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Etat

23.03.2011

Gablingen will heuer kräftig anpacken

Die Erdarbeiten für den Geh- und Radweg an der Straße nach Heretsried haben bereits begonnen.
Bild: Foto: Nina Schleifer

Kommune investiert kräftig, muss aber einen Kredit aufnehmen

Gablingen „Der Haushalt berücksichtigt die Notwendigkeiten. Es wachsen keine Bäume in den Himmel!“ Mit nüchternen Worten kommentierte Gablingens Bürgermeister Karl Hörmann den Haushaltsplan für das laufende Jahr 2011. Der Gemeinderat war derselben Meinung und verabschiedete den in vier Sitzungen ausführlich beratenen Entwurf sowie die Haushaltssatzung.

Der Verwaltungshaushalt beläuft sich in Einnahmen und Ausgaben auf 5,7 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt – also der investive Teil – auf insgesamt 4,8 Millionen Euro. Um anstehende Investitionen tätigen zu können, ist eine Kreditaufnahme von 1,7 Millionen Euro nötig, denn die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt deckt mit 125000 Euro lediglich die Tilgung laufender Kredite. Das entspricht der Mindestzuführung.

Durch die Kreditaufnahme erhöht sich der geringe Schuldenstand der Gemeinde vom 1. Januar 2011 (257000 Euro) auf über 1,9 Millionen Euro. Somit steigt die Pro-Kopf-Verschuldung von 55 Euro zum Ende 2011 auf 419 Euro. Außerdem müssen zur finanziellen Absicherung der Investitionen verstärkt Mittel aus der Rücklage entnommen werden, nämlich 851050 Euro. Zum Ende dieses Jahres soll der Rücklagenstand 507000 Euro betragen. Die Steuerkraft je Einwohner der Gemeinde geht auf 650 Euro (Vorjahr: 686 Euro) zurück.

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Obwohl der Haushalt nach den Grundsätzen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit aufgestellt sei, so geschäftsleitender Beamter Roland Wegner, stehe der Gemeinderat aufgrund der fehlenden Investitionsrate nun vor der Frage, wo und wie man in Zukunft mehr Einnahmen erzielen oder aber noch mehr sparen könne. Die Gemeinde investiere heuer im Rahmen der finanziellen Handlungsfähigkeit kräftig.

Kreisumlage beschert größten Ausgabeposten

Künftig müsse man geplante Ausgaben neben ihrer absoluten Notwendigkeit auch auf ihre Nachhaltigkeit überprüfen, um nicht in ein paar Jahren zusätzliche Folgekosten tragen zu müssen.

Bevor er den Räten den Haushalt noch einmal erläuterte, holte Wegner jedoch deren Zustimmung zur „vorbildlichen Unterstützung der Vereine“ ein. Demnach erhalten örtliche Vereine für ortsansässige Mitglieder von der Gemeinde weiterhin zehn Euro pro Mitglied (insgesamt 8480 Euro); insgesamt werden örtliche Vereine und Interessengemeinschaften mit 36618 Euro unterstützt.

Größter Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt ist die Kreisumlage mit 1,7 Millionen Euro. Fürs Personal muss Gablingen 1,1 Millionen berappen. Wichtigste Einnahmequelle ist die Einkommensteuer mit 1,9 Millionen Euro. Die Schlüsselzuweisungen des Freistaats Bayern gehen auf 223072 Euro zurück (Vorjahr: 611652 Euro). Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt erreichen heuer, so Wegner, ein „überdurchschnittliches Volumen“ von 4,78 Millionen Euro (Vorjahr 3,66 Millionen), was von umfangreichen Investitionsvorhaben zeuge. Größere Erschließungsmaßnahmen sind für den Bereich „Am Flugplatz 1“ und im Gewerbegebiet/Industriestraße mit 590000 Euro eingeplant. Für die Peterhofstraße sind voraussichtlich 610000 Euro erforderlich. Für Geh- und Radwege will Gablingen 550000 Euro ausgeben, für Kanalerweiterungen 1,05 Millionen Euro. Für Straßenbau, Geh- und Radwegebau erhält Gablingen allerdings auch Zuschüsse.

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