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Gablingen

10.01.2020

Gablingen soll sein „Loch“ behalten

Übergabe der Unterschriften zum Bürgerbegehren Ortszentrum: Herbert Dieminger (links) und Günther Reichherzer.
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Übergabe der Unterschriften zum Bürgerbegehren Ortszentrum: Herbert Dieminger (links) und Günther Reichherzer.
Foto: Andreas Lode

Plus Freie Wähler wollen die Bewohner der Gemeinde abstimmen lassen, ob das Areal in der Ortsmitte verkauft werden darf. Sie hätten lieber soziale Wohnflächen dort.

Es ist ein Thema, das Gablingen schon seit vielen Jahren beschäftigt: die Entwicklung des Ortszentrums. Analog zum Gersthofer Loch kann man aktuell auch vom Gablinger Loch sprechen, denn die Fläche mitten im Ort liegt schon lange brach und ist immer wieder Thema von Diskussionen. Nun wird eine neue angestoßen: Die Freien Wähler haben ein Bürgerbegehren gestartet. Das Ziel: „Kein Verkauf des Grundstückes im Ortszentrum Gablingen an einen Investor“.

Am Freitagvormittag übergaben die Initiatoren FW-Ortsvorstandsmitglied Herbert Dieminger und Bürgermeisterkandidat Günther Reichherzer die ersten 144 Unterschriften an den Gablinger Bürgermeister Karl Hörmann. Um zulässig zu sein, müssen neben weiteren Voraussetzungen mindestens zehn Prozent der Gablinger Einwohner das Bürgerbegehren unterstützen. Das bedeutet, dass die Initiatoren rund 360 Unterschriften, also weitere 220, benötigen.

Darüber sollen die Gablinger abstimmen

Die Frage, über welche die Bürger dann beim Bürgerentscheid abstimmen sollen, lautet: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Gablingen das im Ortszentrum gelegene Grundstück an der Grünholderstraße/Batzenhofer Straße Flurnummern 107/10, 109 TF, 109/2, 130 der Gemarkung Gablingen in eigener Verantwortung bebaut, statt an einen Investor zu veräußern?“

Karl Hörmann kündigte an: „Ich werde das Begehren juristisch von der Kommunalaufsicht auf die Zulässigkeit der Fragestellung und Thematik hin prüfen lassen.“ In der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 21. Januar, werde er es auf die Tagesordnung setzen. Denn der Gemeinderat muss letztendlich über die Zulässigkeit entscheiden.

Ungefähr so lange wie das Gersthofer Loch besteht auch mitten im Gablinger Ortszentrum eine unbebaute Brachfläche.
Foto: Andreas Lode

Nach dem Kauf vor 20 Jahren war ein Teil der landwirtschaftlichen Gebäude des ehemaligen Reinschhofs vorerst noch in Benutzung. Unter anderem fand das archäologische Heimatmuseum hier Platz, bis die Gebäude abgerissen wurden. 2011 veranstaltete Gablingen einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für das Ortszentrum. Auch Preisgelder wurden ausbezahlt: insgesamt über 10.000 Euro. Teil der Bebauung sollte ein Bürgerhaus mit Platz für Vereine sein. 2014 beschloss der Gemeinderat, einen Bebauungsplan für das Ortszentrum aufzustellen. Wegen einer Vielzahl von Einwendungen musste dieser aber immer wieder überarbeitet werden und ist noch immer nicht verabschiedet.

Schon 2017 gab es dann erste Gespräche mit dem Investor, für den die Gemeinde jetzt ein Kaufangebot fertigstellen soll. Ob und wann ein Bürgerhaus im Ortszentrum entstehen könnte, ist weiter offen. Sowohl der Verkauf als auch der „Vorhabensbezogene Bebauungsplan“ seien aber so gestaltet, dass die Möglichkeit weiter besteht, erklärte der Bürgermeister schon im Dezember.

Daseinsvorsorge für ältere Menschen in Gablingen

Günther Reichherzer betont: „Wir haben andere Vorstellungen für dieses Areal.“ Herbert Dieminger sah eine „einmalige Möglichkeit für sozialen Wohnbau und Daseinsvorsorge für ältere Menschen, wenn die Gemeinde das Grundstück behält“. Zudem seien nur dann auch Zuschüsse zu erhalten. Günther Reichherzer wiederum befürchtet, dass die Gemeinde im Falle eines Verkaufs nur die Preise laut Bodenrichtwert erzielen werde. Dieser liegt bei 260 Euro pro Quadratmeter. Zudem hätten beide Initiatoren immer wieder festgestellt, dass sich die Bürger nicht informiert fühlen und mangelnde Transparenz beim Planungsverfahren beklagen.

Diesen Vorwurf wies Karl Hörmann zurück: „Ich bin vom Gemeinderat beauftragt, ein Kaufangebot an den Investor auszuarbeiten.“ Über Inhalte äußere er sich nicht, weil Grundstücksgeschäfte grundsätzlich nicht öffentlich behandelt werden. „In meinen Augen ist das Bürgerbegehren der Freien Wähler eine reine Wahlkampfstrategie“, so Hörmann weiter.

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