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Landkreis Augsburg

15.10.2019

Fußball-Nachlese: Ein Karten-Festival im Zusamtal

Obwohl Sebastian Kaifer mit Rot und Mario Kalkbrenner mit Gelb-Rot runter mussten, hielt der SC Altenmünster (rechts Torwart Alex Schmid) den Sieg fest.
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Obwohl Sebastian Kaifer mit Rot und Mario Kalkbrenner mit Gelb-Rot runter mussten, hielt der SC Altenmünster (rechts Torwart Alex Schmid) den Sieg fest.
Bild: Oliver Reiser 

Plus Bei den Siegen des SC Altenmünster und des TSV Gersthofen geht es hoch her. FC Horgau und TSV Leitershofen verlieren ihre „weiße Westen“.

Nach dem vorletzten Spieltag der Vorrunde müssen einige „Weiße Westen“ in die Wäsche. Nicht nur der FC Horgau (siehe „Nachgefragt“) verlor erstmals in dieser Saison in der Kreisliga Augsburg, auch der TSV Leitershofen musste sich in der Kreisklasse Nordwest beim TSV Steppach erstmals geschlagen geben. der Aufsteiger fegte den Absteiger mit 4:1 vom Sandberg. Für beide deutete dies auch den Verlust der Tabellenführung. Horgau wurde von seinem bezwinger SpVgg Langerringen abgelöst, Leitershofen vom FC Emersacker. Nach wie vor an der Spitze der B-Klasse West steht der TSV Gersthofen II, der seine weiße Weste auf dem Galgenberg verlor und sich beim SC Biberbach II mit 2:3 geschlagen geben musste. Die Biberbacher nutzten dabei den Spielausfall ihrer ersten Mannschaft und brachten drei Akteure zum Einsatz, die zuletzt im A-Klassen-Team in der Startelf standen.

Eine „Doppelschicht“ absolvierten Patrick Fendt, Lukas Huber und Marius Dußler von der SpVgg Westheim, die nach dem samstäglichen 3:0-Sieg beim FC Haunstetten auch am Sonntag im A-Klassen-Derby bei der SpVgg Deuringen in der „Zweiten“ im Einsatz waren. „Schade, dass nicht die beiden ’richtigen’ Mannschaften sich im Derby duellierten, doch laut BFV-Spielordnung setzten die Gäste Spieler aus der Ersten im erlaubten Rahmen ein“, so Deuringens Spielertrainer Max Schlicker. „Fairerweise muss man auch sagen, dass unsere Leistung auch einfach nicht ausreichend war.“

SC Altenmünster gegen TSV Hollenbach in Unterzahl

Bei herrlichem Spätsommerwetter flatterten nicht nut die herbstlich bunt gefärbten Blätter von den Bäumen, sondern auch die Gelben und Roten Karten. Der SC Altenmünster musste sein Heimspiel gegen den TSV Hollenbach in den letzten 17 Minuten sogar in dreifacher Unterzahl überstehen. Nach einer Notbremse von Sebastian Kaifer (55.) zog Schiedsrichter Christof Paulus aus Augsburg sofort die Rote Karte. „Eine sehr harte Entscheidung“, wie Spielertrainer Peter Ferme hinterher klagte. Der SCA-Kapitän sei nicht letzter Mann gewesen. Die Ampelkarten gegen Mario Kalkbrenner (70.) und Torschütze Patrick Pecher (77.) seien jedoch berechtigt gewesen. Dass sein Team am Ende trotz der drei Hinausstellungen keinen Gegentreffer kassierte, sei auf die „überragende kämpferische Leistung“ der acht Aufrechten zurückzuführen, war Abteilungsleiter Oliver Osterhoff stolz auf sein Team.

