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Herbstkonzert

26.11.2019

Ganz großes Blasmusik-Kino

Beim gemeinsamen Musizieren der beiden Kapellen aus Neusäß und Vilshofen wurde es voll auf der Bühne der Neusässer Stadthalle.
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Beim gemeinsamen Musizieren der beiden Kapellen aus Neusäß und Vilshofen wurde es voll auf der Bühne der Neusässer Stadthalle.

Herbstkonzert der Neusässer Stadtkapelle mit Gästen aus Vilshofen. Es gab bei der Veranstaltung nur einen Wermutstropfen

Zu ihrem Herbstkonzert unter dem Motto „Sagenhaft und legendär“ konnte die Stadtkapelle Neusäß nicht nur eine fast ausverkaufte Halle, sondern auch die befreundeten Bläser der Stadtkapelle aus Vilshofen in der Stadthalle begrüßen.

Eröffnet wurde der musikalische Reigen durch den eigenen Nachwuchs des Jugendblasorchesters Neusäß. Für einige der jungen Musiker war dies der erste große Auftritt überhaupt, doch herrlich unaufgeregt boten sie einen Querschnitt durch ihr Repertoire, während ihr musikalischer Leiter Leonardo Dianori mit ebenso lockeren Sprüchen augenzwinkernd die einzelnen Stücke moderierte.

Danach betraten die aus Vilshofen bei Passau angereisten Gäste die Bühne. Die Stadtkapelle mit hoher Frauenquote begeisterte die Freunde konzertanter Blasmusik mit einem abwechslungsreichen Programm. Nach einem traditionellen amerikanischen Marsch als Auftakt, erfüllten beim „Lion King“ Urwaldtrommeln und Kinoatmosphäre die Halle. Von der „lebenden Legende“ Elton John ging es weiter zu Frankieboy Sinatras „New York“. Unter dem Motto „Lederhose meets Big Apple“ wurde der Evergreen vom Solosänger in bayrischer Tracht dargeboten. Die zeitlosen Gassenhauer von Ralph Siegels Schützlingen Dschingis Khan bildeten als Potpourri den temperamentvollen Schlusspunkt des Sets, bevor sich die Niederbayern mit volkstümlichen Klängen begleitet von der steirischen Harmonika verabschiedeten.

Nach der Pause konnte schließlich die Stadtkapelle Neusäß unter ihrem Dirigenten Florian Helgemeir beweisen, welch breites Spektrum dieses Blasorchester, fernab von bierzeltseliger Stimmungsmusik, abzudecken vermag. Bereits der Opener „Mask of Zorro“ mit galoppierenden Rhythmen und glasklaren Soli setzte scharf wie der Degen des Maskierten ein deutliches Ausrufezeichen hinter den eigenen Qualitätsanspruch an die Arrangements und deren perfekte Umsetzung. Eine einfühlsame Einführung der „Chefin“ Laurie Neumann-Oblinger bereitete anschließend das Publikum auf die „Alpina Saga“ vor, die als akustisches Wetterleuchten durch die Halle tobte. Dramatische Momente im Wechsel mit kurzen beruhigenden Sequenzen und ständige Tempiwechsel erzeugten den stimmigen Soundtrack zu den Bildern im alpinen Kopfkino. Der folgende St.-Thomas-Choral bot da willkommene Gelegenheit zum Durchatmen, bevor mit der spannenden musikalischen Aufarbeitung des „Robinson Crusoe“ erneut komplexe, ruhelose Klänge wie ein ungestümer Herbststurm die imaginäre See aufwühlten. Um beim Thema zu bleiben: Das war ohne Frage „ganz großes Blasmusik-Kino“. Der schweißtreibende Rhythm ’n’ Blues und Soul der Blues Brothers John Belushi und Dan Aykroyd setzte den fetzigen Schlussakzent des offiziellen Teils, bevor Johann Sebastian Bach im Zugabenteil ein rockiges Gewand übergezogen wurde.

Am Ende wurde es dann recht voll auf der Bühne, als sich die Vilshofener Musikanten zusammen mit ihren Neusässer Gastgebern voller Spielfreude gemeinsam mit mehreren Stücken beim begeisterten Auditorium bedankten. Die Nachricht, dass Florian Helgemeir aus privaten Gründen den Dirigentenstab in Neusäß demnächst abgibt, war der einzige Wermutstropfen an diesem ansonsten rundum gelungenen, musikalischen Spätnachmittag voller herbstbunter Notenblätter.

Impressionen vom Herbstkonzert

augsburger-allgemeine.de/ augsburg-land

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