede, wo er in acht Spielen neun Tore erzielt hat, und Schwaben Augsburg aktiv.

Auf jeden Fall in der Bezirksliga Nord bleibt der TSV Meitingen nach der 1:4-Niederlage beim TSV Rain II. Ob es dabei ein Wiedersehen mit dem Ex-Coach Ali Dabestani, dessen Spielerpass noch immer in Meitingen liegt, geben wird? Der hat nämlich mit dem TSV Friedberg als Meister der Kreisliga Ost den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Ob die Friedberger allerdings in die Nord oder Süd-Gruppe eingeteilt werden, hängt davon ab, wie sich die 32 Mannschaften zusammensetzen.

Ein Wackelkandidat könnte auch der TSV Neusäß sein. Der muss aber jetzt zum Direktaufstieg auf einen Ausrutscher des TSV Haunstetten warten. In der Relegation würden die Lohwaldkicker im ersten Spiel auf den Vizemeister der Kreisliga Süd (entweder TSV Betzigau oder SV Stöttwang) treffen und dann auf den Sieger der Partie Vizemeister Kreisliga Mitte (TSV Ottobeuren oder TSV Kammlach) gegen 13. Bezirksliga Süd (FC Sonthofen II, Olympia Neugablonz, TSV Babenhausen oder FC Thalhofen). Erst dann käme es zum alles entscheidenden Spiel um den Aufstieg.

Als Absteiger aus der Kreisliga Augsburg steht seit Sonntag der TSV Leitershofen fest. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen den FC Königsbrunn sind die Almkicker nicht mehr zu retten. Hochspannung im Kampf um den zweiten Abstiegs- und die beiden Relegationsplätze. Hierfür kommen noch der TSV Schwabmünchen II, der TSV Zusmarshausen, bei dem der ehemalige Trainer Reinhard Brachert (derzeit noch beim FSV Wehringen) in der kommenden Saison als Sportlicher Leiter fungieren wird, der FC Königsbrunn, der SSV Margertshausen, Suryoye Augsburg und der FSV Wehringen in Frage.

Alarmstufe Rot herrscht auch beim SSV Neumünster in der Kreisliga West. Nach einer tollen Vorrunde trudelt der Aufsteiger dem Abstieg entgegen. Das 2:2 beim BC Schretzheim am vergangenen Freitag musste teuer bezahlt werden. Da sich drei Stammspieler verletzten, ein weiterer nicht zur Verfügung stand und Anton Fritz zu allem Überfluss nach dem Schlusspfiff die Rote Karte sah, musste Spielertrainer Frank Schmuderer vor dem 1:3 gegen den FC Lauingen auf fünf Positionen umstellen. „Eine vollkommen überzogene Entscheidung“, beschreibt SSV-Coach Frank Schmuderer die Situation: „Ich stand unmittelbar daneben. Er hat ganz normal mit dem Schiedsrichter gesprochen und ihm beim Weggehen auf die Schulter geklopft. Jedoch nicht grob oder als Provokation, sondern wie man es als Verabschiedung eben macht. Ich hoffe, dass er nur das Spiel gegen Lauingen gesperrt ist und uns am Sonntag wieder zur Verfügung steht.“

Das sind die Tops und Flops des Spieltages

Spieler des Tages

Miroslav Jamrich: Obwohl er in dieser Saison nur 13 Spiele für die SG SV Wörleschwang/TSV Zusmarshausen II bestritten hat, konnte sich Miroslav Jamrich satte 23 Mal in die Torschützenliste eintragen. Trotz der wenigen Einsätze ist der 35-jährige Slowake, der in seiner Heimat höherklassig gespielt hat und in Wörleschwang arbeitet, maßgeblich an der Meisterschaft und am Aufstieg beteiligt. Zuletzt traf Jamrich beim 9:2-Sieg gegen den TSV Diedorf II dreimal. Eine Woche zuvor hatte er mit vier Treffern fast im Alleingang den CSC Batzenhofen im Spitzenspiel besiegt. Insgesamt hat er in dieser Saison vier Dreierpacks erzielt.

Torreichste Begegnungen

Mit elf Treffern schoss diesmal B-Klassen-Meister SG Wörleschwang beim 9:2 gegen den TSV Diedorf II den Vogel ab. Jeweils „Sieben auf eine Streich“ gab es bei TSV Herbertshofen – TSV Welden (1:6), SpVgg Westheim II – SpVgg Deuringen (5:2) und SC Altenmünster II – FC Weisingen II (7:0).

Beste Torschützen

Vier Mal war Michal Durica vom TSV Welden beim 6:1 gegen den TSV Herbertshofen erfolgreich. Vier Einschüsse hatte auch Giuseppe Carangelo vom Hainhofener SV zu verzeichnen, dessen Spiel gegen die SG Reutern/Zusamzell abgebrochen wurde. Jeweils drei Treffer haben Dominik Schubert (TSV Fischach), Miroslav Jamrich und Philipp Scherer (beide SG Wörleschwang) erzielt. Doppelt trafen Tim Hofbauer (TSV Neusäß), Nicolas Ott (TSV Diedorf), Marco Villani (TSV Täfertingen), Stefan Kraus (TSV Ustersbach), Goran Tomic (SG Langweid/Stettenhofen) und Marius Dußler (SpVgg Westheim II).

Pechvogel des Tages

In der Kreisklasse gibt es keinen Videobeweis. Deshalb verlor der SV Ehingen/Ortlfingen durch einen zweifelhaften Foulelfmeter gegen den Abstiegskandidaten TSV Meitingen II mit 0:1. Drei Gelb-Rote Karten gab es in diesem derby, eine davon sah SVE-Kapitän André Prues nach einer Verwechslung. Dumm gelaufen.

Größte Zuschauerzahlen

200 Zuschauer sahen die Bezirksliga-Partie SC Altenmünster - BC Adelzhausen (4:1). 150 Besucher wurden beim Kreisklassen-Derby SV Ehingen - TSV Meitingen II (0:1) gezählt. 100 waren es wenige Kilometer weiter beim A-Klassen-Duell SV Nordendorf und VfL Westendorf (1:2). Top des tages Drei Sieg in Folge hat zuletzt der SC Altenmünster in der Bezirksliga Nord gefeiert. Beim 4:1 gegen den BC Adelzhausen platzte der Knoten in der zweiten Halbzeit. Nach 0:1-Rückstand wurde der direkte Konkurrent im Kampf gegen den Relegationsplatz noch mit 4:1 aus dem Stadion geschossen.

Flop des Tages

Das kommt (vielleicht) davon, wenn kein Schiedsrichter mehr eingeteilt wird, wie zum Beispiel in der B-Klasse Nordwest. Die Gelbe Karte, der der Hainhofener Unparteiische dem Hainhofener Spieler zeigte, der beim Wegschlagen des Balles unabsichtlich einen gegnerischen Spieler am Kopf getroffen hatte, war den Mannschaftskollegen der SG Reutern/Zusamzell zu wenig. Sie forderten vehement eine Rote Karte für den Übeltäter. Als der Schiedsrichter diese nicht zeigte, verließen die Gäste in der 70. Minute beim Stand von 5:0 für die Heimelf das Spielfeld. Jetzt muss das Sportgericht entscheiden, wie es in diesem Fall weiter geht.

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