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Gablingen

06.05.2020

Gablingens erste Bürgermeisterin Karina Ruf vereidigt

Das neue Team für Gablingen: Die erste Bürgermeisterin Karina Ruf zusammen mit dem zweiten Bürgermeister Christian Kaiser. Auf Abstand und für das Foto nur kurz ohne Maske.
Bild: Tobias Karrer

Plus Die erste Sitzung des neuen Gemeinderates war aus vielen Gründen denkwürdig. Warum Rathauschefin Karina Ruf dort gleich ihren Ellenbogen zum Einsatz brachte.

Irgendwann wurde es schwierig mit dem Abstand, selbst in der Mehrzweckhalle Gablingen. Der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats unter Leitung der neuen Bürgermeisterin Karina Ruf wollten so viele Bürger beiwohnen, dass Vertreter der Verwaltung immer mehr Stühle in die Halle tragen mussten. Um den Abstand einzuhalten, reihten sich die Zuschauer an den Wänden auf.

Ein Großteil des Treffens hatte formellen Charakter: Albert Eding, der dienstälteste Gemeinderat, eröffnete die Sitzung. Für die kommenden sechs Jahre unter Bürgermeisterin Karina Ruf wünscht er sich, „dass wir respektvoll miteinander umgehen, demokratische Spielregeln achten und gute Entscheidungen für Gablingen treffen“.

Als Mitglied der neu gegründeten Fraktion aus SPD und Grünen, die insgesamt vier Sitze im Gremium innehat, betonte er außerdem: „Ich hoffe, dass wir von Zeit zu Zeit auch über unseren Kirchturm hinausschauen und dafür arbeiten, den Planeten zu bewahren.“

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Karina Ruf bedankt sich bei ihrem Vorgänger Karl Hörmann

So schnell werde man diese konstituierende Sitzung sicherlich nicht vergessen, meinte Eding und spielte damit auf die besonderen Umstände an: die Schutzmasken, der Abstand, die Mikrofone - die etwas andere Normalität in der Krise. Nur um ihren Amtseid abzulegen, nahm Karina Ruf die Schutzmaske ab. Sie verspüre großen Respekt, aber auch viel Optimismus beim Gedanken an ihre neue Aufgabe, erklärte die erste Bürgermeisterin in der Geschichte der Gemeinde. Außerdem bedankte sie sich bei ihrem Vorgänger Karl Hörmann, für die gute Einführung ins Amt und dem Verwaltungsteam für die freundliche Aufnahme im Rathaus. Die fünf Gruppen im neuen Gemeinderat hätten eines gemeinsam: „Wir alle wollen etwas bewegen und unsere Gemeinde auf unterschiedliche Art und Weise verändern.“

Nach dem Amtseid übergab Kämmerer Roland Wegner ihr ein kleines Geschenk, das sie schon in der Sitzung „brauchen könnte“. Eine goldene Klingel mit der Gravur: „Bürgermeisterin Karina Ruf“. Anschließend mussten auch die sieben neu gewählten Gemeinderäte den Amtseid ablegen.

Dazugekommen sind: Wolfgang Dehmel und Lena Zimmermann für die CSU, Werner Kapfer für die Grünen, Helmut Grieshaber als einziger Vertreter der SPD, Klaus Heidenreich und Günther Reichherzer für die Freien Wähler und Pius Kaiser für die CSM.

Wer wird zweiter Bürgermeister in Gablingen?

Die Frage nach dem zweiten Bürgermeister war relativ schnell geklärt. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat in seiner neuen Zusammenstellung dafür aus, nur einen Stellvertreter für Karina Ruf zu bestimmen. Albert Eding schlug Christian Kaiser (Junge Bürger Gablingen) vor, Erwin Almer, in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler neu, schlug Günther Reichherzer vor, der schon gegen Karina Ruf ins Rennen um das Bürgermeisteramt gezogen war.

Beide Kandidaten betonten, dass es ihnen um die Sachpolitik gehe. Kaiser erklärte: „Gute Zusammenarbeit bedeutet für mich rege und offenen Diskussionen, in die jeder sein Wissen einbringen kann.“ Reichherzer sagte: „Wir sind nicht hier, um uns persönlich zu zerfleischen.“ Bei der Wahl fielen zwölf Stimmen auf Christian Kaiser und fünf Stimmen auf Günther Reichherzer. Der Vertreter der Jungen Bürger, der schon seit zwölf Jahren im Gemeinderat sitzt, wurde als zweiter Bürgermeister vereidigt. Karina Ruf gratulierte, allerdings nicht per Handschlag, sondern mit einer kurzen Berührung der Ellenbogen. Außer der Aufgabe als Bürgermeisterin darf Karina Ruf in Zukunft auch eines der „schöneren Ämter“, wie es Kämmerer Roland Wegner bezeichnete, wahrnehmen: Sie wurde zur Standesbeamtin der Gemeinde berufen.

Am Ende der Sitzung geht es um Sachthemen

Die Vergabe der Planung von Straßensanierungen und der Auftrag an die Stadtwerke, die Straßenbeleuchtung an der Bauernstraße zu erweitern, sind Beschlüsse aus nicht-öffentlichen Sitzungen. Außerdem ist die Verwaltung bereits beim Thema Lkw-Verkehr auf der Peterhofstraße aktiv geworden.

Die Problematik wurde in der letzten Sitzung angesprochen. Das Landratsamt werde eine Verkehrszählung als Basis für weitere Schritte durchführen, erklärte Ruf. Außerdem verwies sie auf die Maskennähaktion des Freiwilligenzentrums und verkündete, dass das Rathaus ab nächster Woche wieder öffnen werde. Sie bitte die Besucher allerdings, Abstand zu halten und einen Mund-Nase-Schutz zu tragen.

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