Fußball-Nachlese: Ein Karten-Festival im Zusamtal

Nicht gut gegangen ist das Unterzahlspiel für den TSV Meitingen. Bei der 1:2-Niederlage in Mertingen sah Kapitän Arthur Fichtner sechs Minuten vor Schluss die Ampelkarte. Zu diesem Zeitpunkt lag sein favorisiertes Team bereits mit 1:2 zurück. An Schiedsrichter Luka Beretic vom TSV Friedberg lag es aber nicht, dass der Favorit beim Aufsteiger leer ausgegangen ist. Man scheiterte an Mertingens litauischem Torhüter Aivaras Brazinskas. „Wer fällt und wieder aufsteht, besitzt mehr Stärke als jemand, der noch nie im Dreck gelegen hat“, heißt es auf der Facebook-Seite des seit vier Spieltagen sieglosen TSV. Das Stimmungsbarometer ist jedenfalls auf dem Tiefpunkt, nachdem man den zweiten Tabellenplatz an TSV Gersthofen abgeben musste.

Bei den Lechstädtern herrscht nach dem 3:1-Sieg beim TSV Wertingen indes beste Kirchweih-Laune. „Alles andere als ein Sieg – und ich hätte den Glauben an den Fußball-Gott verloren“, spricht Gersthofens Spielertrainer Florian Fischer von einem hoch verdienten Dreier. „Es war ein brutales Kampfspiel. Wertingen wollte gar nicht Fußball spielen, sondern nur unser Spiel zerstören. Durch einen berechtigten Elfmeter fiel aus dem Nichts der Ausgleich. Ansonsten haben wir den Ball gut laufen lassen.“ Besonders das 1:0 sei glänzend herausgespielt gewesen. Zur Pause hätte seine Mannschaft mindestens 3:0 führen müssen. Ibrahim Neziri, Nico Baumeister und Ferkan Secgin hatten beste Gelegenheiten dazu.

Zur Sache ging es im Duell TSV Wertingen – TSV Gersthofen. Hier räumt Maximilian Beham Gästespieler Manuel Lippe ab. 
Bild: Georg Fischer

Sportleiter vom TSV Wertingen beschwert sich über Schiedsrichter

Beim TSV Wertingen macht Sportleiter Fritz Bühringer den Unparteiischen Matthias Schilling vom TV Erkheim für die Niederlage verantwortlich. „Das war eine desolate Leistung“, schimpfte der TSV-Funktionär. Die erste Gelbe Karte gegen Maximilian Beham, der später Gelb-Rot sah (62.), nach einem Pressschlag sei laut Bühringer „ein Witz“ gewesen, Glatt Rot gegen Daniel Laubmeier „eine Lachnummer“. Überhaupt hatten die Gäste beim Unparteiischen nach Ansicht von Bühringer Narrenfreiheit. Sobald Gersthofer Spieler etwas berührt wurden, ließen sich diese sofort fallen und fingen an zu schreien. Und darauf sei der Schiedsrichter reingefallen, ärgert sich Wertingens Sportlicher Leiter. Für Florian Fischer hingegen war die Rote Karte absolut berechtigt: „Er geht mit beiden Beinen voraus in die Beine.“ Ebenso hätte Beham nach einer ähnlichen Attacke schon nach zwei Minuten Gelb sehen können. „Wertingen ist mit elf Mann in der eigenen Hälfte gestanden und wollte uns mit ihrer aggressiven Spielweise weh tun.“ Das ist gelungen. Ibrahim Neziri musste verletzt raus. „Er muss heute zum röntgen“, hofft Fischer, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Beim 2:0-Sieg in Babenhausen, mit dem der SV Cosmos Aystetten die Spitze in der Bezirksliga Süd behauptet hat, saß mit mit Alexander Hack ein prominenter Gast auf der Tribüne. Der 26-jährige Bundesliga-Profi des FSV Mainz 05 stammt aus Babenhausen und nutzte das spielfreie Wochenende im Oberhaus zu einem Besuch im Fuggermarkt.

