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Gablingen

04.07.2018

Gablingen: Geht bei Ausbauplänen die Schranke runter?

Proteste gegen die Gegner eines Ausbaus der Staatsstraße 2036 zwischen Heretsried und Holzhausen: In Lauterbrunn haben Befürworter des schnellen Ausbaus der Straße eine „Mautstelle“ zur Finanzierung der Arbeiten eingerichtet.
Bild: Marcus Merk

Der Verkehrsausschuss des bayerischen Landtags behandelt die Petitionen für und gegen die Pläne für die Staatsstraße 2036 zwischen Heretsried und Holzhausen.

Es ist eines der derzeit umstrittensten Projekte im Augsburger Land: Der Umbau und die Sanierung der Staatsstraße 2036 von Holzhausen nach Heretsried. In der Sitzung am Donnerstag, 5. Juli, befasst sich der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des bayerischen Landtags mit mehreren Petitionen zum Straßenbauprojekt. Hier noch einmal die Standpunkte beider Seiten:

Nach den Plänen des Staatlichen Bauamts Augsburg soll ein etwa drei Kilometer langes Stück „bestandsorientiert“ ausgebaut werden. Das heißt: Für rund fünf Millionen Euro gibt es eine neue Fahrbahn mit einer einheitlichen Breite von sieben Metern. Die bestehenden engen Kurven werden ebenso beseitigt wie unübersichtliche Kuppen und abtauchende Streckenabschnitte. Einig sind sich Befürworter und Gegner der Arbeiten lediglich, dass die Straße marode ist und dringend saniert werden muss – strittig ist aber der geplante Umfang der Arbeiten.

Gablinger Naturschützer warnen vor Auswirkungen

Die Naturschützer befürchten eine „Monstertrasse“. Sie stört unter anderem, dass für die Begradigung und Verbesserung der Sichtverhältnisse mitten im Naturpark Westliche Wälder 3,5 Hektar Wald gefällt werden sollen. Dies sei ein „völlig überdimensionierter und natur- und landschaftsschädigender Ausbau“. Dagegen sind vier Petitionen beim Landtag eingegangen, die fordern, die Pläne zu verwerfen und die Straße auf bestehender Trasse zu sanieren. Petenten sind unter anderem der Gemeinderat Gablingen, Stadträte der Gruppierung W.I.R. aus Gersthofen und eine Bürgergruppe aus Gablingen-Holzhausen.

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Eine Petition für den schnellen Ausbau haben wiederum die Bürgermeister von Heretsried, Heinrich Jäckle, und Emersacker, Michael Müller, auch im Namen der Gemeinden Adelsried, Altenmünster, Laugna, Welden und des Bürgermeisters von Bonstetten eingereicht. „Wir sehen den Ausbau als notwendig an“, erklärt Heretsrieds Gemeindechef Heinrich Jäckle auf Anfrage. Der Unterbau der Straße sei marode. Werde schon etwas getan, müsse die Straßenführung auch überarbeitet werden. „Stellt man diese bloß wieder so her wie bisher, dann wäre das eine Steuerverschwendung – schon aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zuletzt für Gemeindebürger, welche täglich auf dem Weg zur Arbeit nach Augsburg auf dieser Strecke unterwegs sind“, meint Jäckle. Immerhin gebe es bisher auf einer Strecke von 700 Metern sechs Kurven.

Gemeinden betonen Wichtigkeit des Ausbaus

Auch das Ausmaß der zu fällenden Bäume sei nicht so gravierend, wie die Ausbaugegner dies darstellten, so Jäckle. „Es handelt sich überwiegend um Nutzholz, das früher oder später geschlagen worden wäre.“ Zudem werde ein Großteil aufgeforstet. „Der Flächenverbrauch für die reine Straßenfläche beläuft sich nur auf circa 2000 Quadratmeter.“ Und ein Großteil des gesamten Flächenbedarfs entfalle auf Entwässerungsgräben oder Böschungen. „Diese werden wieder eingegrünt.“ Jäckle sieht die bisherige Planung nicht als unverrückbar: „An der einen oder anderen Stellschraube kann man drehen.“

Nun werden die Petitionen vom Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des bayerischen Landtags am morgigen Donnerstag, 5. Juli, verhandelt. Zum Termin sind Albert Eding für den Bund Naturschutz und Christoph Luderschmid für die Bürgergruppe Holzhausen im Maximilianeum und bringen weitere tausend Unterschriften von Bürgern mit, die den Ausbau ablehnen. Damit hätten nun weit über 5000 Bürger unterschrieben, so Albert Eding. Er hofft, dass es noch einen Vor-Ort-Termin geben wird.

Bürgermeister Heinrich Jäckle, der aufgrund eines Termins mit dem Wasserwirtschaftsamt wegen des Hochwasserschutzes in Lauterbrunn nicht selbst nach München reisen kann, will seinen Stellvertreter Karl-Heinz Tomaschewski schicken. „Ich hoffe, dort sitzen Fachleute, die sachlich und nicht aus Emotionen heraus entscheiden.“

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