Die Tops & Flops des Spieltages

  • Spieler des Tages: Neun Spiele – neun Treffer. Die Bilanz von Sebastian Schmid liest sich hervorragend. Das sind bereits zwei Tore mehr, als der 27-Jährige in der abgelaufenen Saison erzielt hat. Oft bringt Schmid nämlich die Trainingsleistung nicht wirklich auf den Platz. Doch momentan läuft es bestens für den Stürmer, der einen klasse Abschluss und super Laufwege hat. Zuletzt traf der „Sese“, wie er von seien Mitspielern genannt wird, dreifach. Beim 3:1-Sieg seines TSV Ustersbach, für den er seit Kindesbeinen spielt, beim FSV Wehringen erzielte er alle drei Treffer. Damit sind die Ustersbacher auf Rang vier der Kreisklasse Süd in Lauerstellung gegangen und Sebastian Schmid, dessen Bruder Benedikt ebenfalls ein wichtige Akteur im blau-gelben Trikot ist, hat sich an die Spitze der Torschützenliste gesetzt.
  • Beste Torschützen: Vier Treffer erzielte Marius Dußler am Wochenende. Zwei am Samstag in der ersten Mannschaft der SpVgg Westheim und zwei am Sonntag in der „Zweiten“. Jeweils in einem Spiel trafen Sebastian Schmid vom TSV Ustersbach, Maximilian Böldt und Sahinudin Mansuri (TSV Herbertshofen II) sowie Goran Tomic (FC Langweid II) dreifach. Doppelt waren Simon Achatz (TSV Dinkelscherben), Dominik Reinhardt (SV Thierhaupten), Daniel Hafner (SSV Margertshausen), Florian Sandner (TSV Diedorf), Max Klingner (SV Ehingen/Ortlfingen), Florian Asam (TSV Herbertshofen), Manuel Eisensteger (SV Gablingen), Niklas Schmid, David Wörle (SV Wörleschwang), Tolga Güclü (TSV Täfertingen II), Leon Schuster (CSC Batzenhofen), Johannes Kügle (TSV Diedorf II), Vasile Adragai (SV Bonstetten), Manuel Rauner und Michael Knecht (TSV Herbertshofen II) erfolgreich.
  • Torreichste Spiele: In der B-Klasse West scheppert es Woche für Woche. Diesmal siegte der TSV Herbertshofen II gegen den FC Hochzoll II mit 15:0. Acht Treffer gab es beim 6:2 des SV Gablingen gegen den SV Erlingen. Sieben auf einen Streich bekamen die Zuschauer in den Spielen SpVgg LangerringenFC Horgau (5:2), TSV PöttmesSV Thierhaupten (3:4), TSV KönigsbrunnSSV Margertshausen (3:4), TSV Neusäß II – SpVgg Bärenkeller (1:6) und TSG Augsburg – TSV Täfertingen II (5:2) zu sehen.

  • Größte Zuschauerkulissen: Unglaublich, aber wahr! Mit 270 Zuschauern stand das B-Klassen-Derby zwischen dem SC Altenmünster II und der SG Zusamzell/Reutern (2:2) in der Gunst der Fußballfans diesmal sogar vor den Bezirksliga-Begegnungen TSV WertingenTSV Gersthofen und TSV Babenhausen – SV Cosmos Aystetten oder dem Kreisliga-Spitzenspiel SpVgg LangerringenFC Horgau, die jeweils 250 Besucher anlockten. 200 wurden beim Kreisklassen-Derby SV Ehingen – FC Pfaffenhofen-Untere Zusam gezählt.

  • Pechvogel des Tages: Fünf Wochen war Michael Vogele vom FC Horgau verletzt. Am Sonntag feierte der sein Comeback in der Startelf. Doch nach 13 Minuten war es schon wieder vorbei. Er verletzte sich erneut an der selben Stelle.

  • Top des Tages: Nach 90 Minuten lag der TSV Herbertshofen gegen den TSV Zusmarshausen II noch mit 0:1 zurück. Doch mit drei Treffern in der Nachspielzeit drehten Florian Asam (2) und Kevin Knopp die Partie noch zum 3:1-Sieg.

  • Flop des Tages: In den ersten sieben Spielen fegte die zweite Mannschaft des TSV Gersthofen mit 21 Punkten und einem Torverhältnis 60:4 ihre teilweise völlig überforderten Gegner in der B-Klasse Augsburg West gnadenlos vom Platz. Kaum vorstellbar, dass die Bezirksliga-Reserve in dieser Saison auch nur ein Spiel verlieren könnte. Doch nun haben die Schwarz-Gelben im SC Biberbach II ihren Meister gefunden. Auf dem Galgenberg gab es eine 2:3-Pleite.


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